179 Pkw-Aufbrüche, halbe Million Schaden: Zwei Festnahmen

Freitag, den 21. März 2014 um 17:16 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Nach intensiven Ermittlungen nahm die Polizei zwei Serientäter fest. Sie sollen für mindestens 179 Autoaufbrüche verantwortlich sein. Nach intensiven Ermittlungen nahm die Polizei zwei Serientäter fest. Sie sollen für mindestens 179 Autoaufbrüche verantwortlich sein. Foto: ots/Archiv

BAD WILDUNGEN/HOMBERG/KASSEL. Die Polizei hat eine Serie von rund 180 Autoaufbrüchen in Nordhessen geklärt. Der Wert der Beute und der angerichteten Schäden summieren sich auf eine halbe Million Euro. Zwei Männer gingen in Untersuchungshaft.

Nach einer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft umfasste die Serie insgesamt 179 Autoaufbrüche an 22 verschiedenen Tagen beziehungsweise Nächten von Ende Januar bis Ende Februar im Bereich Nordhessen. Betroffen waren der Schwalm-Eder-Kreis, der Landkreis Waldeck-Frankenberg sowie die Stadt und der Landkreis Kassel. Die Hauptzielrichtung der Täter waren in erster Linie fest eingebaute Navigationsgeräte. Der Gesamtwert der gestohlen Gegenstände summiert sich auf 250.000 Euro. Auf etwa dieselbe Summe schätzt die Polizei zudem den durch die Autoaufbrüche an den Fahrzeugen entstandene Sachschaden. Die Täter waren meist mit brachialer Gewalt vorgegangen, hatten die fest eingebauten Navigationsgeräte vielfach aus den Armaturenbrettern herausgebrochen.

Arbeitsgruppe eingerichtet
Die Polizei ermittelte mit Hochdruck, um die schadenträchtige Serie von Autoaufbrüchen schnellstmöglich aufzuklären. Zu diesem Zweck richtete das Polizeipräsidium Nordhessen eigens eine Arbeitsgruppe ein und installierte diese bei der Polizeidirektion Schwalm-Eder. Von dort aus arbeiteten neben den Beamten der Polizeidirektion Schwalm-Eder auch Kollegen der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg, der Polizeidirektion Kassel und der Direktion Verkehrssicherheit an der Aufklärung der Tatserien.

Festnahmen, umfangreiches Diebesgut aufgefunden
Nach intensiven Vorermittlungen und Vorbereitungen nahm die Arbeitsgruppe mit Unterstützung durch Spezialeinheiten des Polizeipräsidiums Nordhessen bereits Ende Februar zwei Personen unter dringendem Tatverdacht im Schwalm-Eder-Kreis fest. Bei den beiden Festgenommenen handelt es sich um litauische Staatsangehörige im Alter von 21 und 22 Jahren. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kassel ergingen gegen beide Personen vom Amtsgericht Kassel verhängte Untersuchungshaftbefehle.

Offenbar auch Einbrüche in Gartenhütten
Bei der sich an die Festnahme anschließenden Durchsuchung der Unterkunft der beiden Tatverdächtigen wurde umfangreiches Diebesgut aufgefunden und sichergestellt. Es handelt sich dabei unter anderem um eine Vielzahl von Navigationsgeräten sowie Fotoapparate, eine Wildkamera, Spirituosen, Geldbörsen, Uhren, Handys, Sonnenbrillen, Kosmetika, Tabakwaren und Bekleidungsstücke. Die aufgefundenen Gegenstände, insbesondere die Navigationsgeräte, wurden größtenteils einzelnen Taten oder Geschädigten der Aufbruchsserie zugeordnet. Allerdings stammt eine Vielzahl von Gegenständen offensichtlich nicht aus Autoaufbrüchen, sondern aus anderen Straftaten. So werden mit dieser Tätergruppe zum Beispiel auch etwa 20 Einbrüche in Gartenhütten in Verbindung gebracht.

Die Staatsanwaltschaft Kassel hat zu diesem Straftatenkomplex ein Ermittlungsverfahren wegen Bandendiebstahl eingeleitet. Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, wurde der Ermittlungserfolg erst an diesem Freitag bekannt gegeben. Was letztlich zu den beiden Tatverdächtigen geführt hatte, blieb in der Erklärung von Polizei und Staatsanwaltschaft offen.