Feuer in stillgelegtem Sägewerk - Ursache spielende Kinder?

Mittwoch, den 11. Januar 2012 um 15:32 Uhr Verfasst von  Matthias Böhl
Unter schwerem Atemschutz löschten die Kameraden der Feuerwehr den Schwelbrand in Arfeld ab. Unter schwerem Atemschutz löschten die Kameraden der Feuerwehr den Schwelbrand in Arfeld ab. Fotos: Matthias Böhl

ARFELD. „Wir wollten eigentlich zum Kindergarten gehen, da hat mein Sohn gesagt: Mama, da brennt`s!“, erzählt eine Anwohnerin der Arfelder Stedenhofstraße. „Dann sind wir zur Volksbank gelaufen, weil dort ein Feuerwehrmann arbeitet. Der hat aus dem Fenster gesehen, und wir haben sofort den Notruf gewählt“.

Zu diesem Zeitpunkt, etwa 8.30 Uhr, rauchte der Spänebunker der alten Fabrik Hartmann bereits sehr stark und die Leitstelle der Siegener Feuerwehr löste direkt einen Alarm mit dem Stichwort „Feuer 4“ aus. Daraufhin erhielten die Kameraden des Löschzuges 1 aus Bad Berleburg, sowie der Löschzug 4 mit den Löschgruppen Sassenhausen, Dortzlar, Richstein, Arfeld und Schwarzenau ihren Einsatzbefehl. Außerdem wurden die Rettungswagen der DRK-Rettungswache Bad Berleburg und des DRK Ortsvereins aus Bad Berleburg mitalarmiert. Wenige Minuten nach dem Alarm waren die Kameraden aus Arfeld bereits vor Ort. Unter schwerem Atemschutz gingen sie direkt zum hoch auf dem Berg gelegenen Spänebunker vor, um den Schacht zu bewässern. Andere bauten wiederum eine Wasserversorgung von der nahe gelegenen Eder aus auf, oder richteten zur Vorsicht einen Löschangriff durch die alten, maroden Fabrikhallen her.

Das Problem bestand darin, dass die Gefahr bestand, dass die im Bunker steckenden und kokelnden Späne nach unten in das Fabrikgebäude stürzen. Für diesen Fall wären die Kameraden dann gerüstet gewesen. Als das Feuer weitgehend abgelöscht war, konnten die Feuerwehrleute eine Klappe am Bunker öffnen und die letzten Glutnester endgültig ablöschen. Zur besseren Vernetzung wurde dem Löschwasser dazu Schaummittel beigemischt. Parallel dazu wurde der Bunker von der Drehleiter aus kontrolliert und mit einer Wärmebildkamera abgesucht. Durch das schnelle Eingreifen verhinderten die Kameraden ein Übergreifen des Feuers auf den Rest der Fabrik. Dadurch beschränkte sich der Sachschaden auf den betroffenen Bunker. Während der Löscharbeiten blieb die Stedenhofstraße an der Einsatzstelle voll gesperrt. 

Die Rettungswagenbesatzungen brauchten nicht zum Einsatz zu kommen und konnten nach der Bereitstellung wieder abrücken. Zur Brandursache berichtete die Kriminalpolizei auf Anfrage, dass Anwohnern am Vorabend krachende Silvesterböller und Kindergeschrei aufgefallen waren. „Außerdem haben die Anwohner ein Metallgeräusch gehört, sowie es klingt, wenn ein Böller in einen Schacht hineingeworfen wird“, war von der Polizei zu hören. Den Geruch von Rauch am Vorabend hatten die Anwohner zunächst den Knallern zugeschrieben. Ob es zu dieser Zeit bereits zu einem Schwelbrand im Bunker gekommen war, blieb zunächst unklar. Die Polizei fand vor Ort abgebrannte Böller. Die weiteren Ermittlungen dauern an.

Zuletzt geändert am Mittwoch, den 11. Januar 2012 um 16:10 Uhr