Großbrand in Bad Berleburger Massagehotel

Dienstag, den 14. Mai 2019 um 20:34 Uhr Verfasst von  Matthias Böhl
Auf dem Balkon war das Feuer ausgebrochen. Auf dem Balkon war das Feuer ausgebrochen. Foto: Matthias Böhl, 112-Magazin

BAD BERLEBURG. Am Nachmittag kam es zu einem Brand in einem Massagehotel am Bad Berleburger Ortseingang. Trotz dem schnellen Einsatz der Feuerwehr breiteten sich die Flammen rasend schnell aus – nicht zuletzt durch die Baukonstruktion des alten Hotelgebäudes. Die Feuerwehrleute konnten unmittelbar angrenzende Wohnhäuser vor den Flammen bewahren.

Der Notruf

Um kurz vor 16.00 Uhr hieß es zunächst, dass Büsche vor dem ehemaligen Hotelgebäude brennen würden, erklärte die Polizei vor Ort. Der Grund für diese erste Meldung war vermutlich, dass erste Anrufe bei der Leitstelle von Anwohnern aus der Oberstadt kamen: „Ich habe nur eine große Rauchsäule gesehen von zu Hause. Wo das genau war, konnte man nicht erkennen. Ich habe den Notruf abgesetzt und Homrighäuser Weg angegeben. Dann bin ich los gefahren, um zu sehen, ob ich helfen kann“, erklärt ein Anrufer vor Ort.

Die Feuerwehr

Mit dem Stichwort „Feuer 4, Zimmerbrand“, wurde die Feuerwehr zum Einsatz gerufen. Neben dem Löschzug 1 aus der Kernstadt waren weitere Kameraden aus Schüllar-Wemlighausen, Raumland, Berghausen, Dotzlar, Rinthe, Aue-Wingeshausen, die Besatzung des ELW 2 (wird von der Löschgruppe Arfeld gestellt), der Abrollbehälter Atemschutz aus Siegen und die Drehleiter aus Bad Laasphe im Einsatz. „Wir haben die Einheiten so angefordert, wie wir sie brauchen“, erklärt Klaus Langenberg. Er ist einer der Leiter der Feuerwehr Bad Berleburg und war vor Ort der Einsatzleiter. Insgesamt waren rund 100 Feuerwehrleute im Einsatz, die teils bis in die Nacht hinein vor Ort waren.

Die Brandbekämpfung

Beim Eintreffen der ersten Feuerwehrleute brannte es im vorderen Bereich der Terrasse bereits in voller Ausdehnung. Die Flammen griffen von dort schnell auf ein Vordach über, das ebenso wie ein angrenzendes Geländer, mit Stroh bedeckt war. Rasend schnell, binnen weniger Minuten, breiteten sich die Flammen so auf das komplette Obergeschoss aus und fanden im hölzernen Dachstuhl reichlich Nahrung. Trotz massivem Wassereinsatz, so Klaus Langenberg, komme man nicht richtig an die Flammen heran. „Die Baukonstruktion verhindert ein öffnen des Daches. Wir müssen das an einer Ecke durchbrennen lassen, damit das Dach offen ist“, erklärt der Wehrführer. Zu diesem Zeitpunkt haben die Flammen bereits ganze Arbeit geleistet, und es ist klar, dass das Gebäude, was mittlerweile als Massagehotel genutzt wird, nicht mehr zu retten ist. Die Flammen kommen auch einem unmittelbar angrenzenden Gebäudekomplex, in dem mehrere Wohnungen untergebracht sind, bedrohlich nahe. Außerdem drohen sie, sich auf den hinteren Teil des Gebäudes auszubreiten. Mit Riegelstellung zum hinteren Gebäudeteil und dem angrenzenden Nachbarhaus schaffen es die Wehrleute, beides zu verhindern. Neben zahlreichen Strahlrohren sind auch zwei Drehleitern im Einsatz: Sowohl die Leiter aus Bad Berleburg als auch aus Bad Laasphe. Unter schwerem Atemschutz und körperlicher Schwerstarbeit sind die Feuerwehrleute im Einsatz. Nach etlichen Minuten und Kraft raubender Arbeit müssen die Atemschutzgeräteträger ausgetauscht werden. Nach ihrem Einsatz in der Leiter ist ihnen beim Abnehmen der Masken die Anstrengung anzusehen. Aber letztlich haben sie es mit ihrem Einsatz geschafft, Nachbargebäude vor den Flammen zu retten. Das Löschwasser wurde aus den Wassertanks der Feuerwehrfahrzeuge, dem Hydrantennetz, der Odeborn und dem Bullerbach entnommen.

Bis in die Nacht hinein waren die Feuerwehrleute noch im Einsatz

Der Rettungsdienst

Neben RTW und NEF der DRK Rettungswache Bad Berleburg erhielten auch der DRK Rettungswagen aus Erndtebrück, sowie RTW und NEF der DRK Rettungswache Bad Laasphe, der DRK Ortsverein Bad Laasphe, der Malteser Hilfsdienst aus Bad Laasphe, der Organisatorische Leiter Rettungsdienst und der Leitende Notarzt des Kreises Siegen-Wittgenstein ihren Einsatzbefehl.

Grund dafür war, dass zunächst einmal nicht klar war, wie viele Menschen sich im Gebäude befinden. Relativ zeitnah war dann klar, dass zehn Angestellte und zehn Gäste im Gebäude waren, als der Brand ausbrach. Da es zum Beispiel bei Rauchgasvergiftungen auch bis zu 48 Stunden nach dem eigentlichen Ereignis noch zu Symptomen kommen kann, musste genau geklärt werden, wer wann oder wie lange dem Brandrauch ausgesetzt war. Um diese –zunächst als Betroffene geführten Menschen – adäquat untersuchen und bei Bedarf weiter versorgen zu können, war ein entsprechendes Kräfteaufgebot notwendig. Letztlich mussten vier Patienten ins Krankenhaus gebracht werden, wovon einer auch stationär verbleiben musste.

Um die Betroffenen nicht weiter den Eindrücken vor Ort auszusetzen und auch, um an der ohnehin engen Einsatzstelle etwas Entlastung zu schaffen, wurde der medizinische Teil im Rathaus der Stadt Bad Berleburg erledigt. Dort wurden alle Personen untersucht, die zuvor im Gebäude waren.

Ganz besonders zu erwähnen sind hier Ersthelfer, die an der Einsatzstelle vorbei kamen. Einer von ihnen war selbst Feuerwehrmann und ausgebildeter Rettungssanitäter. Er hielt ohne zu zögern an und holte die Leute aus dem brennenden Gebäude. „Teilweise sind die Leute wieder rein gelaufen, weil sie gar nicht realisiert haben, was überhaupt los ist“, erklärt er. Und der junge Mann hat eine Bitte: „Da war ein junger Mann mit einem weißen DRK-Transporter, vermutlich vom Behindertenfahrdienst. Der hat angehalten und mit geholfen, die Leute raus zu holen. Ohne zu zögern. Der war richtig gut und es hat super funktioniert. Ich würde gerne mal mit ihm reden“, erklärt der Feuerwehrmann. Leider ist derzeit noch nicht bekannt, wer das genau war. Vielleicht liest der Fahrer ja hier mit und meldet sich – vielleicht mit einem Kommentar unter dem Artikel – sodass man einen Kontakt zur Feuerwehr herstellen kann.

Die Polizei

Mehrere Streifenwagenbesatzungen aus Bad Berleburg und Bad Laasphe waren im Einsatz. Den Polizeibeamten kamen gleich mehrere Aufgaben zu: Sie sperrten die Einsatzstelle weiträumig ab. Sowohl von der Astenbergstraße, als auch vom Kreisel der Sählingsstraße her, aber auch aus Richtung Hochstraße. Die gesamte Fläche wurde für die Einsatzarbeiten benötigt. Außerdem mussten die Polizisten dafür sorgen, dass keine Passanten in die Einsatzstelle liefen und sich so möglicherweise selbst in Gefahr bringen.

Ermittlungen zur Brandursache wurden ebenfalls geführt und hier war ziemlich direkt klar, dass das Feuer bei Ausbesserungsarbeiten auf der Dachterrasse entstanden ist. Zunächst wurde das Stroh am Geländer versehentlich entzündet und über das Vordach – ebenfalls mit Stroh bedeckt – breiteten sich die Flammen dann rasend schnell aus.

Zuletzt geändert am Mittwoch, den 15. Mai 2019 um 13:15 Uhr

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