Schnäppchenpreise: Wespennest für 750 Euro entfernt, Marder kostet 1200 Euro

Mittwoch, den 07. August 2019 um 18:17 Uhr Verfasst von  Christopher Rohde
Kammerjäger treiben im Landkreis Waldeck-Frankenberg ihr Unwesen. Kammerjäger treiben im Landkreis Waldeck-Frankenberg ihr Unwesen. Symbolfoto: 112-magazin.de

EDERTAL/BAD WILDUNGEN. Schädlingsbekämpfer fordern überhöhte Preise - in den vergangenen Tagen haben sich zwei Hausbesitzer, bei denen Schädlingsbekämpfer tätig wurden, an die Polizei gewandt und Anzeige erstattet.

So auch ein Mann aus Bad Wildungen, der 750 Euro für das Entfernen eines Wespennestes an seinem Wohnhaus bezahlen sollte. Für solche Leistungen sind erheblich niedrigere Preise üblich. Der Bad Wildunger hatte online nach einem Schädlingsbekämpfer gesucht und war schnell fündig geworden. Die Internetseite erweckte den Anschein, dass es sich um ein Bad Wildunger Unternehmen handelt. Tatsächlich aber versteckt sich hinter dem Online-Angebot eine Firma mit Sitz in Herne. Sie vermittelt Notdienste für mehrere Tierarten, darunter auch die Wespe, die aber unter Artenschutz steht und nur in Ausnahmefällen entfernt werden darf. In dem genannten Fall kamen zwei Männer zur Bekämpfung der Wespen. Gemeinsam mit dem Auftraggeber wurde eine Bestandsaufnahme gemacht. Als einer der Männer einen Preis von fast 200 Euro dafür aufschrieb, wurde der Hausbesitzer hellhörig und fragte nach dem Gesamtpreis für die Dienstleistung. Als man ihm den Preis von mindestens 750 Euro nannte, trat er sofort von dem Auftrag zurück, musste aber trotzdem fast 100 Euro Stornierungsgebühren bezahlen.

In zweiten Fall hatte eine Frau aus dem Edertal die Kammerjäger zur Bekämpfung eines Marders bestellt. Auch sie hatte vorher online nach Kammerjägern gesucht. Nachdem sie die angegebene Handynummer gewählt hatte, kamen ebenfalls zwei Männer vorbei. Sie legten vier sogenannte "Bomben" auf dem Dachboden aus, die den Mardervertreiben sollten. Dafür ließen sie sich mit fast 1200 Euro entlohnen. Beide verließen das Haus mit dem Hinweis, dass die Auftraggeberin sich erneut melden solle, wenn der Marder nicht verschwindet. Als der Marder weiterhin sein Unwesen trieb, meldete sich die Frau bei der Firma, die sie immer wieder, bis zur gestrigen Fristsetzung, vertrösteten. Daraufhin holte sie sich Rat bei der Polizei.

So schützen Sie sich vor Abzocke bei Notdiensten:

-  Wählen Sie einen Anbieter mit Festnetznummer aus Ihrer Region.

-  Beauftragen Sie niemanden, der nur eine 0800-Nummer oder Handynummer angibt.

-  Wenn Sie im Internet recherchieren, klicken Sie auf das Impressum der Seiten. 

-  Machen Sie sich vor dem Notfall in Ihrer Umgebung schlau.

-  Legen Sie sich die Nummern der wichtigsten Notdienste ins Portemonnaie.

-  Zahlen Sie niemals sofort. Sie haben das Recht, die Rechnung überprüfen zu lassen.

-  Ein Profi stört oder tötet Wildtiere nicht unbegründet.

Ein solches Handeln kann mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. (ots/r)

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Zuletzt geändert am Donnerstag, den 08. August 2019 um 15:05 Uhr