Falsche "iPhones" verkauft: Familien prügeln aufeinander ein

Montag, den 08. Juli 2019 um 13:55 Uhr Verfasst von  Christopher Rohde
Auch gut gemachte Plagiate können erkannt werden. Auch gut gemachte Plagiate können erkannt werden. Foto: 112-magazin

KASSEL. Mit Holz- und Eisenstangen aufeinander losgegangen sind zwei Familien in der Nacht zu Samstag in der Rothenditmolder Straße in Kassel. Grund der Auseinandersetzung war offenbar der vorherige Verkauf von zwei gefälschten iPhones.

Die Schlägerei mit Verletzten hatte mehrere Streifen der Kasseler Polizei auf den Plan gerufen. Drei Männer und eine Frau wurden vorläufig festgenommen. In ihrem Wagen fanden die Beamten später 21 weitere iPhone-Plagiate. Gegen sie wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung, Betruges und Verstoßes gegen das Markengesetz ermittelt.

Zu der Auseinandersetzung war es gegen 1.30 Uhr in einem Mehrfamilienhaus in der Rothenditmolder Straße gekommen. Die vierTatverdächtigen aus Rumänien, drei Männer im Alter von 28, 36 und 51 Jahren sowie eine Frau im Alter von 27 Jahren, sollen einer anderen rumänischen Familie zuvor zwei vermeintlich hochwertige iPhones zu einem Gesamtpreis von 500 Euro verkauft haben.

Als die Käufer, zwei 18 und 20 Jahre alte Männer herausbekamen, dass es sich dabei umbillige Fälschungen handelt und die Täter zunächst die Fluchtergriffen hatten, wollten die beiden offenbar die Polizei aufsuchen und Anzeige erstatten. Vor dem Haus trafen sie dann jedoch erneut auf die Verkäufer der Plagiate. Im weiteren Verlauf kam es im Flur des Hauses zu der Schlägerei mit Holz- und Eisenstangen, zu deren genauen Verlauf die Beteiligten unterschiedliche Angaben gegenüber der Polizei machten.

Dabei wurden die beiden Handykäufer und ihr zu Hilfe kommender 46-jähriger Vater verletzt. Der 20-Jährige war anschließend vorsorglich von einem Rettungswagen in ein Kasseler Krankenhausgebracht worden, das er nach ambulanter Behandlung wieder verlassen konnte. Sein Bruder und sein Vater hatten Prellungen und Platzwunden davongetragen.

Da die vier Verkäufer der Plagiate nach der Schlägerei vom Tatort geflüchtet waren, hatten die eingesetzten Beamten des Polizeireviers Mitte sofort eine Fahndung eingeleitet. Diese führte wenige Minuten später zur Festnahme des Quartetts im Bereich Rothenditmolder Straße/Grüner Weg. Auch der 28-Jährige und der 51-Jährige gaben an, bei der Auseinandersetzung verletzt worden zu sein. Für sie riefen die Beamten vorsorglich einen Rettungswagen zur Dienststelle, wobei eine ambulante Behandlung ausreichend war. Bei den weiteren Ermittlungen ergaben sich dann Hinweise auf ein von den Tatverdächtigen genutztes Fahrzeug. Dieses konnten die Beamten anschließend im Nahbereich des Tatorts ausfindig machen. Bei der Durchsuchung des Pkws stellten die Polizisten die 21 weiteren Plagiate sicher. Nach Angaben der in Magdeburg wohnenden Festgenommenen hatten sie vor, die Fälschungen auf Kasseler Flohmärkten zu verkaufen.

Die weiteren Ermittlungen hinsichtlich des Betruges und der Markengesetzverstöße haben die Beamten des für Betrugsdelikte zuständigen Kommissariats 23/24 der Kasseler Kripo übernommen. Der 36-Jährige und den 51-Jährige wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt, da sie eine festen Wohnsitz in Magdeburg nachweisen konnten. Die 27-Jährige und ihr 28-jähriger Ehemann blieben zunächst in polizeilichem Gewahrsam, da ihr Wohnsitz anfänglich fraglich war. Als am Sonntag geklärt werden konnte, dass auch sie tatsächlich in Magdeburg wohnhaft sind, setzten die Ermittler auch sie auf freien Fuß. Die Ermittlungen dauern an. (ots/r)

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Zuletzt geändert am Montag, den 08. Juli 2019 um 14:24 Uhr