Defekt an Ofen: Frau und Kinder in Klinik geflogen (aktualisiert)

Sonntag, den 05. Januar 2014 um 18:31 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Die Feuerwehren aus Heringhausen und Adorf rückten auf Anforderung des Rettungsdienstes in die Seestraße aus. Die Feuerwehren aus Heringhausen und Adorf rückten auf Anforderung des Rettungsdienstes in die Seestraße aus. Foto: pfa/Archiv

HERINGHAUSEN. Vermutlich ein technischer Defekt an einem Ofen hat zu einer erhöhten Konzentration von Kohlenmonoxid in einem Haus in Heringhausen geführt. Eine Frau (33) und ihre beiden sechs und zwölf Jahre alten Töchter wurden nach Angaben von Feuerwehr und Polizei in eine Spezialklinik geflogen.

Der Rettungsdienst war am Sonntagmorgen zu dem Haus in der Seestraße gerufen worden. Als die Rettungsassistenten der Adorfer Johanniter-Rettungswache das Haus betraten, schlug nach Angaben der Feuerwehr ein Messgerät der Helfer Alarm - im Gebäude herrschte eine erhöhte Konzentration des Atemgiftes Kohlenmonoxid. Daraufhin wurden um 9.16 Uhr die Feuerwehren aus Heringhausen und Adorf zur Unterstützung des Rettungsdienstes gerufen.

"Wenn Kohlenstoffmonoxid in Räumen vorhanden ist, besteht für die anwesenden Personen Lebensgefahr", erklärte Feuerwehrsprecher Günter Radtke. In diesen Fällen wird die Feuerwehr alarmiert, um mit Atemschutzgeräten die betroffenen Räume betreten zu können. Die Feuerwehr Adorf besitzt auch ein Gerät zur Messung dieser Atemgifte.

Bei dem Eintreffen wurde laut Radtke durch eine Querlüftung der Räume schnell Abhilfe geschaffen. Die Brandschützer führten weitere Messungen durch. "Der Auslöser für den Einsatz war vermutlich ein technischer Defekt an einem Kaminofen", sagte der Feuerwehrsprecher.

Ein sechsjähriges Kind wurde vom Rettungsdienst in die Kinderklinik nach Paderborn gebracht. Dort wurden nach Angaben der Korbacher Polizei auch erhöhte CO-Werte bei der zwölf Jahre alten Schwester und der 33-jährigen Mutter festgestellt. Am Sonntagnachmittag wurden daher die beiden Schwestern und deren Mutter mit zwei rettungshubschraubern nach Halle (Saale) in eine Spezialklinik geflogen. "Über den Zustand der betroffenen Personen ist nichts Näheres bekannt", sagte Radtke. Laut Polizei bestehen in der dortigen Uniklinik wegen einer speziellen Druckkammer die entsprechenden Behandlungsmöglichkeiten.

Bezirksschornsteinfeger Dirk Grebe war ebenfalls an der Einsatzstelle. Die Polizei Korbach nahm die Ermittlungen auf. Die Feuerwehr war mit vier Fahrzeugen und 32 Einsatzkräften an der Einsatzstelle. Einsatzleiter war der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Torsten Behle.

Empfehlung:
Im jeden Haus, in dem ein Kamin oder Ofen mit offenem Feuer zum Heizen betrieben wird, sollte zur eigenen Sicherheit ein Kohlenmonoxid-Warnmelder vorhanden sein. Dieses Atemgift ist geruch- und geschmacklos und wird von Menschen daher nicht wahrgenommen. Weiterhin muss eine gute Belüftung der Räume gewährleistet sein. In höheren Konzentrationen tritt nach kurzer Bewusstlosigkeit ein. Vor dem Aufstellen einer Feuerstätte sollte unbedingt der Rat eines Schornsteinfegers eingeholt werden.

Zuletzt geändert am Montag, den 06. Januar 2014 um 09:29 Uhr