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Neue Wildschadenregelung

Dienstag, den 05. Februar 2013 um 18:11 Uhr Verfasst von Klaus Rohde

DIEMELSEE. Die Gemeinde Diemelsee wird im Rahmen des neuen hessischen Jagdgesetzes eine Berechnung der Verwaltungskosten bei Wild- und Jagdschäden vornehmen. Bislang war dieser Dienst kostenlos. Wie Rainer Fischer von der Gemeinde Diemelsee auf Nachfrage von 112-magazin.de  mitteilte, werden pro 15 Minuten 12,55€ berechnet. Das sind immerhin gut 50,-€ pro Stunde. Ob die Anfahrtskosten  noch dazukommen, ist bis jetzt nicht bekannt. Die amtlichen Wildschadenschätzer der Gemeinde Diemelsee, Martin Vollbracht aus Giebringhausen und Kurt Biederbick aus Sudeck sind mit der Aufgabe betraut das neue Gesetz zum 01.April 2013 umzusetzen. Die Kosten für die Wildschadenschätzung wird in Zukunft derjenige bezahlen, der den Schätzer bestellt hat, so Kurt Biederbick gegenüber 112-magazin.de.

Gerade vor dem Hintergrund, dass der Schwarzwildbestand immer mehr zunimmt, rät Kurt Biederbick zur Besonnenheit bei Jagdpächtern und Landwirten. Zumindest kann man ausschliessen, dass die Schätzer ab 01. April wegen 15,-€  Wildschaden gerufen werden, da die Kosten des Schätzens erheblich teurer sind. Miteinander statt gegeneinander sollte die Devise heißen.

Die Fotos zeigen Wiesenschäden durch Schwarzwild in der Gemarkung Rhenegge und Stormbruch im Januar und Februar 2013.

 

 

Pfannkuchenhaus wieder geöffnet

Samstag, den 02. Februar 2013 um 11:46 Uhr Verfasst von Christopher Rohde

NETZE. -PR-Text- Das Pfannkuchenhaus im ehemaligen Bahnhof in Netze meldet sich aus der Winterpause zurück und hat seit dem 1. Februar 2013 wie gewohnt geöffnet. Perry Förster und sein Team laden zu kulinarischen Köstlichkeiten mit Pfannkuchen, Salaten, sowie Cocktails und Schokoladenspezialitäten ein. Für die kleinen Gäste steht ein extra Anbebot mit kindgrechten Pfannkuchen-Portionen zur Auswahl.

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag von 09:00 Uhr bis 23:00 Uhr

Frühstück von 09:00 Uhr bis 11:00 Uhr

Pfannkuchen & Salate von 11:00 Uhr  bis 21:00 Uhr

Montags Ruhetag ( außer an Feiertagen )

Anmeldung unter der Telefonnummer : 05634 / 99 48 84

Mehr Infos unter: www.pfannkuchenhaus-netze.de

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120 Jahre Schuhhaus Vogel - Jubiläumsverkauf

Dienstag, den 29. Januar 2013 um 15:22 Uhr Verfasst von Christopher Rohde

KORBACH. - PR TEXT - Das Schuhhaus Vogel in Korbach feiert 120-Jähriges Bestehen. Feiern sie mit. Unter dem Motto: WIR  räumen raus, SIE  räumen ab, werden die Preise für hochwertige Markenschuhe extrem reduziert. Bis zu 50 % purzeln  die Preise ab dem 31. Januar 2013 in den Keller. Allerdings nur solange der Vorrat reicht. Das Team vom Schuhhaus Vogel freut sich auf ihren Besuch.

Kontaktadresse: Schuhtechnik-Fußorthopädie Vogel

                         Am Hauptbahnhof 2 - 4 a,    34497 Korbach

                         Tel.: 05631 - 3366  oder 913360

                         Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.            www.vogel-schuhe.de

Öffnungszeiten: Mo. - Fr.: 08:30 -18:00 Uhr    Sa. 09:30 -14:00 Uhr 

 

 

Stadt Korbach gewinnt Fußballturnier

Dienstag, den 29. Januar 2013 um 14:57 Uhr Verfasst von Dennis Schmidt

KORBACH. Zehn Mannschaften sind am Wochenende beim Berhördenturnier gegeneinander angetreten. Organisiert hat das sportliche Zusammentreffen in diesem Jahr die Polizei. 

Pro Mannschaft kämpften sieben bis acht Spieler aller Altersstufen um den Wanderpokal. Am treffsichersten zeigte sich die Mannschaft der Stadt Korbach, die sich im Endspiel mit 3:1 gegen die Mannschaft der Sparkasse durchsetzte.

Das siegreiche Team setzte sich aus Gerald Hartmann, Andre Heine, Timo Schönweitz, Andre Mohr, Alexander Moor, Juri Moor, Marvin Schade, Patrick Voß und Kristian Willeke zusammen. Den dritten Platz belegte die Waldecker Bank.

Uwe Kümmel, Leiter der Polizeistation Korbach, stellte die Bedeutung des Turniers heraus: Es diene "der Stärkung des Gemeinsinns, des gegenseitigen Kennenlernens und der Kommunikation zwischen den Behörden".

Die Siegerehrung nahm Hubertus Hannappel, Leiter der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg, vor. Er übergab neben dem Wanderpokal auch den Organisationsstaffelstab für das nächste Turnier an das Team der Korbacher Stadtverwaltung.

Neben den drei Erstplatzierten und der Korbacher Polizeistation nahmen folgende Mannschaften an dem Turnier teil: Amt für Bodenmanagement, Verbands-Energie-Werk, Energie-Waldeck-Frankenberg, Kasseler Bank, Finanzamt und die Kreisverwaltung.

Wildschäden und Wildunfälle nehmen zu

Dienstag, den 29. Januar 2013 um 12:03 Uhr Verfasst von Christopher Rohde

WALDECK-FRANKENBERG. Mit jedem Jahr erhöht sich in Waldeck-Frankenberg die Zahl der Wildunfälle und der Wildschäden durch Schwarzwild. Dabei wurden im vergangenen Jahr erheblich mehr Sauen erlegt als in den Jahren zuvor. Gerade die revierübergreifenden Ansitzdrückjagden haben sich als geeignetes Mittel zur Reduktion der Bestände erwiesen.

Man hat den Revierpächtern in der Vergangenheit gern den schwarzen Peter zugeschoben und behauptet, die Jäger schießen zu wenig. Das das nicht der Fall ist zeigen die nackten Zahlen:  Ca. 6000 Schwarzkittel wurden in Waldeck-Frankenberg erlegt, Hessenweit wird die Zahl von 75.000 Stück gehandelt.

Was lässt die Population so ansteigen? Milde Winter, stark tragende Buchen und Eichelmast begünstigen die Nahrungsaufnahme und damit die Populationsrate. Dazu kommt, dass der Mais und Rapsanbau immer größere Dimensionen annimmt. Zum einen ist auch hier das Futterangebot enorm, zum anderen bieten diese Felder auch Deckung. Der Jäger hat hier das Nachsehen und muss in der Regel für den ausufernden Wildschaden zahlen. Ein nicht zu unterschätzender Aspekt liegt auch in der falschen Bejagung. Schießt man die alten Stücke und die Leitbache, haben die Keiler leichtes Spiel mit der führungslosen Rotte und so werden selbst Frischlinge schon beschlagen. Dieses Spiel wiederholt sich in unregelmäßigen Abständen und führt somit zu einer exlosionsartigen Vermehrung.

Durch enorme Wildschäden und Wildunfälle werden die Jagdreviere immer schwieriger zu verpachten sein. Teilweise gehen die Jagdgenossenschaften schon so weit, dass sie Reviere mit hohem Wildschaden für wenige Euros verpachten und sich mit einer geringen Wilschadenpauschale zufrieden geben.  Die Jagdscheininhaber und die Landwirte sind also gut beraten, sich an einen Tisch zu setzen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen um eine intensive aber waidgerechte Bejagung der Wildbestände zu ermöglichen. Bei Wildunfällen verhält es sich ähnlich. Setzt der Revierpächter eine Drückjagd an und kommt es infolge dieser Jagdausübung zu einer Kollision von Wild mit einem Verkehrsteilnehmer, ist der Revierinhaber unter Umständen haftbar zu machen. Hier gibt es bereits einige Gerichtsurteile zu Lasten des Revierpächters.

Wie auch immer sich die Sache entwickelt. Es bleibt spannend.

Tausche Gänsehaut gegen Sitzheizung

Montag, den 28. Januar 2013 um 15:27 Uhr Verfasst von Christopher Rohde

DIEMELSEE-ADORF. -PR Text - Es muss nicht immer das teure Sonderzubehör sein, wenn Sie in den Genuss einer Sitzheizung kommen möchten, die aussieht wie vom Hersteller eingebaut. Wie bei einer originalen Sitzheizung werden bei einer Nachrüstung die Heizelemente für Sitz und Lehne unter dem Sitzbezug eingelegt. Weder Form noch Aussehen der Sitze werden dabei verändert. Und die Temperatur können sie individuell in zwei Stufen regeln. Ob einzeln für Fahrer oder Beifahrer oder im günstigeren Set, willkomen im Komfort der Oberklasse. Das Team von 1a Straube freut sich auf Ihren Besuch.

Mehr Infos unter: www.autohaus-straube.de

Kontakt: Olaf Straube  -  Bredelarer Straße 7,     34519 Diemelsee-Adorf

Tel.: 05633 - 91 110        Fax: 05633 - 91 111

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Wettbüro-Einbruch: 25-Jähriger in Haft

Montag, den 28. Januar 2013 um 12:19 Uhr Verfasst von Bernd Schünemann, HNA

KORBACH. Zu zehn Monaten Haft hat das Korbacher Amtsgericht einen jungen Mann aus Nordwaldeck verurteilt. Amtsrichter Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling befand den Mann für schuldig, im August 2011 in ein Korbacher Wettbüro eingebrochen zu sein. Weil der Angeklagte wegen einer anderen Tat noch unter Bewährung stand, muss er die Haftstrafe antreten, wenn sie rechtskräftig wird.

Schon Anfang Januar war wegen des Einbruchs verhandelt worden. Am Montag wurde noch ein weiterer Zeuge gehört. Zeugen für die Tat hatte es nicht gegeben. Im Gericht schwieg der 25-Jährige. Und auch Spuren gab es nicht - bis auf einen Blutstropfen, der auf die Spur des Mannes führte. Anhand der Indizien und des Blutstropfen verurteilte Kalhöfer-Köchling den Mann. Er sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte den Einbruch begangen hatte, bei dem etwa 4500 Euro Bargeld erbeutet wurden.

Insider-Wissen
Weil seine damalige Freundin in dem Wettbüro gearbeitet habe, habe er das Wissen gehabt, dass in der Nacht diese Geldmenge in der Kasse lag. Denn normalerweise brachte der Betreiber die Einnahmen regelmäßig zur Bank. Von Insider-Wissen ging der Richter aus, weil bei dem Einbruch gezielt nur nach Geld gesucht wurde. Andere Wertgegenstände wie Flachbildschirme seien nicht beachtet worden.

DNA-Untersuchung führt zu 25-Jährigem
An der mit Sicherheitsglas ausgestatteten Eingangstür hatte die Kriminalpolizei einen Blutstropfen gefunden. Den hatte laut Richter der Täter beim Einschlagen hinterlassen. Und der war dem jungen Mann zum Verhängnis geworden. Denn die DNA-Spur aus diesem Tropfen brachte die Polizei auf die Spur des Nordwaldeckers. Der war polizeibekannt, weil er eine gefährliche Körperverletzung begangen hatte. Wegen dieser Tat, die vor dem früheren Bad Arolser Amtsgericht geahndet worden war, stand der Mann noch unter Bewährung.

Verteidiger wollte Freispruch
Mit den zehn Monaten Haft war Kalhöfer-Köchling dem Antrag der Staatsanwaltschaft gefolgt. Auch die sah den Mann anhand der Indizien als den Täter an und hatte sich gegen eine Bewährungsstrafe ausgesprochen. Der Verteidiger plädierte auf Freispruch, weil er die Indizien gegen seinen Mandanten als nicht ausreichend erachtete. Quelle: HNA

Schlachte-Essen bei Stiehl´s in Altenlotheim

Donnerstag, den 24. Januar 2013 um 07:27 Uhr Verfasst von Christopher Rohde

FRANKENAU-ALTENLOTHEIM. -PR Text- Die Speisegaststätte Stiehl bietet auch in diesem Jahr das traditionelle Schlachte-Essen an. Am 9. Februar 2013 ist es wieder soweit. Ab 18:00 Uhr werden kulinarische Köstlichkeiten  aus eigener Herstellung serviert. Die Inhaberin Kirstin Stiehl bittet um vorherige Anmeldung unter der Telefonnumer: 06455 - 233 oder über Mail : Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Adresse: Korbacher Straße 16,  35110 Frankenau - Altenlotheim

Mehr Infos unter: www.altenlotheim.de

Der letzte Auerhahn vom Dommel

Sonntag, den 20. Januar 2013 um 15:01 Uhr Verfasst von Klaus Rohde

DIEMELSEE-STORMBRUCH. In den Hochlagen der Gemeinde Diemelsee gab es vor einigen Jahrzehnten noch unberührte Hochheideflächen die aus der letzten Eiszeit entstanden und anders als in den Tälern, die mit Buchen, Eschen und Eichen bewaldet waren, herrschte in der Tundra am Dommelkopf und im Dommeltal bei Stormbruch emsiges Treiben zur Balz der Auerhähne.  Damals waren die Hänge am Dommel noch nicht mit Fichten-Monokulturen bepflanzt und boten dem Auerwild lichte Misch -und Nadelwälder mit dem nötigen Altholzbeständen und eine reiche Kraut -und Strauchschicht. Die unzähligen Quellen und Feuchtwiesen waren damals mit den für das Auerwild so wichtigen Magensteinen versehen. Der Fürst zu Waldeck und Pyrmont streckte noch im Jahr 1902 einen kapitalen Auerhahn. Zu Ehren des Fürsten von Waldeck und Pyrmont versammelte sich der Männergesangverein Stormbruch und brachte um Mitternacht dem Fürsten ein Ständchen. Der letzte seiner Art soll 1921 in der Gemarkung Stormbruch am Dommelturm erlegt worden sein. Wer der Erleger des letzten Auerhahns war, ist  hingegen nicht bekannt.

Quelle: Ulla Brocke

Blutsonntag - Eine wahre Geschichte von Volker Wollny

Freitag, den 18. Januar 2013 um 14:10 Uhr Verfasst von Volker Wollny

Ein raues Volk lebt auf der Ostalb, zwischen Ulm und Aalen. In früheren Zeiten, so erzählt man, wurde hier auch viel gewildert. Ursprünglich einmal war das Jagen ja jedem freien Manne erlaubt gewesen und die Ansicht, dass dies ein unveräußerliches Recht sei, Jagdregal sowie Reviersystem hingegen ungerechte Herrengesetze, hielt sich lange im Volk. Noch nach dem ersten Weltkrieg, als die Zeiten hart waren, besserte mancher seinen Speisezettel oder auch seine Barschaft mit heimlich erlegtem Wild auf.

 

Eine verbotene Nebenbeschäftigung

 So ging in den zwanziger Jahren auch ein Kleinbauer und Tagelöhner, nennen wir ihn Heiner, aus einem kleinen Dorf auf dem Härtsfeld heimlich dem unerlaubten Waidwerk in den Wäldern der Gegend nach. Das war so schon eine ganze Weile gut gegangen. Der Schwiegersohn des Heiners, soll er meinetwegen Frieder heißen, war Teilhaber einer kleinen Jagd. Von ihm erzählte man sich, dass er den Grenzstein in der Tasche trage, es also mit der Jagdgrenze nicht allzu genau nähme. Sprich: Er war genauso ein Wilderer wie sein Schwiegervater. An einem frühen Sonntagmorgen im Hochsommer hatten sich die beiden verabredet um mit einander unerlaubt zu pirschen und waren daher im Wald unterwegs.

Am Abend zuvor hatte sich der zuständige Förster, er schrieb sich, sagen wir einmal, Schäuble, von seinem Wohnort im Tal aus auf den Weg ins Revier gemacht. Er wollte in der Nähe des Dorfes auf einen Rehbock ansitzen. Da es ein weiter Fußmarsch aufs Härtsfeld war, versah er sich mit Proviant, um in einer Jagdhütte zu übernachten, falls er am Abend den Rehbock nicht bekommen sollte. Er blieb dann zunächst auch Schneider und war daher am Morgen wieder auf dem Weg zum Ansitz auf den Bock.

Heiner und Frieder hatten eine Zeit lang gemeinsam den Wald durchstreift, sich dann aber getrennt um jeder für sich weiter zu pirschen. Mit einmal stand nun der Heiner dem Förster Schäuble gegenüber, der just zu dieser Zeit zu seinem Hochsitz ging.

„Ha,“ rief der, hob seinen Drilling und legte auf Heiner an. „Wo hast Du Dein Gewehr? Her damit!“ Offensichtlich hatte er das zerlegbare Schießeisen gesehen, das Heiner nur notdürftig unter seiner Jacke verborgen hatte.

„So schnell schießt man nicht!“ entgegnete der Heiner und näherte sich dem Förster. Er wusste, dass dieser aufgrund einer Verwundung aus dem Weltkrieg seine linke Hand nicht gebrauchen konnte. Diesen Vorteil nutzend, entriss er dem Förster den Drilling und legte nun seinerseits auf ihn an.

Der Förster befand sich nun in der misslichen Lage, in die Mündungen seiner eigenen Waffe zu sehen. Er gab aber so leicht nicht auf, sondern zog sein Terzerol und zielte damit auf den Heiner. Daraufhin schoss dieser den rechten Schrotlauf des Drillings ab. Die Schrotgarbe riss dem Förster den Hut herunter und verletzte ihn am Kopf. Das wurde ihm nun doch zu brenzelig; er beschloss daher zu flüchten und rannte dem Waldrand zu.

Der Heiner nahm die Verfolgung auf, spannte im Laufen das abgeschlagene Schloss und schaltete den Drilling auf Kugel um. Als Schäuble am Waldrand war, riss der Heiner den Drilling an die Backe, zielte und zog beide Abzüge durch. Sowohl der zweite Schrot- als auch der Kugelschuss krachten aus den Rohren, trafen den Förster in den Rücken und warfen ihn vornüber auf sein Gesicht. Er zuckte noch ein wenig mit den Schultern, dann war er mausetot.

 

Kein Reh, aber...

Heiner stand noch mit dem Drilling in der Hand da, als es auf einmal im Unterholz knackte.

„Hast Du ein Reh geschossen?“ fragte der Frieder, den das Krachen der Schüsse herbei gelockt hatte.

„Nein, aber einen Förster“, gab der Heiner zurück.

„Oh, Du Allmachts Depp, du blöder, du Seckel, du Arschloch“, rief der Frieder, „ja weißt Du denn nicht, dass sie dich dafür köpfen werden?“

„Nur, wenn sie mich kriegen“, entgegnete der Heiner gleichmütig, „Los, hilf mir den Grünen unter den Hochsitz dort tragen. Da legen wir ihn hin, damit es wie ein Unfall aussieht.“

Gemeinsam packten die beiden also den Förster, schleppten ihn zu dem Hochsitz und legten ihn darunter. Der Dackel des Ermordeten sprang die ganze Zeit um die beiden Verbrecher herum und bellte sie zornig an. Die beiden fingen ihn zum Schluss ein und leinten ihn an der Leiche des Försters an. Dann gingen die beiden nach Hause und taten, als wenn nichts gewesen wäre.

Nach dem Frühstück sagte der Heiner zu seinen zwei noch zu Hause lebenden Kindern: „Es gibt heuer einen Haufen Himbeeren, heute Vormittag wollen wir in den Wald gehen und welche pflücken.“ Vor allem der kleinen Tochter gefiel der Vorschlag und so zog die Familie los. Der Heiner wusste es dabei so einzurichten, dass sie just in die Gegend kamen, in der er am Morgen den Förster erschossen hatte. Das hatte er sich schon bei der Heimkehr von seinem blutigen Jagdausflug so überlegt.

Eine grausige Entdeckung

Im Wald dirigierte er dann seine Tochter unauffällig in die Richtung des bewussten Hochsitzes. „Papa, Papa, da ist ja ein Dackel...“ rief sie aus, als sie zunächst den Hund des Forstmannes entdeckte, der jetzt wieder wütend bellte und in die Leine sprang, als sie sich ihm näherte.

„Und da...“, das Kind stockte erschrocken, „Da liegt ein toter Jäger!“, schrie sie voller Grausen und kam zu ihrem Vater gerannt.

Der Heiner näherte sich dem Fundort und tat so, als wenn er erst jetzt erkennen würde, wer da lag: „Ja schau her, der Förster Schäuble, ich hab ja immer gesagt, dass so ein Kriegskrüppel nicht mehr für den Forstdienst taugt. Wie es ausschaut, ist der Depp auf dem Hochsitz eingeschlafen, runtergefallen und hat sich dabei mit seinem eigenen Gewehr erschossen.“

Mit den Kindern zusammen marschierte der Heiner nun zum Förster des Nachbarreviers, mag er Sauter geheißen haben, und berichtete diesem von dem Fund, den er mit seinen Kindern gemacht hatte. „Bringen Sie mich doch bitte zu der Stelle“, bat dieser den Wilderer.

„Das will ich gerne tun“, gab der zurück, „aber zuerst muss ich meine Kinder nach hause bringen und zu Mittag essen.“ Der Nachbarförster musste also warten, bis der Heiner in aller Gemütsruhe seinen Sonntagsbraten verzehrt hatte und bereit war, ihn zur Leiche seines Kollegen Schäuble zu führen.

Eine Frau macht sich Sorgen

Unterdessen hatte sich die Frau des Erschossenen bereits Sorgen über das lange Ausbleiben ihres Mannes gemacht. „Buben, wir müssen schauen, wo unser Vater bleibt, nicht dass im Revier noch etwas passiert ist“, hatte sie zu ihren beiden Söhnen gesagt, den Hut aufgesetzt, die Kostümjacke angezogen und war mit ihnen losgegangen, auf das Härtsfeld hinauf, in das Revier ihres Mannes. In der Nähe des Waldes trafen sie einen Schäfer, den sie fragten, ob er vielleicht den Förster gesehen habe?

 

„Den Förster habe ich nicht gesehen“, meinte der, „aber hat er vielleicht einen Hund dabei gehabt? Drüben im Wald hat schon den halben Morgen einer gebellt, außerdem sind dort zwei Schüsse gefallen und ich habe zwei Männer gesehen, die aus dem Wald kamen und davon gegangen sind.“

Mit bösen Vorahnungen eilten die Förstersfrau und ihre Söhne in die Richtung, die ihnen der Schäfer gewiesen hatte. Schon vor dem Wald hörten sie den wütenden Laut des Dackels. Sie folgten dem Geräusch und standen kurz darauf am Hochsitz, vor der verrenkten Leiche ihres Mannes und Vaters. Kurz darauf kamen auch der Heiner und Schäubles Kollege aus dem Nachbarrevier dazu.

"Es war ein Unfall..."

Im Lauf des Nachmittags trafen dann Leute vom Amtsgericht ein, um den Todesfall im Wald zu untersuchen. Als vermeintlichen Zeugen zog man auch den Heiner hinzu, der in plump-verschlagener Weise versuchte, die Ermittlungen in die von ihm gewünschte Richtung zu lenken: „Ha, schaut doch her, ihr Herren, so ist der Kerle vom Hochsitz gefallen und hat sich dabei selber erschossen. Eingeschlafen ist er, vom Sitz gekippt und dabei hat sich das Gewehr entladen.“ Um den von ihm dargestellten „Unfall“hergang zu demonstrieren, hob er dabei die Leiche mehrmals an und ließ sie grob wieder fallen, was bereits den Unwillen der Anwesenden erregte.

Schließlich untersuchte der Arzt den toten Förster Schäuble: „Meine Herrschaften, ich glaube kaum, dass sich dieser Mann versehentlich selbst erschossen hat. Er hat je einen Schrot- und einen Kugelschuss in den oberen Rücken bekommen. Das ist schlechterdings unmöglich, wenn er aus der offenbar anzunehmenden, sitzenden Position gefallen wäre und sich dabei die Schüsse aus den Läufen seines Drillings gelöst hätten.“

„Ja aber Herr Dokter,“ insistierte der Heiner weiter, „es kann doch gar nicht anders gewesen sein, als das sich der Schäuble selbst erschossen hat; es war doch gar niemand sonst hier.“ Er wollte keine Ruhe geben, und versuchte immer wieder sowohl den Arzt, als auch die anderen von seiner Version des Hergangs zu überzeugen: „Wenn sich der Förster nicht selbst erschossen hat, wer soll das denn dann getan haben?“

„Das werden wir schon herausfinden“, meinte nun der Amtsgerichtsrat und sah dabei den Heiner forschend an, „das wäre nicht der erste Förster, der von Wilderern umgebracht wurde, die er bei ihrem Frevel überrascht hat.“

 

Zwei Verdächtige

Zunächst war es dann aber doch der Frieder, denn die Amtleute mitnahmen und einsperrten. Förster Schäuble hatte nämlich seinem Kollegen Sauter vom Nachbarrevier gegenüber erwähnt, dass er den Frieder im dringenden Verdacht gehabt hatte, dann und wann die Grenzen seiner Jagd zu überschreiten und im Staatswald zu wildern. Darüber hinaus wusste auch die Familie des ermordeten Försters, dass dieser Wilderer dessen größter Feind war. Bei der Vernehmung des Schäfers schließlich, der die Schüsse und den Laut des Hundes gehört hatte, gab dieser an, dass er den Frieder sowohl am Abend zuvor als auch am Tatmorgen auf seiner Jagd in der Nähe der Grenze zum Staatswald beobachtet hatte – und zwar das zweite Mal mit seinem Gewehr.

Nachdem man nun davon ausgehen musste, dass es sich tatsächlich um einen Mord handelte, wurde der Fundort der Leiche von der Kriminalpolizei genauer untersucht. Dabei bestätigte sich, was der Arzt bereits gesagt hatte: „Der Förster Schäuble kann sich unmöglich selbst erschossen haben“, meinte der Kommissar, als er dem Staatsanwalt Bericht erstattete, „weder haben wir Einschläge am Hochsitz oder den Bäumen finden können, noch kann der Kugelschuss von unten gekommen sein, denn er hat die Brust des Toten waagerecht durchschlagen. Allerdings ist er tatsächlich mit seinem eigenen Drilling erschossen worden, wie der Sachverständige festgestellt hat.“

„Dachte ich es mir doch“, meinte der Staatsanwalt. „Es kommt aber noch besser:“, fuhr der Komissar fort, „auch der Hund war ursprünglich an der Leiche angeleint, was ja wohl nicht gut möglich sein kann, wenn der Förster zwei Meter weiter oben auf dem Hochsitz gesessen wäre. Die Frau und die Söhne hatten ihn bereits zu sich genommen bevor die Leute vom Gericht eintrafen, so dass dies erst bei weiteren Vernehmungen der Angehörigen bekannt wurde. “

„Und wie ich gehört habe, haben sie noch einen weiteren Verdächtigen verhaftet?“ fragte der Staatsanwalt.

 „Ja, es handelt sich dabei um den Arbeiter Schmid. Auch der war den Förstern als mutmaßlicher Wilderer bekannt, nur konnten sie es ihm nicht beweisen. Im vergangene Herbst hatte Förster Schäuble einen bewaffneten Wilderer im Revier angetroffen, der sich der Festnahme jedoch durch Flucht entziehen konnte. Schäuble glaubte aber, in ihm den besagten Schmid erkannt zu haben, wie mir sein Kollege Sauter berichtet hat.“

 „Nun, welcher von beiden es wohl nun war?“ sinnierte der Staatsanwalt.

 „Na, das werden wir nun wohl schon noch heraus bekommen“, meinte der Komissar zuversichtlich.

Einer packt aus

 Zurück in seinem Büro ließ er sich zunächst den Frieder aus dem Gefängnis bringen. „Tja, die Version mit dem Unfall können wir nun wohl endgültig zu den Akten legen“, eröffnete er ihm und konfrontierte ihn mit den Ergebnissen der genauen Untersuchung. „Wie es aussieht hast du den Förster irgendwo erschossen und seine Leiche dann unter den Hochsitz geschleppt um einen Unfall vorzutäuschen. Und dass ausgerechnet dein Schwiegervater den Förster dann gefunden hat, kommt mir besonders verdächtig vor. Was der mit der Sache zu tun hat, werde ich aber auch noch heraus kriegen!“

 Nun fühlte der Frieder buchstäblich schon die Klinge des Richtbeils im Genick, mit welchem der Scharfrichter Maß nahm und wurde äußerst gesprächig: „Ich war es doch gar nicht, Herr Komissar, mein Schwiegervater war es.“ Und er erzählte dem Kriminalbeamten haarklein, was sich an jenem schönen Sonntagmorgen in dem Wald auf dem Härtsfeld abgespielt hatte. Schließlich musste er alles noch genau bei einem Lokaltermin vormachen, was schließlich jeden Zweifel am Tathergang beseitigte, so überhaupt noch welcher bestanden hatte. Den Arbeiter Schmid ließ man natürlich laufen, da nun klar war, dass er es nicht gewesen war.

 Der Heiner arbeitete gerade auf dem Acker als sie ihn holten. Er lächelte zunächst höhnisch und legte später bei der Vernehmung ein Teilgeständnis ab: „Ja, ich habe den Förster erschossen, aber in Notwehr. Er hat mich ja mit seiner Waffe bedroht.“ Auch er stellte bei einem Ortstermin den Tathergang genauso dar, wie sein Schwiegersohn. Schließlich erbot er sich sogar, die Beamten zum Versteck seines Gewehres zu führen. Im Heuschober, wo die Waffe versteckt war, fanden sich noch zwei weitere Gewehre und ein ansehnlicher Vorrat an Patronen.

 „Ja Papa, warum nimmt dich die Polizei mit?“ fragte sein Sohn, der dazu gekommen war. „Weil ich dem Förster, dem Krüppel, das Licht ausgeblasen habe“, war die kaltschnäuzige Antwort des Heiners und seine Frau, die ebenfalls dabei stand meinte: „Wäre der Depp nicht im Wald gewesen, wäre er auch nicht erschossen worden.“

Beim Untersuchungsrichter packte der Heiner dann vollends aus: „Ja sicher hab ich den Förster von Anfang an  umbringen wollen! Aber mit dem ersten Schuss hat es ja nicht geklappt. Wie ich ihm dann nachgesprungen bin, hab ich den rechten Hahn von dem Drilling wieder gespannt, auf Kugel umgeschaltet und mit Fleiß auf sein Herz gezielt.“

 Damit sah das Schwurgericht in Ellwangen die Tatmerkmale des Mordes als gegeben an und verurteilte den Heiner noch im gleichen Herbst zum Tode durch das Fallbeil. Man köpfte ihn dann aber doch nicht, sondern begnadigte ihn zu lebenslänglich Zuchthaus. Lange hat er dann trotzdem nicht mehr gelebt. Nicht viel später hängte er sich nämlich in seiner Zelle auf.

Quelle: Volker Wollny

Mehr Infos: www.selbstversorger-blog.over-blog.de

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