eBay Kleinanzeigen: Betrüger sammeln Kontodaten

Freitag, den 06. Juni 2014 um 21:12 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel

WALDECK-FRANKENBERG. Über vorgegaukeltes Interesse an Angeboten in einem Onlineflohmarkt versuchen Betrüger, an die Kontodaten der Verkäufer zu gelangen. Damit und mit einer erschlichenen Unterschrift fälschen die Täter dann Überweisungen.

Die Masche, die bereits schon vor einigen Jahren so ähnlich funktionierte, ist laut Polizei wieder im Kommen. Bisher noch unbekannte Täter suchen diverse Anzeigen im Onlineportal "eBay Kleinanzeigen" auf. Die Verkäufer der Artikel werden angeschrieben, ein Kaufinteresse wird vorgetäuscht. Damit die angeblichen Käufer den Artikel bezahlen können, wird zunächst um die Kontoverbindung (SEPA-Daten) gebeten.

Der Verkäufer, in der Hoffnung, seinen Artikel nun verkaufen zu können, übermittelt diese Daten an den "Kunden". Im weiteren Verlauf erhält der Verkäufer eine weitere Mail. Hier bittet der Täter den Verkäufer nun um die Übermittlung einer Ausweiskopie, um die Daten abgleichen zu können. Eine Überweisung könne sonst angeblich nicht stattfinden. Schickt der Verkäufer diese Kopie an den Täter, fälscht er dann mit einer nachgemachten Unterschrift Überweisungsträger und reicht sie bei der Bank ein. Zum Teil erfolgte auf diese Weise eine Überweisung ins Ausland auf ein fremdes Konto.

Der Kriminalpolizei in Waldeck-Frankenberg sind allein in dieser Woche sechs solcher Fälle in Waldeck-Frankenberg gemeldet worden. Die Polizei gibt daher folgende Hinweise:

  • Geben Sie bei Internetverkäufen keine sensiblen Daten an Kunden weiter
  • Übermitteln Sie keinesfalls Ausweiskopien oder vergleichbare Dokumente (z. B. Führerschein, Zulassungsbescheinigungen usw.)
  • Nutzen Sie eine alternative Zahlmöglichkeit zur Überweisung wie z.B. Paypal oder die Barbezahlung bei persönlicher Abholung
  • Lesen Sie die Sicherheitshinweise bei eBay Kleinanzeigen kleinanzeigen.ebay.de/anzeigen/sicherheitshinweise.html
  • Führen Sie persönliche Warenübergaben im Beisein von Zeugen durch.
  • Vereinbaren Sie keine Warenübergaben an einsamen und ungewöhnlichen Plätzen.
  • Gehen Sie beim Barverkauf mit dem Verkäufer bei höheren Geldbeträgen zu Ihrer Bank und warten Sie die Einzahlung auf Ihr Konto ab.
  • Sperren Sie bei Ihrer Bank Überweisungen ins Ausland.
  • Prüfen Sie regelmäßig und in kurzen Abständen Ihre Kontoauszüge.

"Sollten Sie bereits auf die beschriebene Masche hereingefallen sein, so informieren Sie unverzüglich Ihre Bank und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei", riet am Freitag ein Polizeisprecher.