Flugschüler muss fast drei Stunden in Baumwipfel ausharren

Sonntag, den 02. April 2017 um 16:49 Uhr Verfasst von  Matthias Böhl
Zahlreiche Einsatzkräfte waren nach Battenberg geeilt. Zahlreiche Einsatzkräfte waren nach Battenberg geeilt. Foto: Matthias Böhl/112-magazin.de

BATTENBERG. Großalarm am Sonntagmittag in Battenberg: Ein Gleitschirmflieger hatte an Höhe verloren - und war in einer rund 20 Meter hohen Fichte in unwegsamem Gelände hängengeblieben. Feuerwehr, Bergwacht, THW, Rettungsdienst, Notarzt und Polizei waren im Einsatz. Nach rund drei Stunden wurde der junge Mann unverletzt gerettet.

Gestartet war der 29 Jahre alte Flugschüler weit oberhalb von Battenberg und dann mit dem Schirm unterhalb des Grubenkopfes in Richtung Dodenau geglitten. Dabei hatte er sich gegen 12.30 Uhr aufgrund eines Flugfehlers im Wipfel einer Fichte verfangen. "Wir standen die ganze Zeit in Funkkontakt", sagte der Fluglehrer gegenüber 112-magazin.de. Deshalb sei auch klar gewesen, dass der Flugschüler bei der Baumlandung wohl unverletzt geblieben sei.

Als man genau lokalisiert habe, in welchem Gebiet der Schüler sich befindet, habe man die Rettungskräfte alarmiert. In der Leitstelle Waldeck-Frankenberg im Korbacher Kreishaus wurde daraufhin Großalarm ausgelöst. Die Feuerwehren aus Battenberg, Berghofen und Laisa, die Drehleiter aus Frankenberg, Rettungswagen, Notarzt, die Höhenrettungsgruppen der Bergwachten aus Bad Wildungen und Willingen und des THW Korbach sowie die Frankenberger Polizei erhielten ihren Einsatzbefehl.

Inzwischen waren einige Mitglieder des DGC mit Quads eingetroffen, um den Rettern den rund zwei Kilometer weiten Weg in das unwegsame Gelände zu zeigen. Vor Ort wurde direkt klar, dass eine Rettung mit einer Drehleiter nicht möglich sein würde. Deshalb wurden die Frauen und Männer der Höherettungsgruppen zusammen mit der Battenberger Feuerwehr und dem Rettungsdienst in den Wald geleitet.

Bergwachteinsatzleiter André Schlömer erklärte das weitere Vorgehen: "Mein Kollege geht gesichert in den Baum, um den jungen Mann abzuseilen, ich selbst leite den Einsatz von Bergwachtseite." Ein mühsamer Weg für den Helfer, in die hohe Fichte zu klettern, denn jeden Ast muss der Mann zunächst einzeln abbrechen, um vor- beziehungsweise aufwärts zu kommen. Nach einiger Zeit ist der Retter am Flugschüler angekommen und kann den entkräfteten Mann dann in seinem Sitz abseilen, nachdem er den Schirm abmontiert hat.

Vorsorglich wurde der 29-Jährige am Boden vom Rettungsdienst untersucht - er hatte den Unfall wohl unbeschadet überstanden. 

Zuletzt geändert am Sonntag, den 02. April 2017 um 20:15 Uhr