"Hier ist der Microsoft-Support" - Betrüger im Landkreis aktiv, Polizei klärt auf

Freitag, den 26. April 2019 um 11:37 Uhr Verfasst von  Christopher Rohde
In Waldeck-Frankenberg kam es zu Betrugsfällen. In Waldeck-Frankenberg kam es zu Betrugsfällen. Symbolbild: 112-magazin.de

WALDECK-FRANKENBERG. "Guten Abend, hier ist der Microsoft-Support, wir haben Probleme mit ihrem PC festgestellt."

So oder so ähnlich beginnen drei bekannt gewordene Betrugsfälle im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Hierbei gibt sich der Täter am Telefon als angeblicher Mitarbeiter von Microsoft oder anderen bekannten Firmen aus und informiert über ein festgestelltes Problem mit dem PC des Opfers. Dies kann ein angeblich entdeckter Virus oder Trojaner sein, bei dessen Beseitigung man jetzt helfen wolle.

Der Täter versucht im weiteren Verlauf des Gesprächs, mit der Hilfe des Opfers Fernzugriff auf den PC zu erlangen, sensible Daten wie zum Beispiel Passwörter, Konto- und Kreditkarteninformationen zu erfragen und direkte Überweisungen zu veranlassen. Auch kommt es vor, dass der Rechner vom Betrüger gesperrt und eine direkte Zahlung für das Entsperren gefordert wird. In den drei hier bekannt gewordenen Fällen reagieren die Angerufenen höchst unterschiedlich.

Ein 66-jähriger Frankenberger glaubte dem Betrüger und gab seine Kontodaten preis. Er entdeckte wenig später unberechtigte Kontoabbuchungen im unteren vierstelligen Bereich.

In den anderen beiden Fällen blieb es beim Versuch. Microsoft führt nach eigenen Angaben unter keinen Umständen unaufgefordert Telefonanrufe durch, in denen angeboten wird, ein schadhaftes oder infiziertes Gerät zu reparieren.

Auch fordert Microsoft niemals finanzielle und persönliche Daten an oder möchte mit externen Programmen, wie zum Beispiel TeamViewer, die Kontrolle über ihren Rechner übernehmen.

Der Rat der Polizei

  • Telefongespräche dieser Art so schnell wie möglich beenden oder einfach auflegen.
  • Nicht auf unerwünschte und verdächtige Fenster im Browser klicken und keinesfalls eine darin möglicherweise angezeigte Telefonnummer anrufen.
  • Niemals einem Dritten Kontrolle über Ihren Computer geben.
  • Auf keinen Fall auf Aufforderung Fremdsoftware erwerben und auf dem eigenen Endgerät installieren.
  • Beim Verdacht, dass Dritte Zugriff auf Ihren PC haben, die Verbindung zum Internet trennen.
  • Den Betrugsversuch bei der örtlichen Polizei anzeigen. Weitere Informationen zum Thema "Tech Support Scam" finden Sie unter diesem Link.

Die Polizei in Waldeck-Frankenberg hofft, dass es nicht zu weiteren Fällen dieser Art kommt und die Sicherheit für die Bevölkerung durch Aufklärung erhöht werden kann. Gerade ältere Menschen fallen immer wieder auf die Betrüger herein, da sie meist nicht das nötige Fachwissen besitzen. (ots/r)

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