Unfallflucht: Golffahrerin nach einem Tag ermittelt

Mittwoch, den 20. Februar 2013 um 06:46 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel

WELLEN. Einen Tag nach einer Unfallflucht in Wellen hat die Polizei eine 64 Jahre alte Autofahrerin aus einem Wildunger Stadtteil als Verursacherin ermittelt. Eine Zeugin hatte den Unfall auf dem Grundstück ihrer Nachbarn beobachtet und der Polizei einen Teil des Kennzeichens nennen können.

Die Anwohnerin der Straße Am Halben Born hatte am Montagnachmittag um 15.20 Uhr gesehen, dass ein VW Golf in der Einfahrt nebenan wendete, rückwärts gegen einen Zaunpfosten aus Granit fuhr und diesen dabei "entwurzelte". Ohne sich um den entstandenen Schaden von rund 200 Euro zu kümmern, fuhr die Golffahrerin in unbekannte Richtung davon. Was sie zu der Zeit nicht wusste: Die Nachbarin mekrte sich zumindest die Buchstabenkombination des Wagens, außerdem waren Teile des Rückstrahler aus der Stoßstange herausgebrochen und in der Einfahrt liegen geblieben. Dieser Rückstrahler sollte später das passende Beweismittel werden.

Umgehend informierte die Nachbarin die Wildunger Polizei über ihre Beobachtung. Die Beamten führten eine entsprechende Anfrage beim Kraftfahrtbundesamt durch - und erhielten am Dienstag eine Liste mit allen Fahrzeugen des Typs VW Golf mit dem genannten Teilkennezeichen. Die Überprüfung der ersten Halteranschrift brachte den gewünschten Erfolg: Als die Beamten bei einer 64 Jahre alten Frau in einem Wildunger Stadtteil klingelten, "wusste die Dame sofort, worum es ging", sagte einer der ermittelnden Polizisten am Mittwochmorgen gegenüber 112-magazin.de. Sie räumte die Unfallflucht ein - den Fall zu leugnen, hätte auch angesichts des Heckschadens von 1000 Euro und des fehlenden Rückstrahlerteils kaum Sinn gemacht.

Der Fall zeige, dass die Polizei auch anhand kleiner Beobachtungen von Zeugen erfolgreiche Ermittlungen führen könne, sagte der Beamte. Die 64-jährige Golffahrerin erwartet nun ein Strafverfahren wegen Unfallflucht.


Drei Fälle von Unfallflucht versucht die Frankenberger Polizei derzeit zu klären:
3000-Euro-Schaden erst nach Autowäsche gesehen (19.02.2013)

Zuletzt geändert am Mittwoch, den 20. Februar 2013 um 10:48 Uhr