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Sauen im Revier

Donnerstag, den 08. September 2011 um 17:00 Uhr

STORMBRUCH .   Nun hat sich der Sommer verabschiedet und es wird langsam herbstlich am Diemelsee.

Das Getreide  der Bauern ist  geerntet und die Nil und Kanadagänse laben sich an den Resten der Frucht auf den Feldern.

Die Buchen und Eichen werfen bereits seit einigen Tagen ihre Mast ab und in mir werden alte Erinnerungen geweckt. Vor zwei Jahren hatten wir einen  ebenso reich gedeckten Tisch durch die Bucheckern  und  Eicheln, so dass die Sauen sich aus den Fichtendickungen in NRW in die Eschenseite verabschiedeten. Hier fanden sie tonnenweise Futter, teils lagen die Eicheln auf dem Waldboden 2 cm hoch. Wer hatte da schon an´s Kirren gedacht ? Wohl niemand. Heute ist es wieder so und ich beschließe in den Morgenstunden des 07.09.2011 auf Sauen zu jagen.

Natürlich regnet es in strömen als ich mich um 04:00 Uhr aus dem Bett quäle. So richtig Lust habe ich bei diesem Wetter nicht. Aber, gesagt, getan, einen Kaffee aufgebrüht, Zähne geputzt und den Waffenschrank aufgeschlossen. Die Hunde stehen schon Gewehr bei Fuss und als ich meine Mauser 03 aus dem Schrank hole, wissen die beiden, was die Stunde geschlagen hat. Voller Erwartung springen sie in den Geländewagen, die Waffe verstaut, die Muntion  in der Tasche , den Lodenmantel übergeworfen und schon sind wir in der Dunkelheit bei starkem Wind auf dem Weg in´s Revier. Bis zur Jagdhütte sind es etwa 10 Minuten.

Dort angekommen lade ich die Waffe, nehme meine Hunde und setzte mich auf einen Holzstapel und warte bis es heller wird. Ich prüfe den Wind und bin mir sicher, dass ich bei diesem Wechselwind kein Jagdglück  haben werde. Die Vögel beginnen ihr Morgenlied und so mache ich mich auf den Pirschgang durchs Revier um zur Hohen Leiter zu gelangen.

Die Wege liegen voller Eicheln  und man kann deutlich erkennen, dass hier die Sauen in den letzten Tagen ordentlich Mast aufgenommen haben. Eine Fuchsfähe kreuzt meinen Weg und verschwindet in den Buchenrauschen. 50 Meter vor mir hat Förster Schwalm in diesem Frühjahr einige Buchen schlagen lassen. Dort werde ich mich positionieren und einen Halt einlegen. Die Hunde sind eingespielt und wissen sofort, dass sie sich ablegen müssen. Hier muss ich nichts mehr sagen. 10 Minuten werden zur Ewigkeit und ich setze meinen Weg fort.

Die Uhr zeigt mittlerweile 6:30 an,  ich muss mich beeilen um die Leiter  an dem Eichenwäldchen zu erreichen. Nur die alte Hündin bockt , bleibt stehen und will nicht weiter. Sie windet in Richtung Hütte und signalisiert mir dass dort Wild steht. Aber da kommen wir doch gerade her denke ich mir und da sehe ich, dass einige Überläufer 4 oder 5 Stück den Weg überqueren . Diese Saubande hat mich doch tatsächlich in´s Leere laufen lassen.

Nun werde ich lebendig. Die Schwarzkittel müssen durch einen Schlauch an der Waldkante um in den Einstand zu gelangen.  Die Hunde lasse ich ablegen. Dazu den Lodenmantel und das Glas .Die Hunde  müssen warten. Mit meinen 50 Lenzen und der Waffe geht´s im Laufschritt paralel zur Waldkante  . Ausser Athem gelange ich an den Waldsaum und werfe mich in das nasse Gras. Wenn die Bande in den Einstand wechseln will, muss sie in ca. 50 Metern an mit vorbei. Der Wind steht ungünstig und ich weiss, das dass trotzdem mein Vorteil sein wird. Nun heisst es warten.

Und sie kommen... Mein Puls hat sich in den 3 Minuten beruhigt. Die Mauser angebackt,  den Sicherungshebel umgelegt und das Leuchtabsehen eingeschaltet. Nun schiebt sich die erste Sau in meine Richtung, die Grösse passt, ca. 35 Kg. und.....bleibt abrupt stehen, sie hat Wind bekommen. Das ist meine Zeit. Der Leuchtpunkt steht auf der zweiten Sau und im Abdrücken erkenne ich, dass sie zeichnet. Die restlichen 4 Sauen sind von der Bildfläche verschwunden. Die Bühne ist leer.

Immer das gleiche Prozedere, die gleichen Gedanken, das gleiche Zittern in den Gliedern. Hat der Schuss tödlich gesessen ? Wo ist der Schweiss ? Verdammtes Jagdfieber... Ich suche nach Schweiss in dem Laub, finde aber nicht das geringste Tröpfchen. Verdammt, ich hab doch gesehen, das die Sau fiel. Weit und breit nicht`s  zu sehen. Macht nicht `s, der Tag ist eh versaut, zur Arbeit kann ich jetzt nicht, muss die Sau nachsuchen.   

Nach 5 Minuten Fussmarsch komme ich bei den braven Hunden an. Der Schuss hat auch bei Ihnen einen Adrenalinschub verurschat. Auch die Zittern am ganzen Körper. Die junge Hündin in den Wagen, die Alte an den Schweissriemen gelegt, finden wir den Anschuss mit dem Schweiss  sehr rasch, heller Schweiss, das bedeutet mindestens einen Lungentreffer. Die Hündin arbeitet die Wundfährte sehr langsam aber zielorientiert, der erste Haken wird genommen, der zweite und nach ca. 100 Metern stehen wir an der toten Sau. Ich lobe meine treue Hündin und mache mich auf den Weg zum Auto. Dort wartet die kleine und ab geht es zur Sau um diese aufzubrechen und zu versorgen. Das Herz und die Leber gehört den Hunden, der Rest ist mein Eigentum.

Bericht und Fotos : Klaus Rohde

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Am Diemelsee verunglückt: Helikopter

Sonntag, den 21. August 2011 um 13:28 Uhr
HELMINGHAUSEN/HERINGHAUSEN. Nach einem Unfall am Diemelsee ist eine Kradfahrerin mit dem Kasseler Rettungshubschrauber Christoph 7 in eine Spezialklinik geflogen worden. Die 47-jährige Motorradfahrerin aus Oberhausen war am späten Samstagnachmittag in einer Motorradgruppe mit 15 weiteren…
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Betrunkener aus Diemelsee-Morast gerettet

Samstag, den 06. August 2011 um 17:33 Uhr
KOTTHAUSEN. Ein betrunkener 49-Jähriger ist im Morast des Diemelsees eingesunken. Feuerwehr und DLRG mussten ihn retten. Der Mann aus Iserlohn verbringt derzeit einen Campingurlaub mit seiner Lebensgefährtin und einigen Bekannten am Diemelsee. Am Samstagnachmittag wollte…
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Jagdtagebuch

Sonntag, den 07. August 2011 um 16:13 Uhr

STORMBRUCH Ich sitze heute auf der " Hohen Leiter "  am Diemelsee. Es hat wieder einige Liter in der Nacht geregnet und im Morgendunst erkenne ich einige Nilgänse, die  nur wenige Meter über dem Wasser dem Naturschutzgebiet entgegen fliegen.

Meine  DW Hündin Emma habe ich heute dabei.  Die letzte Woche war hart für die Hündin, da ich  ihr gerade das Apportieren  beibringe. So richtig Lust dazu hat sie nicht, aber was hilft es. Da müssen wir durch. Bei der Gänsejagd im Herbst möchte ich nicht selbst in´s doch schon kalte Wasser steigen um die Beute zu bergen wärend der Hund trockenen Fusses und hocherfreut am  Strand auf " seine " Gans wartet. Ein Gag ? Nein, das habe ich bei einer Jagd schon mal erlebt.

Die Natur erwacht durch den Vogelgesang. Iim letzten Frühling  habe ich einige Nistkästen aufgehängt und ich hoffe, das sämtliche Nistgelegenheiten ihre Mieter gefunden haben.

Der Haferschlag unter mir wird von einem  Waschbären besucht .   Der Hafer scheint ihm zu schmecken. Nach kurzer Zeit verschwindet er im Haferfeld und die Bühne ist leer. Für die Jagd auf Sauen ist es nun schon zu spät, die haben sich sicherlich irgendwo eingeschoben und ruhen sich aus. Eine Ricke mit Kitz steht auf dem Weg unter mir als wüssten sie nicht so recht was sie machen sollen. Nach kurzer Rast wechseln die beiden in den Buchenwald und sind von der Bildfläche verschwunden.

Ich nehme meine Waffe, die Hündin und den Rucksack, baume ab und trete den Heimweg an...

Red. Klaus Rohde

 

 

 

 

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Mutter und Sohn sterben bei Unfall

Donnerstag, den 21. August 2008 um 14:39 Uhr
FLECHTDORF. Eine 45 Jahre alte Frau und ihr 13 Jahre alter Sohn sind am Dienstagabend bei einem Unfall ums Leben gekommen. Insgesamt fünf weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Zwei Notärzte aus Korbach und Bad…
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