Brand im Kindergarten: Übung testet Zusammenspiel der Wehren

Montag, den 17. Oktober 2011 um 07:14 Uhr Verfasst von 

LOHRA-ALTENVERS. Mit einer Großübung simulierten die Lohraer Wehren am Samstagnachmittag einen Einsatz im Kindergarten. Innerhalb kürzester Zeit war der „Brand“ unter Kontrolle, und auch Kinder und ein Betreuer wurden rechtzeitig „gerettet“.

Das Szenario erläutert Gemeindebrandinspektor Markus Wißmann: „Bei dem Brand im Kindergarten, der in der Küche ausgebrochen ist, werden mehrere Kinder und ein Betreuer vermisst.“ Und die Szenerie erhielt durch die eingesetzten Mittel besondere Realität: Der Kindergarten wurde vernebelt, das Feuer wurde mit flackernden, orange-farbenen Strahlern simuliert. „Zudem läuft noch eine CD mit Kinderschreien und Brandgeräuschen“, so Wißmann.

Die Übung solle einerseits dazu dienen, das Zusammenspiel der Wehren zu überprüfen. „Und außerdem“, sagt Wißmann, „sollen die Wehren der Ortsteile die Örtlichkeit kennenlernen. Denn der Kindergarten hier ist sehr verwinkelt.“

Um 16:52 dröhnt die Sirene auf dem Dach des Kindergartens los, die zahlreichen Kinder und ihre Eltern, die das Spektakel außerhalb des Kindergartens verfolgen, halten sich die Ohren zu. Sie sind ganz gespannt, denn auch im Kindergarten wurde das Thema Feuerwehr gerade vertieft. Die Wehren von Altenvers, Willershausen, Lohra-Mitte, Weipoltshausen, Kirchvers, Damm, Rodenhausen, Reimershausen und Rollshausen rücken aus.

Wenige Minuten später sind die ersten Feuerwehrleute vor Ort. Schläuche werden ausgerollt, die Atemschutz-Träger machen sich Einsatzbereit. Während von außen vier Trupps das „Feuer“ mit ihren Schläuchen bekämpfen, kriechen vier Atemschutzleute in den verrauchten Kindergarten. Sehen können sie noch nicht einmal die Hand vor Augen – sie müssen sich auf Rufe, ihr Gespür und ihren Tastsinn verlassen.

Zwei Kinder und ein Betreuer werden von außen über eine Leiter gerettet. Auch die Kinder, die sich im Erdgeschoss unter der Treppe versteckt haben, finden die Kameraden – ebenso, wie das Kind in der „Blauen Gruppe“. Und auch die zwei Kinder im Turnraum des ersten Stocks, die im Bällchenbad liegen, sind kurze Zeit später gerettet.

„Um 17.14 Uhr wurde der Brand vom ersten Trupp bestätigt, um 17.36 Uhr war das letzte Kinde gerettet“, so der Gemeindebrandinspektor. „Obwohl wir nur zwei Atemschutz-Gerätetrupps im Einsatz hatten, lief die Übung erstaunlich gut“, zieht Wißman ein durchweg positives Fazit. Die rund 70 Kräfte der neun Wehren hätten „sehr gut harmoniert“, auch der Funkverkehr sei sehr gut gelaufen. „Lediglich die neuen Funkrufnamen müssen noch besser verinnerlicht werden – aber das Problem haben andere Wehren auch.“

Bürgermeister Georg Gaul zeigte sich mit der Leistung der Wehren ebenfalls zufrieden. „Es ist wichtig, dass in solchen Räumen, wie dem verwinkelten Kindergarten in Altenvers geübt wird. Und hier ist zu sehen: Das ehrenamtliche Engagement in Lohra passt“, so Gaul. Zudem lobte er die hohe Bereitschaft der Kräfte – und die sehr gute Antrittsstärke. Denn die Übung war vorher angemeldet worden, kam für die Feuerwehrleute nicht überraschend – umso höher sei die Bereitschaft zu werten, dass so viele Kameraden am Start gewesen seien. (as)