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Gemeinsam die Natur erleben

Donnerstag, den 04. August 2011 um 14:55 Uhr Verfasst von Klaus Rohde

WALDECK FRANKENBERG. Es ist Sommerferienzeit. Bei dem herrlichen Sonnenschein zieht es die Kinder nach draußen.
Dort gibt es auch abseits des Nationalpark Kellerwald-Edersee und den heimischen
Naturschätzen wie Twiste-, Diemel- und Edersee einiges zu entdecken. Maik Sommerhage vom
NABU Waldeck-Frankenberg gibt Tipps für Spiele und Aktionen, mit denen die ganze Familie jede Menge Spaß haben kann!


Machen Sie eine Nachtwanderung
Nach Sonnenuntergang werden die Tiere wach, die tagsüber geruht haben. Auf einer
Nachtwanderung – Taschenlampe aus! – begegnen Sie nicht nur den Nachttieren, sondern nehmen die Umgebung mit den Augen und Ohren eines Nachttieres wahr. Sie müssen dazu nicht in einen Wald, denn auch in den Siedlungen und dem umgebenden Kulturland ist die Nacht voller Leben:
Nun sind Igel, Steinmarder, Siebenschläfer, Rotfüchse, Fledermäuse, Waldkäuze und Schleiereulen,Glühwürmchen und Nachtfalter unterwegs.
Rückenschwimmer im Eimer
Wie bitte? Endlich Wochenende undden Kindern ist langweilig – das gibt es nicht! Jeder schnappt sich einen Kescher (ein altes Küchensieb tut’s auch) sowie Eimer und ab zum
nächsten Gewässer. Unter der ruhigen Wasseroberfläche tummeln sich nämlich unzählige Tiere, die vorsichtig mit dem Kescher gefangen werden können. Zum genauen Beobachten (Namen der Tiere mithilfe eines Naturführers  herausfinden) dürfen Wasserläufer, Rückenschwimmer oder Wasserschnecken ein paar Runden im Wassergefüllten Eimer drehen, dann heißt es für sie: zurück in die Heimat.

Schnell geschaut und fix gemerkt
Wahrnehmungs-Übung, Gedächtnis-Training und Bestimmungs-Kurs zugleich ist das altbekannte
Karten-Such-und-Lege-Spiel. Es funktioniert in Garten, Wald und Feld - mit Blüten, Früchten oder anderen Fundstücken aus der Natur. Für die Jüngsten bietet sich beispielsweise ein einfaches Suchspiel an. Dabei nehmen Sie Blätter oder Blüten, die sehr unterschiedlich aussehen (z. B. von Kastanie, Birke oder Linde). Dabei werden einheimische Gewächse spielerisch erlernt.

Schmetterlinge im Frankenberger Land – Schwalbenschwanz und Kaisermantel

Donnerstag, den 04. August 2011 um 14:22 Uhr Verfasst von Klaus Rohde

FRANKENBERG. Trotz warmem Frühjahr ist der Juli bisher noch kein Schmetterlingssommer. Naturbeobachter entdeckten vor wenigen Tagen den seltenen Schwalbenschwanz. Auch Kaisermantel, Tagpfauenauge, Schachbrett, Brauner Waldvogel und viele Kleine Füchse sind derzeit unterwegs.

Der NABU-Insektenfachmann Bernd Hannover wartet noch auf das Auftreten vieler Tagschmetterlinge. Er hat in Waldeck-Frankenberg bisher 1800 Falterarten registriert, genau 100 davon gehören zu den Tagfaltern. Nach dem sonnigen und warmen Frühjahr rechnete Hannover mit einem artenreichen Schmetterlingsjahr. Doch bisher ist die Zahl der umher fliegenden Schmetterlinge noch relativ gering.


Der Friedrichshäuser Wilhelm Depner meldete bereits Anfang Juni sechs Taubenschwänzchen an Blumen. Die Wanderfalter fliegen nur in warmen Sommern über die Alpen nach Mitteleuropa. Besonders zahlreich tritt in diesem Jahr der kleine Fuchs auf. Er ist in vielen Gärten unterwegs und legt seine Eier besonders gern an Brennnesseln ab, die später den Raupen als Futterpflanzen dienen. Der Naturschutzverband NABU rät daher, in jedem Garten auch Wildpflanzen einen Platz einzuräumen und die Vielfalt zu erhöhen. Der Kleine Fuchs überwintert als Falter häufig in Häusern und fliegt in zwei bis drei Generationen. Derzeit ist die zweite Generation des Sommers 2011 unterwegs.


Zahlreich sind auch die schwarz-weißen Schachbrettfalter unterwegs. Sie ernähren sich vom Nektar der Flockenblumen und sind häufig auf Trockenrasen- und Heideflächen zu beobachten. Besonders häufig entdeckte Hannover in diesem Jahr auch das Große Ochsenauge und den Braunen Waldvogel. Typische Waldbewohner sind die orangen Perlmutterfalter. Der Größte und Bekannteste ist der Kaisermantel. Er saugt seinen Nektar gern an Brombeerblüten, Flockenblumen und Distelblüten. Seine Eier legt er immer an Baumstämmen in der Nähe der Raupen-Futterpflanzen ab: Veilchen und Mädesüß.


Eher spärlich zeigen sich bisher die häufigen Garten-Schmetterlingsarten Admiral und Tagpfauenauge. Fachleute rechnen mit verstärktem Auftreten, wenn der Sommerflieder seine Blüten voll entfaltet hat. Besondere Beobachtungen in diesem Jahr waren Schillerfalter von Otto Schöneweis in Braunau und Uwe Liehr im Nationalpark


Eine Seltenheit stellt der prächtige Schwalbenschwanz dar. Der schwarz-gelbe Falter mit der blauen Binde und den roten Augenflecken erreichte Flügelspannweiten bis zu acht Zentimeter. Namensgeber sind die beiden schwarzen Zacken an den Hinterflügeln. Besonders prächtig sind auch die grünen Raupen mit ihren kontrastreichen schwarzen Streifen und orangen Punkten. Sie ernähren sich von Möhren, Dill und Fenchel.


Bernd und Ingrid Schock entdeckten ihn Ende Juni in Kleinern. Willi Depner beobachtete Schwalbenschwänze in Wollmar und Laisa. Herbert Niem war in Reinhardshausen erfolgreich. Ein weiterer Schwalbenschwanz legte an den Weißen Bergen bei Frankenberg seine Eier ab.
Der NABU ruft alle Naturbeobachter auf, ihre Schmetterlingsdaten über die Homepage www.nabu-waldeck-frankenberg.de unter der Rubrik Beobachtungen zu melden.
Die NABU-Gruppe und Naturschutzjugend Frankenberg lädt am Sonntag, 31. Juli zu einer Schmetterlingsexkursion mit dem NABU-Fachreferenten Bernd Hannover ein. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr der Parkplatz an der Ederberglandhalle. Ziele sind der Rodenbacher Steinbruch und der Wermesdorfer Grund. Alle Naturinteressierten sind willkommen.

Ein Wachteljahr in Waldeck-Frankenberg

Donnerstag, den 04. August 2011 um 14:18 Uhr Verfasst von Klaus Rohde

WALDECK-FRANKENBERG. So häufig wie noch nie zuvor hörten Vogelkundler in diesem Jahr den „Wachtelschlag“. Kreisweit wurden bisher 215 rufende Wachtelmännchen festgestellt. Der NABU ruft alle Naturbeobachter auf, beim abendlichen Spaziergang in der Feldflur auf das typische „Pick-per-wick“ zu hören.

Wachtel, Wachteln, Wachteln …  beim NABU gingen in den vergangenen Wochen viele Meldungen ein. Während der bisherige Rekord im Landkreis bei 110 Revierhinweisen im Jahr 2009 lag, wurde in der vergangenen Woche das 200. rufende  Männchen entdeckt. Die meisten Vögel meldete Erika Höhle aus Mehlen: 19 rufende Männchen in der Gemarkung Böhne, 18 bei Buhlen, 15 bei Geismar und 13 bei Hundsdorf. Aus allen Teilen des Kreisgebietes gingen schon Meldungen ein. Die meisten Wachteln hielten sich in Gersten- und Weizenfeldern auf. Auch Raps- und Haferflächen sowie Wiesen gehören zum Lebensraum. Maisäcker werden dagegen kaum besiedelt. 


Scheu, verborgen und zudem gut getarnt leben die kleinen Hühnervögel meist am Boden. Dort scharrt das Weibchen eine Erdmulde, polstert sie mit Gras oder Laub aus und lebt ab Mai bis zu einem Dutzend Eier. Schon bald nach dem Schlüpfen verlassen die Küken das Nest und sind mit den Eltern unterwegs. Sie ernähren sich von Gras- und Wildkräutersamen, aber auch von Insekten, Spinnen und grünen Pflanzenteilen.


In diesem Jahr finden sie vermutlich ideale Lebensbedingungen in der Landschaft. Begünstigt durch die Trockenheit im Frühjahr fanden die Zugvögel gut Brutbedingungen. Lichte Getreidebestände und der magere Aufwuchs auf Wiesen und Weiden kamen den Wachteln sicher zugute, vermuten die Ornithologen. Während die Ernte der Wintergerste vielerorts schon abgeschlossen ist, sind die Rufe jetzt in Roggen- oder Weizenfeldern zu hören. Bis Anfang August lohnt sich laut NABU also ein abendlicher Spaziergang durch die Feldgemarkung. „Ohren auf, wo erklingt das Pick-wer-wick ?“, ruft der NABU auf. Weitere Reviere können per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. gemeldet werden. Auch ein Eintrag in der Beobachtungsdatenbank auf der Homepage des NABU-Kreisverbandes www.nabu-waldeck-frankenberg.de ist möglich. Laut Wolfgang Lübcke vom NABU Edertal hängt die Rufaktivität von der Witterung ab. Sie häuft sich nach Regenfällen, auch bei niedrigen Temperaturen. Gewitterschwüle scheint die Aktivität noch anzuregen.


Im Rahmen einer landesweiten Kartierung für den Brutvogelatlas für Hessen wurde der Bestand auf 1000 bis 3000 Paare geschätzt. Starke Bestandsschwankungen sind schon aus der Vergangenheit bekannt. Hessen besitzt für die Verbreitung der Wachtel eine besondere Verantwortung. Sie ist von der Entwicklung der Agrarlandschaft abhängig. Der NABU befürchtet durch die Zunahme des Maisanbaus den Rückgang von Feldlerche, Rebhuhn oder Wachtel. Neben dem Lebensraumverlust im Brutgebiet gehört die Bejagung in den Winterquartieren Südeuropas und Nordafrikas zu den Hauptgefährdungsfaktoren. Die kleinen Hühnchen gehören dort zu den Delikatessen. In Deutschland werden sie häufig auch als Käfig- und Volierenvögel gehalten.

NABU-Familie wächst im Juli um 500 Mitglieder

Donnerstag, den 04. August 2011 um 13:54 Uhr Verfasst von Klaus Rohde

Waldeck-Frankenberg. Seit Anfang Juli findet in Waldeck-Frankenberg für rund 8
Wochen eine große Werbeaktion des NABU statt (wir berichteten), bei der Projekte des
Naturschutzbundes Deutschland vorgestellt und Mitglieder gewonnen werden sollen. Nach rund
vier Wochen Werbung wurde mit der Mengeringhäuser Familie Föll am 30. Juli das 500. NABUMitglied ausgezeichnet.


Der NABU Waldeck-Frankenberg setzt sich seit mehreren Jahrzehnten für Naturschätze wie Kellerwald, die Ederauen oder aber den Twisteseevorstau ein. Gewässerrenaturierung und Hochwasserschutz, Lebensräume für den Laubfrosch oder Umweltbildung und Naturerleben – die Projekte des NABU auf Kreisebene helfen Wertvolles zu bewahren und zeigen exemplarisch wie Konzepte in die Praxis umgesetzt werden können.


„Der NABU ist ein Mitgliederverband, der sich flächendeckend für die Belange des Naturschutzes einsetzt. Der NABU kann zugleich trotz guter und fachlich fundierter Argumente nur dann viele Ziele erreichen, wenn er z. B. gegenüber Politik und Naturschutzverwaltung mit möglichst großem Gewicht auftritt. Und das sei nur mit vielen Mitgliedern möglich“, erläutert Maik Sommerhage, der die NABU-Werbeaktion koordiniert, und fügt hinzu: „Wir freuen uns über jedes neue Mitglied in unserer Gemeinschaft, gerade wenn es sich um eine so sympathische Familie wie die Fölls handelt, und sind stolz darauf, dass mit den neu gewonnenen Mitgliedern aus dem Juli nun über 2.500 Menschen dem NABU im Landkreis angehören, sei es nun unterstützend oder gar aktiv.“


Familie Föll bedankt sich: „Über die Ehrung als 500. NABU-Mitglied freuen wir uns sehr, zumal wir in vielen gemeinsamen Spaziergängen die schöne Natur genießen und uns wünschen, dass unsere Heimat erhalten bleibt, auch im Hinblick auf unsere Kinder.“


„In den kommenden Wochen werden Studenten im Rahmen ihrer Semesterferien insbesondere im südlichen Kreisgebiet von Waldeck-Frankenberg um Unterstützer und Mitglieder werben. Die Werbeaktion wird nach dem Auftakt Anfang Juli im nördlichen Kreisgebiet bis Ende August fortgesetzt. Die Studenten besitzen einen NABU-Ausweis und sind anhand von NABU-T-Shirts zu erkennen. Die zuständigen Behörden im Kreisgebiet sind informiert und es werden keine Spenden angenommen oder Bargeldgeschäfte getätigt“, erläutert Heinz-Günther Schneider, Kreisvorsitzender des NABU Waldeck-Frankenberg.

Service: Für Fragen zur Werbeaktion steht Ihnen Maik Sommerhage aus Bad Arolsen unter Tel.
0171 - 1583425 bzw. per Email unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. zur Verfügung. Weitere
Informationen erhalten Sie zudem im Internet unter www.NABU-Waldeck-Frankenberg.de.

Nagelneues Fahrrad für Bernd Westmeier

Montag, den 01. August 2011 um 15:32 Uhr Verfasst von Dennis Schmidt

KORBACH. Der Hauptgewinn des 112-Gewinnspiels hat seinen Besitzer gefunden: Bernd Westmeier nahm ihn am Montag entgegen. Das Fahrrad wollten mehr als 700 Leser des 112-magazins gewinnen; Bernd Westmeier hatte am Ende die Nase vorn. "Das ist das erste Mal, dass ich bei einem Gewinnspiel Glück hatte", erzählt er und freut sich. Die letzte Fahrradtour ist 30 Jahre her. Für den stolzen Gewinner die passende Gelegenheit, wieder anzufangen mit der Bewegung auf dem Geländerad.

"Ich schaue regelmäßig beim 112-magazin.de vorbei und informiere mich hier", berichtete der Hemfurther bei der Preisübergabe. "Als ich von dem Gewinnspiel erfahren habe, dachte ich mir: 'Da nehme ich mal teil.'"

Robert Kettschau stellte das Fahrrad am Montagmorgen in den Verkaufsräumen von "Pedalo" mit all seinen Besonderheiten vor. Nachdem Beleuchtung und Schutzbleche an das Zweirad angebracht waren, machte sich Bernd Westmeier auf den Heimweg. Die erste Fahrt ging allerdings im Van vonstatten, denn 30 Kilometer bei der ersten Tour - das schien dann doch etwas zu viel.

Die Redaktion von 112-magazin.de wünscht Bernd Westmeier allzeit gute Fahrt - rund um den Edersee und auf weiteren Touren.

Dogge fühlt sich wieder pudelwohl

Samstag, den 21. Mai 2011 um 10:54 Uhr Verfasst von Dennis Schmidt

TWISTE. Der Schreck über den körperlichen Schock ihrer Dogge saß tief bei Heike Störmer. Inzwischen geht es Hatari wieder gut. "Vielen Dank. Ich war so froh, dass Hilfe kam." Die Twisterin strahlt über beide Ohren, als sie eine Woche nach der Rettung ihres Haustieres den Bad Arolser Feuerwehrstützpunkt besucht. Sohnemann Christian und die vier Monate alte Dogge Hatari sind nicht minder dankbar. "Kein Problem, das ist doch unser Job", wiegelt Michael Seebold lächelnd ab. Der stellvertretende Arolser Stadtbrandinspektor hatte am 10. Mai die Dogge vor dem Erstickungstod gerettet.

Bei einem Spaziergang war das Tier im Twister Feld zusammengeklappt, weil es einen allergischen Schock erlitten hatte. Gemeinsam mit seinem Feuerwehrkollegen Harald Butterweck, der stellvertretender Wehrführer in der Residenzstadt ist, hatte er das 26 Kilo schwere Tier zum Arzt nach Arolsen gebracht (wir berichteten, hier klicken). Die beiden hatten über Funk von dem ungewöhnlichen Notruf erfahren und waren gerade zufällig in der Nähe. "Als wir ankamen, war Hatari wirklich in einem kritischen Zustand", erinnert sich der Retter - der von Beruf Rettungsassistent ist und somit weiß, wovon er spricht.

 

Dogge hatte Wasser in der Lunge

Auf einer Decke bugsierten Seebold und Butterweck die deutsche Dogge in den "Transporter". Wegen des allergischen Schocks hatte sich Wasser in der Lunge von Hatari gesammelt. "Plötzlich hat sie gewürgt. Allein habe ich meinen Hund nicht mehr bewegt bekommen, sie hatte keinerlei Kraft mehr", erinnert sich die 25-Jährige während des Dank-Besuches, den 112-magazin.de vermittelt hatte.

"Wir sind kurz nach dem Unfall nach Kassel gefahren, um sein Herz untersuchen zu lassen. Es hat sich aber gezeigt, dass keine weiteren Schäden aufgetreten sind", erzählt die Hundebesitzerin.

Ungewiss bleibt bis auf weiteres, was den Schock ausgelöst hat. Trotzdem gehen Hatari und ihr Frauchen wieder "ihre Runde" - allerdings mit einem mulmigen Gefühl im Bauch, gibt die Twisterin zu. Lob gibt es von Feuerwehrmann Seebold für die schnelle Reaktion. "Ohne Medikamente kann man wenig machen." Kritische Stimmen, die den Einsatz für unnötig halten, kann er nicht verstehen. "Jeder wird von uns gerettet, dafür sind wir schließlich da."

Vier Zentimeter, die glücklich machen

Samstag, den 18. Juni 2011 um 10:51 Uhr Verfasst von Dennis Schmidt

WALDECK-FRANKENBERG. Kleiner und schmaler sind die neuen Kennzeichen für Motorradfahrer, die seit April verfügbar sind. Zu Beginn der neuen Motorradsaison hat der Bundesrat neue Kennzeichen für die beliebten Zweiräder erlaubt. Kleinere Schrift und eine andere Anordnung der Siegel lassen ihre Breite auf 18 Zentimeter schrumpfen. Anfang April 2011 trat die neue Zulassungsverordnung in Kraft.

Bisher hält sich der Andrang der Zweiradfans bei den fünf Zulassungsstellen im Landkreis aber in Grenzen. "Wir haben im Moment nur wenig mehr Aufwand", erklärt der Korbacher Sachbearbeiter Uwe Blaschke. Von den 10.352 Krafträdern im Landkreis, wie die einspurigen Vehikel offiziell heißen, sind nur wenige "umgerüstet" worden. Die Kosten für das Umtauschen der Nummernschilder betragen 4,10 Euro Verwaltungsaufwand - plus die Ausgaben für die neuen Schilder.

Wer nun hofft, beim Ummelden eines weit verbreiteten Motorrades einige Zahlen oder Buchstaben einsparen zu können, wird enttäuscht. Nach wie vor bestehen die Kennzeichen aus vier Ziffern. Die Größe der Nummernschilder und die Anordnung der Zeichen hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder geändert.

Die als "Kuchenbleche" verschrieenen Kennzeichen mit 25 Zentimetern Breite konkurrierten im Landkreis schon lange mit den drei Zentimeter schmaleren Varianten. Bis die neue Verordnung in Kraft treten konnte, waren einige Hürden zu nehmen. So führte das zuständige Bundesamt Tests durch, ob die kleineren Ziffern und Buchstaben auch bei 200 km/h lesbar sind. Das waren sie, ganz zur Freude der Motorradfahrer.

Das rollende Bürgerbüro

Samstag, den 11. Juni 2011 um 10:47 Uhr Verfasst von Dennis Schmidt

KORBACH. Siegel drauf, Weg frei: Kaiebe Jebsen ist zufrieden. Die Feuerwehrzufahrten an den Beruflichen Schulen in Korbach zeigen sich in Bestform. Kein gehetzter Schüler hat sein Auto auf der Zufahrt in Richtung Lehrrestaurant abgestellt. Das könnte im Notfall, auf den niemand hofft, fatale Folgen haben. Doch der 27-Jährige kann heute ohne gezückten Block des Weges gehen. Die Schilder "Feuerwehrzufahrt", die nur mit amtlichem Siegel Geltung haben, wie er erklärt, lässt er hinter sich. 


Geheimrezept: Freundliches Lächeln
Der Korbacher ist seit März Mitarbeiter in der Korbacher Stadtwache. In der Unterabteilung des Ordnungsamtes hat Jebsen vier weitere Kollegen. Direkt um die Ecke sitzt Carolin Knipschild. Die 20-Jährige hat in der Rathausverwaltung ihre Ausbildung abgeschlossen. Nun sorgt sie zusammen mit Kaiebe Jebsen für Ordnung in Korbach. Jebsen erledigt seine Aufgaben mit einem freundlichen Lächeln, das auch einen wütenden Falschparker in einen reuigen Sünder verwandeln kann.

Denn der auffälligste und womöglich auch emotionalste Teil ihrer Arbeit sind die "Knöllchen" für Falschparker, doch es ist nicht der größte Teil. Verkehrsregelung bei Festen oder Baustellen, fliegende Händler in der Fußgängerzone oder Kontrollen rund um Schulen oder Krankenhaus - all das fällt in den Aufgabenbereich der Stadtwächter.

Seitdem vor zwei Jahren im Kommunalen Serviceverbund Eisenberg ein Ordnungsbezirk gegründet wurde, übernehmen die Korbacher Aufgaben aus den übrigen Mitgliedskommunen. Unter anderem Kontrollen von Gefahrgut oder Geschwindigkeit. So konnte die Mitarbeiterzahl in den vergangenen Jahren trotz aller Sparbemühungen stabil gehalten werden.


Offizielle Bezeichnung: "Ordnungspolizeibeamte"

Die Mitarbeiter der Stadtwache werden offiziell als "Ordnungspolizeibeamte" bezeichnet, seit das Land Hessen 2004 das Gesetz änderte. Weil immer mehr Aufgaben auf die Mitarbeiter zukamen, schien der bis dato üblich Begriff „Hilfspolizist“ nicht mehr zeitgemäß. Vor sieben Jahren hat die Wache ihr Domizil direkt neben dem Rathaus bezogen. Mit der Polizei gibt es immer wieder eine enge Zusammenarbeit.

"Ich mag es, dass ich draußen mein eigener Herr bin. Klar halte ich mich an die Gesetze und Vorgaben. Aber ich habe auch einige Freiheiten", erzählt Jebsen von seiner Begeisterung für seinen neuen Job. Vorher hatte er als städtischer Gärtner gearbeitet. Nachdem er von der frei gewordenen Stelle als "Ordnungspolizeibeamter" gehört und sich informiert hatte, war er Feuer und Flamme.


Offenes Ohr für die Bürger

Für die Nöte und Ängste der Einwohner der Kreisstadt und ihrer Ortsteile ein offenen Ohr zu haben - das war damals wie heute das erklärte Ziel der neuen Einrichtung. Und tatsächlich scheint das Vorhaben zu gelingen. "Wir sind das Bürgerbüro auf der Straße", meint Carolin Knipschild. Das ist ganz nach dem Willen des Ordnungsamts-Chefs: "Wir verstehen uns nicht so sehr als Kontrolleure, sondern als Dienstleiter", gibt Carsten Vahland die gültige Parole aus. Das Wort "Hilfssheriff" mag er gar nicht hören.

Ärger über Falschparker oder Alkoholkonsum im Stadtpark beschäftigen die Stadtwächter ebenso wie ein undurchschaubarer Busfahrplan. "Mich bat vor kurzem eine ältere Dame, ihr bei der Suche nach der richtigen Buslinie zu helfen. Das habe ich natürlich gemacht", sagt Kaiebe Jebsen, grinst und setzt seine Runde fort.

Baby schneller als der Hubschrauber

Samstag, den 06. Februar 2010 um 10:24 Uhr Verfasst von Sascha Pfannstiel

BASDORF. Eine Schwangere hat noch vor Eintreffen von Rettungswagen und Hubschrauber zu Hause ihr Baby zur Welt gebracht. "Ich dachte nur, 'nicht zu Hause, nicht zu Hause, nicht zu Hause'", sagt die junge Mutter, die 21-jährige Heidi Henkler aus Basdorf. Doch ihr Sohn Jamie Michael habe sich offenbar nicht mehr gedulden können. Am Dienstagmorgen, dem errechneten Geburtstermin ihres Babys, sei ihr schlecht geworden und sie habe sich übergeben müssen. Dabei sei die Fruchtblase geplatzt - und der junge Mann bahnte sich mit Eile den Weg ins Leben. "Wenig später guckte schon das Köpfchen ein Stück hervor", sagt die glückliche Mutter.

Zu Hause in Basdorf sei sie zu diesem Zeitpunkt mit ihrer Mutter Brigitte Henkler allein gewesen, an eine Fahrt ins Krankenhaus oder zum Arzt war nicht mehr zu denken. "Wir haben einen Krankenwagen gerufen", erzählt die 21-Jährige - doch Jamie Michael war schneller als die Rettungskräfte.

"Nicht alltäglicher und erfreulicher Einsatz"
Die Leitstelle schickte ein Fahrzeug, das auf der Anfahrt ausgerechnet im Schnee stecken blieb. Als der zusätzlich alarmierte Kasseler Rettungshubschrauber Christoph 7 mit den ersten Helfern nach gut zwölf Minuten in Basdorf landete, war der gesunde Säugling schon auf der Welt. "Der fidele Junge lag geborgen im Arm seiner Mutter und machte mit kräftiger Stimme auf sich aufmerksam", sagte Hubschrauber-Notarzt Peter Stahl gegenüber 112-magazin.de. Es sei ein nicht alltäglicher und zugleich äußerst erfreulicher Einsatz gewesen. "Für uns ist es wunderschön, auch so etwas mal zu erleben", gesteht der Mediziner - selbst Vater zweier Söhne.

Die Retter aus der Luft machten das erste Erinnerungsfoto und halfen Heidi Henkler dabei, ihr Kind zu wickeln und für den Transport ins Korbacher Krankenhaus vorzubereiten. Notarzt und Rettungsassistenten fuhren mit dem später eingetroffenen Ersatz-Rettungswagen Mutter und Baby in die Hessenklinik, wo sich die beide in dieser Woche von den Strapazen der Sturzgeburt erholten. Für Aufsehen sorgte der Fall bei anderen Klinikpatienten, weil der orangefarbene Rettungshubschrauber im Schneegestöber am Krankenhaus niederging - schließlich musste der Pilot der Bundespolizei "sein" Rettungsteam dort wieder abholen.

Dank an Mutter und Retter
Auch auf der Station "Rehbach" im Krankenhaus hat sich die Nachricht von der ungewöhnlichen Hausgeburt schnell herumgesprochen. "Für eine Erstgebärende hat Frau Henkler das ausgezeichnet hinbekommen", lobt Notarzt Peter Stahl. Heidi Henkler ist froh, dass dank der Hilfe ihrer Mutter alles gut geklappt hat. Ihr Dank richtet sich aber auch an die Retter aus der Luft und vom Rettungswagen. "Alle haben sich meinetwegen auf den Weg gemacht und mir helfen wollen", sagt die 21-Jährige voller Wertschätzung.

Dass der kleine Jamie Michael so energisch ins Leben stürmte, verblüffte nicht nur die Geschwister, Eltern und Großeltern Heidi Henklers, sondern auch Kindsvater Benni Strauch. "Er ist froh und erstaunt", sagt die 21-Jährige.

Zum Wochenende nach Hause entlassen
Kurz vor und während der Geburt "hatte ich keine Angst", erzählt Heidi Henkler im Rückblick. Im Krankenhaus dann, als Jamie Michael vermessen und gewogen (51 Zentimeter, 3050 Gramm), untersucht und angezogen war, "da habe ich erstmal losgeheult" - voller Erleichterung, dass sie und ihr Sohn die ungewollte Hausgeburt so gut überstanden haben. "Er ist kerngesund", sagt die Basdorferin voller Freude. Schon am Samstag sollen sie und ihr Baby entlassen werden.

Basdorfer Helikopterbaby kerngesund

Montag, den 14. Februar 2011 um 09:43 Uhr Verfasst von Sascha Pfannstiel

BASDORF. Vor Eintreffen der Retter gebar Heidi Henkler im Jahr 2010 zu Hause ein Baby. Wir fragten, wie es beiden geht. Mutter Heidi und Sohn Jamie Michael sind wohlauf, Anfang Februar feierte die Basdorfer Familie den ersten Geburtstag des Jungen, der am 2.2.2010 sogar schneller auf die Welt drang, als der Kasseler Rettungshubschrauber Christoph 7 fliegen konnte.

Zur Erinnerung: Tiefster Winter herrschte damals, als am errechneten Geburtstermin morgens im Bad die Fruchtblase der heute 22-jährigen Mutter platzte. Als wenig später bereits der Kopf des Babys zu sehen war, rief Mutter und Großmutter Brigitte Henkler einen Rettungswagen - doch der blieb bei Marienhagen in einer Schneewehe stecken. Die Leitstelle forderte den Rettungshubschrauber Christoph 7 an. Doch noch bevor das Team um Notarzt Peter Stahl in Basdorf eintraf, hielt Heidi Henkler ihr Baby im Arm.

Alles in allem dauerte die Hausgeburt nur rund 40 Minuten, erinnert sich "Hebamme" Brigitte Henkler. Nachdem sich Heidi Henkler vom Bad ins Schlafzimmer geschleppt hatte, folgten im Bett gerade mal zwei Wehen - und schon war Jamie da. "Uns blieb doch nichts anderes übrig, als Jamie allein zur Welt zu bringen", sagt die patente Großmutter. Sie wärmte damals im Ofen Handtücher, wickelte ihren Enkelsohn darin ein und legte das kleine Bündel auf den Bauch ihrer Tochter. Lediglich das Durchtrennen der Nabelschnur überließ Brigitte Henkler dem Hubschrauber-Notarzt.

"Wie schafft man das?"
Heidi Henkler selbst bekam nach eigenem Bekunden von alledem recht wenig mit. "Ich war wie weggetreten und bin eigentlich erst im Krankenhaus wieder richtig zu mir gekommen", sagt die 22-Jährige heute. "Wie schafft man das?" - diese und viele ähnliche Fragen hätten viele andere Mütter ihr gestellt. Immer wieder sei sie seit der Niederkunft vor einem Jahr von vielen Menschen auf die Hausgeburt im Do-it-yourself-Verfahren angesprochen worden. Eine Basdorferin machte damals ein Foto vom Rettungshubschrauber, rahmte es als Geschenk für Heidi Henkler ein und schrieb "Auf dem Weg zu Jamie-Michael" darunter. Nach dem Bericht auf 112-magazin.de (hier klicken) besuchte sogar ein Fernseh-Team die mutige Mutter und ihren Sohn.

"Jamie hört gern Musik, bewegt seine Arme im Takt und lacht viel", sagt seine stolze Mutter. Sechs Zähne hat der kleine Mann bereits, vier weitere brechen derzeit durch. Und auch mit seiner Körpergröße von 74 Zentimetern liegt der einjährige Basdorfer im gesunden Durchschnitt. "Warum sollte er sich auch anders entwickeln, nur weil ich ihn zu Hause zur Welt gebracht habe?", fragt Heidi Henkler. Die Geschichte, die bei Familienfeiern wie der Taufe Ende Mai immer wieder die Runde macht, will sie ihrem Sohn später auf jeden Fall erzählen. "Es ist schon was Besonderes."

Ausbildung erfolgreich abgeschlossen
Nach der Geburt machte Heidi Henkler acht Wochen Baby-Pause, dann setzte sie ihre Ausbildung zur Verkäuferin fort. Kurz vor dem ersten Geburtstag ihres Sohnes schloss die junge Frau Ende Januar die Lehre erfolgreich ab. Nun gönnt sie sich und ihrem Kind erst einmal wieder etwas mehr Zeit. "Ich will, dass Jamie viel von mir hat", unterstreicht die Basdorferin, "und dass er gesund bleibt".

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