Abgefahrene Sommerreifen: Unfall

Dienstag, den 06. Dezember 2011 um 09:05 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Die eingesetzten Polizisten ließen sich von dem Unfallfahrer keinen Bären aufbinden. Die eingesetzten Polizisten ließen sich von dem Unfallfahrer keinen Bären aufbinden. Foto: pfa/Archiv

LENGEFELD. Mit weitgehend abgefahrenen Sommerreifen hat ein 39 Jahre alter Mann aus Medebach auf der L 3083 zwischen dem Abzweig nach Goldhausen und Lengefeld einen Unfall auf glatter Straße gebaut. Er und sein 24-jähriger Beifahrer blieben unverletzt.

Die beiden Männer aus dem Nachbarkreis waren Polizeiangaben zufolge am Montagabend gegen 20 Uhr mit einem älteren Ford Mondeo unterwegs in Richtung Korbach, als der Fahrer in einer langgezogenen Rechtskurve die Kontrolle über den Wagen verlor. Der Mondeo rutschte nach links über die Gegenspur, kam von der Landesstraße ab, fuhr etwa 50 Meter durch den Graben und kam hinter der Leitplanke zum Stehen.

Bei der Unfallaufnahme warfen die eingesetzten Polizisten einen Blick auf die Bereifung des Wagens. "Der Fahrer war definitiv mit dem falschen Material unterwegs", sagte der Dienstgruppenleiter am Dienstagmorgen gegenüber 112-magazin.de. Der Ford war nicht nur entgegen der Vorschrift mit Sommerreifen ausgerüstet, die Pneus waren obendrein noch völlig abgefahren. Statt seinen Fehler einzuräumen, wollte der Fahrer den Beamten noch weismachen, es handele sich um Allwetterreifen.

Diesen Bären ließen sich die Polizisten aber nicht aufbinden. Der 39-Jährige musste ein Bußgeld berappen - und zusätzlich die Abschleppkosten tragen. Am Auto entstand nur ein leichter Schaden. Unterm Strich hätte der Medebacher die Gesamtkosten aber wohl besser in einen Satz Winterreifen investiert.

Auch Lkw-Fahrer bekommen Glätte zu spüren
Im gesamten Kreisgebiet bekamen in der Nacht zu Dienstag auch mehrere Lkw-Fahrer die Glätte zu spüren. Laut Frankenberger Polizei standen auf der Bundesstraße 236 bei Bromskirchen und der B 253 bei Battenberg mehrere Lastwagen quer. Ein "Brummi" sei in den Graben gerutscht und sollte nach Tagesanbruch geborgen werden. Bei Bad Wildungen fuhr ein Lkw-Fahrer in einer Kurve am Übergang von der B 485 zur B 253 durch Glätte geradeaus und landete ebenfalls im Graben. Auch hier sollte die Bergung bei Tageslicht erfolgen.

Nicht zuletzt untersagte die Polizei den Fahrern von sechs Schwertransporten bei Diemelstadt die Weiterfahrt. Die Lastzüge wollten Teile für einen Windpark bei Adorf anliefern, mussten aber am SVG-Hof eine Zwangspause einlegen. "Die Straßenverhältnisse ließen eine risikolose Weiterfahrt nicht zu", erklärte ein Polizist am Morgen. Weil die Schwertransporte nur bis 6 Uhr morgens fahren dürfen, müssen die Lkw-Fahrer entweder eine Sondergenehmigung einholen - oder bis zur kommenden Nacht pausieren.


Zu einem Glätteunfall kam es am Morgen auch in Sachsenberg:
Glätte: Auto kracht in Wohnhaus (06.12.2011)

Zuletzt geändert am Dienstag, den 06. Dezember 2011 um 10:40 Uhr