Feueralarm: Klinikbesetzer behindern Brandschützer

Montag, den 22. Juli 2013 um 15:13 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel

MARBURG. In der besetzten ehemaligen Augenklinik in der Robert-Koch-Straße ist es in der Nacht von Samstag auf Sonntag zu einem umfangreichen Feuerwehreinsatz gekommen, nachdem Unbekannte einen Feuermelder gedrückt hatten. Einige der Besetzer traten der Feuerwehr sehr aggressiv gegenüber.

Kurz vor 1 Uhr früh war der Feueralarm bei der Leitstelle aufgelaufen, die daraufhin den ersten und zweiten Zug der Feuerwehr Marburg-Mitte alarmierte. Rund 30 Freiwillige rückten wenig später aus. Außerdem eilten die Polizei, die Besatzungen zweier Rettungswagen und ein Notarzt an die Einsatzstelle.

Feuerwehr und Polizei in den Weg gestellt
Die Einsatzkräfte der Feuerwehr sahen sich bei ihrem Eintreffen und der darauf folgenden Erkundung einer "recht spannungsreichen Situation gegenüber", wie es Wehrführer Dirk Bamberger am Montag beschrieb. Aufgrund der Besetzung des Gebäudes durch eine unbekannte Anzahl von Personen war zum einen die Lage in dem Gebäude recht unübersichtlich. Zudem versuchten einzelne Besetzer sogar noch das notwendige Vordringen der Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei zu verhindern und stellten sich ihnen in den Weg. "Vereinzelt war eine gewisse Grundaggression uns gegenüber zu spüren", sagte Bamberger weiter. Andere Besetzer hingegen hätten sich ein wenig besonnener gezeigt und die Feuerwehr gewähren lassen.

"Löst Frustration aus"
Bei der Erkundung habe sich dann herausgestellt, dass der Alarm ohne ersichtlichen Grund über einen Druckknopfmelder ausgelöst worden war. "Die Erkenntnis über die böswillige Alarmierung gepaart mit den teils recht unangenehmen Erlebnissen bei der Lageerkundung im Gebäude und die Tatsache, dass die ausschließlich ehrenamtlichen Einsatzkräfte ihre Nachtruhe für diesen Einsatz opfern mussten, löst auf Seiten der Feuerwehreinsatzkräfte eine gewisse Frustration aus", sagte der Wehrführer.

Obwohl das Erlebte die Motivation der ehrenamtlichen Einsatzkräfte nicht gerade fördere, "müssen und werden wir auch zukünftig alle Brandmeldungen aus dem Gebäude ernst nehmen", versicherte Bamberger, der gemeinsam mit Carmen Werner die Einsatzleitung inne hatte.