Für Weihnachtsmärkte bestimmt: 200 Tiere beschlagnahmt

Dienstag, den 15. Dezember 2015 um 08:12 Uhr Verfasst von  Klaus Rohde
Die Bundespolizei achtet vermehrt auf verdeckte Tiertransporte aus den Balkanländern Die Bundespolizei achtet vermehrt auf verdeckte Tiertransporte aus den Balkanländern Symbolbild: pfa/Archiv

DEUTSCHLAND. In den vergangenen Jahren sind auf Weihnachstmärkten in ganz Deutschland Tiere angeboten worden, die von ausländischen Zuchtfarmen illegal eingeführt wurden. In diesem Jahr hat die Polizei ein besonderes Auge auf das Geschäft mit den Tierbabys geworfen. So auch am 12. Dezember 2015: Bundespolizisten staunten nicht schlecht, als sie am Samstag den Kleintransporter zweier Slowaken auf der A 8 etwas genauer in Augenschein nahmen. Im Kofferraum des Wagens waren über 200 Tiere verschiedener Rassen zusammengepfercht. Papiere und Impfausweise der Tiere fehlten.

An der Autobahnkontrollstelle bei Piding zogen die Bundespolizisten einen Wagen mit slowakischer Zulassung aus dem Verkehr. Die Papiere des 42-jährigen Fahrers und seines 38 Jahre alten Freundes waren nicht zu beanstanden. Der Kofferraum des Fahrzeugs zeigte aber, was sie wirklich im Schilde führten. Rund 170 Hundewelpen, 20 Vögel und etwa 20 Schildkröten saßen in Kisten und Boxen im Laderaum des Transporters. Ohne Futter und Wasser waren die Tiere eingepfercht worden. Besitznachweise oder gar Impfpässe konnten die beiden Slowaken nicht vorweisen. Wegen des Verdachts eines illegalen Tiertransports verständigten die Bundespolizisten das Veterinäramt.

Die Beamten beschlagnahmten die über 200 Tiere und brachten sie umgehend in das Tierheim Bad Reichenhall. Dort wurden sie dann artgerecht versorgt und anschließend bayernweit verteilt. Die zwei slowakischen Tierschmuggler mussten eine Sicherheitsleistung für das Strafverfahren hinterlegen. Ohne ihre lebendige Fracht durften sie schließlich die Weiterreise antreten.

Info:

Einem tierischen Begleiter ein Zuhause zu geben, ist eine langfristige und verantwortungsvolle Aufgabe. Diese Entscheidung zu treffen, bedarf einer langen und intensiven Überlegung und sollte nicht an einem Feiertag wie Weihnachten festgemacht werden. Leichtfertigkeit, Mitleidskäufe kurz vor Weinachten, oder der Wunsch eines Kindes nach einem tierischen Freund mögen Auslöser für den Kauf eines Tieres  auf einem Tiermarkt sein. PETA appelliert an alle Tierfreunde, dem Reiz der niedlichen Tierkinder zu widerstehen – denn Tiere sind Lebewesen und keine Handelsware, die wie ein Pullover nach Weihnachten einfach wieder umgetauscht werden können.

Quelle:Bundespolizei/Info:PETA

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Zuletzt geändert am Dienstag, den 15. Dezember 2015 um 09:04 Uhr
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