Windenrettung mit Bergwacht und Hubschrauber für schwerverletzten Wanderer

Mittwoch, den 29. Juli 2020 um 14:14 Uhr Verfasst von  Bergwacht Hessen
Der verletzte Wanderer wurde versorgt und den Luftrettern der Bergwacht mittels Winde zum Hubschrauber aufgewincht. Der verletzte Wanderer wurde versorgt und den Luftrettern der Bergwacht mittels Winde zum Hubschrauber aufgewincht. Fotos: Bergwacht Hessen

VÖHL. Erhebliche Kopfverletzungen durch einen Sturz in felsigem Gelände zog sich ein Wanderer am Dienstag im Bereich des nördlichen Naturparks Kellerwald zu. Der Feriengast aus Herne war mit seiner Familie im Bereich der Hünselburg, nördlich des Edersees in der Nähe von Basdorf unterwegs. Im felsigen Gelände kam er rückwärts zu Fall und verletzte sich dabei erheblich am Kopf. Bedingt durch Medikamente kam es zu einer starken Blutung. Zufällig vorbei kommende Passanten, darunter eine Krankenschwester, leisteten umgehend gekonnt Erste Hilfe.

Nach Absetzen des Notrufes war relativ schnell klar, das die Einsatzstelle mit normalen Rettungsmitteln nicht erreichbar sein wird. Hierauf alarmierte die Rettungsleitstelle, neben dem Rettungswagen aus Herzhausen, auch die Bergwachten aus Bad Wildungen und Willingen. 

Da die Koordinaten der Einsatzstelle schon von Beginn an bekannt waren, konnte die Einsatzstelle zügig lokalisiert werden. Aufgrund von Einsätzen aus der Vergangenheit war bekannt, dass die Einsatzstelle weitab von befahrbaren Wegen liegt. Hierauf entschloss sich der Einsatzleiter der Bergwacht umgehend einen Hubschrauber mit Winde nachzualarmieren. Nachdem ein Bundespolizei-Hubschrauber aus Fuldatal nicht zur Verfügung stand, wurde der Helikopter der Landespolizei Hessen aus Egelsbach noch auf der Anfahrt angefordert.

Gemeinsam trafen sich alle Einsatzkräfte am Sportplatz in Basdorf. Von dort entschied man sich, parallel zum Helikopter, einen Trupp Einsatzkräfte zu Fuß zu Einsatzstelle zu entsenden. Von Vorteil war hier die zufällige Anwesenheit des Wehrführers der Basdorfer Feuerwehr, der mit seiner Ortskenntnis die Einsatzkräfte möglichst dicht mit dem Einsatzfahrzeug an die Einsatzstelle navigieren konnte. 

Der nach etwa 35 Minuten eintreffende Polizeihelikopter nahm, mit noch laufenden Rotoren, sofort zwei Bergwacht-Luftretter an Bord und hob unmittelbar wieder zur Einsatzstelle ab. Beide Teams, auf dem Boden und aus der Luft trafen unmittelbar nacheinander an der Einsatzstelle ein. Der Bewuchs ließ ein Winchen an der Einsatzstelle zu, somit konnte der Patient zügig versorgt werden und seine Blutung adäquat zum Stehen gebracht werden.

Der Wanderer wurde nun unter Wärmeerhalt und Infusionstherapie in einem Luftrettungsbergesack gelagert und von einem Bergwacht-Luftretter aus seiner misslichen Lage gewincht. Am Zwischenlandeplatz in Basdorf wurde der Verletzte dann an den wartenden Promedica-Rettungswagen übergeben und von diesem zügig in das Korbacher Krankenhaus verbracht.

Die oft geübten Verfahren in der Luftrettung haben sich erneut bewährt und führten zu einem reibungslosen Einsatzablauf. In einem angemessenen Zeitfenster konnte der Verletzte aus seiner schwierigen Lage in sehr unwegsamen Gelände gerettet werden, wir wünschen ihm an dieser Stelle eine zügige Genesung, die Angehörigen des Patienten wurden anschließend noch zu ihrem Feriendomizil verbracht.  Neun Bergretter aus Willingen und Bad Wildungen sowie der Polizeihubschrauber aus Egelsbach waren drei Stunden im Einsatz.

Zuletzt geändert am Mittwoch, den 29. Juli 2020 um 17:26 Uhr

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