Mit dem Fahrrad auf Diebestour

Mittwoch, den 10. April 2013 um 17:40 Uhr Verfasst von  Stefanie Rösner, HNA
Die Hauptverhandlung gegen einen 31 Jahre alten mutmaßlichen Einbrecher wurde ausgesetzt, nun sollen Zeugen geladen werden. Die Hauptverhandlung gegen einen 31 Jahre alten mutmaßlichen Einbrecher wurde ausgesetzt, nun sollen Zeugen geladen werden. Foto: pfa/Archiv

LICHTENFELS/KORBACH. Die Liste der Vorwürfe ist lang. In 18 Fällen soll ein Waldeck-Frankenberger von Juli bis zu seiner Festnahme im Oktober 2012 vor allem in Lichtenfels gestohlen haben und in Gebäude eingebrochen sein. Zu den Tatorten gelangte er mit seinem Fahrrad.

Bargeld, Handys, Digitalkameras, EC-Karten, ein Navigationsgerät: Der 31-jährige Mann erbeutete laut der Anklageschrift Wertvolles, um davon seinen Lebensunterhalt zu bezahlen. Am Dienstag stand er vor dem Amtsgericht in Korbach. Acht der 18 Fälle gestand der Angeklagte.

"Nicht alles geht auf meine Kappe", sagte er. Zum Beispiel den Diebstahl von Bargeld aus den Räumen der evangelischen Kirchengemeinde Sachsenberg stritt er ab. Dagegen gestand er, im August in die Stadtverwaltung in Goddelsheim eingedrungen zu sein und eine Bargeldkasse mit 361,50 Euro gestohlen zu haben. Auch den Einbruch in das Vereinsheim der Kanoniere in Münden räumte er ein. Das war dem Richter und dem Staatsanwalt jedoch zu wenig, um ein Urteil sprechen zu können. Lautete die Aussage des 31-Jährigen während seiner Vernehmung im Oktober doch anders.

"Vor der Polizei haben Sie teilweise abweichende Angaben gemacht", warf ihm der Staatsanwalt vor. Der Angeklagte begründete dies damit, dass er damals unter Einfluss von Drogen stand und verunsichert war. "Ich stand neben mir." Der Druck, immer wieder Drogen für den eigenen Bedarf beschaffen zu müssen, habe ihn dazu gebracht, mehrmals vor allem nachts alleine loszuziehen und Straftaten zu begehen.

"In einer Nacht wachte ich auf, hatte nur noch 30 Euro", sagte der Mann, "aber ich wollte mir Zeugs holen." So beschrieb er die Rauschmittel wie Amphetamin, für die er Geld brauchte. Also setzte er sich aufs Fahrrad und machte sich auf die Suche nach Kupfer, berichtete er am Dienstag. In Rhadern sah er aber ein Auto, in dem ein Portemonnaie und ein Rucksack lagen. Er brach es den Erzählungen zufolge auf, stahl die Dinge und fuhr zurück zu einem Bekannten, wo er übernachtete. Den Aufbruch eines Autos in Rhadern in derselben Nacht bestritt er dagegen. Der Angeklagte ist wohnungs- und arbeitslos. Seit seiner Festnahme befindet er sich in Untersuchungshaft.

Verhandlung ausgesetzt
"Ich war davon ausgegangen, dass der Angeklagte die meisten Fälle gesteht", sagte der Richter in Bezug auf die Anklageschrift. Daher waren keine Zeugen geladen. Jetzt waren sich Richter und Staatsanwalt jedoch einig, dass für die zehn Fälle, die der Angeklagte bestreitet, Zeugen geladen werden sollen. Bis dahin wurde die Verhandlung ausgesetzt. Quelle: HNA

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