Holländer bringt Harley-Fahrer zu Fall - Flucht

Sonntag, den 28. August 2011 um 17:50 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Ein Niederländer brachte den Fahrer dieser Harley zu Fall. Er und seine Sozia wurden verletzt. Ein Niederländer brachte den Fahrer dieser Harley zu Fall. Er und seine Sozia wurden verletzt. Fotos: pfa

FÜRSTENBERG. Ein 66 Jahre alter Niederländer ist vor einer Kurve einer Fußgängerin mit Kind ausgewichen und hat so zwei entgegenkommende Harley-Fahrer abgedrängt. Einer stürzte und erlitt wie seine Sozia Verletzungen.

Der Niederländer war am späten Sonntagnachmittag mit seiner Ehefrau und einem weiteren Pärchen in einem Mercedes Vito von Fürstenberg kommend auf der Kreisstraße 51 in Richtung Buchenberg unterwegs. Kurz hinter dem Ortsausgang, vor einer scharfen Rechtskurve an der Zufahrt zu einem Bauernhof, ging am Fahrbahnrand eine Mutter mit ihrem Kind spazieren. Der 66-Jährige wich trotz der nicht einsehbaren Kurve nach linsk auf die Gegenspur aus - in diesem Moment näherten sich aus der Gegenrichtung zwei 54 und 45 Jahre alte Harleyfahrer aus Lüneburg mit ihren Maschinen. Der vorne fahrenden älteren Motorradfahrer gelang es durch eine extremes Ausweichmanöver bis auf die Bankette, einen Zusammenstoß mit dem Mercedes-Bus zu verhindern. Der nachfolgende Harley-Fahrer kam beim Ausweichen jedoch zu Fall und zog sich ebenso wie seine 55 Jahre alte Mitfahrerin Verletzungen zu.

Zeuge verfolgt Flüchtenden und stoppt ihn
Den Vito-Fahrer schien das kaum zu beeindrucken. Nach Angaben von Zeugen hielt er kurz an, fuhr dann aber in Richtung Buchenberg davon. Ein zufällig hinzukommender Polizist, der mit seinem Privatwagen in Richtung Fürstenberg fuhr, wendete, fuhr dem Kleinbus hinterher, überholte das Fahrzeug, stoppte es und forderte den Fahrer zur Rückkehr an die Unfallstelle auf. "Er war überhaupt nicht einsichtig", sagte der Polizist in zivil, der in Lichtenfels lebt.

Auch an der Unfallstelle, an der sich wenig später der Korbacher Notarzt, die Besatzung eines Rettungswagens sowie Vöhler und Lichtenfelser "Helfer vor Ort" des DRK um die Verletzten kümmerten, wollte der Niederländer sein Verschulden nicht eingestehen. Er musste in Absprache mit der Staatsanwaltschaft eine sogenannte Sicherheitsleistung von 500 Euro an die Polizei entrichten - eine Art Pfand, die bis zur Gerichtsverhandlung einbehalten wird.

"Das wird man richtig ärgerlich", sagte der vorausfahrende und nicht gestürzte Harley-Fahrer an der Unfallstelle über das Verhalten des Niederländers. "Er fuhr einfach weiter, als ginge ihn das alles gar nichts an", sagte auch eine weitere Motorradfahrerin, die ebenfalls zu der Lüneburger Gruppe gehörte, aber nicht zum Ausweichen gezwungen wurde. "Da liegen Menschen auf der Straße und der Verursacher kümmert sich nicht". Den Schaden an der umgekippten Harley Davidson E-Glide bezifferte der 54-Jährige mit rund 2000 Euro. "Die Dinger sind robust". Am Vito entstand kein Schaden, weil es nicht zu einer Kollision gekommen war.

Die leicht verletzte 55-Jährige kam vorsorglich ins Korbacher Krankenhaus, der zehn Jahre jüngere Fahrer der umgekippten Maschine brauchte nicht in die Klinik gebracht zu werden. "Aber unser Urlaub ist jetzt vorbei", sagte der Motorradfahrer gegenüber 112-magazin.de. Die Gruppe wohnt in einem Korbacher Ortsteil und war am Sonntag zur ersten Ausfahrt aufgebrochen.

Zuletzt geändert am Samstag, den 22. Oktober 2011 um 15:01 Uhr