Klaus Rohde

Klaus Rohde

FRANKENBERG. Trotz warmem Frühjahr ist der Juli bisher noch kein Schmetterlingssommer. Naturbeobachter entdeckten vor wenigen Tagen den seltenen Schwalbenschwanz. Auch Kaisermantel, Tagpfauenauge, Schachbrett, Brauner Waldvogel und viele Kleine Füchse sind derzeit unterwegs.

Der NABU-Insektenfachmann Bernd Hannover wartet noch auf das Auftreten vieler Tagschmetterlinge. Er hat in Waldeck-Frankenberg bisher 1800 Falterarten registriert, genau 100 davon gehören zu den Tagfaltern. Nach dem sonnigen und warmen Frühjahr rechnete Hannover mit einem artenreichen Schmetterlingsjahr. Doch bisher ist die Zahl der umher fliegenden Schmetterlinge noch relativ gering.


Der Friedrichshäuser Wilhelm Depner meldete bereits Anfang Juni sechs Taubenschwänzchen an Blumen. Die Wanderfalter fliegen nur in warmen Sommern über die Alpen nach Mitteleuropa. Besonders zahlreich tritt in diesem Jahr der kleine Fuchs auf. Er ist in vielen Gärten unterwegs und legt seine Eier besonders gern an Brennnesseln ab, die später den Raupen als Futterpflanzen dienen. Der Naturschutzverband NABU rät daher, in jedem Garten auch Wildpflanzen einen Platz einzuräumen und die Vielfalt zu erhöhen. Der Kleine Fuchs überwintert als Falter häufig in Häusern und fliegt in zwei bis drei Generationen. Derzeit ist die zweite Generation des Sommers 2011 unterwegs.


Zahlreich sind auch die schwarz-weißen Schachbrettfalter unterwegs. Sie ernähren sich vom Nektar der Flockenblumen und sind häufig auf Trockenrasen- und Heideflächen zu beobachten. Besonders häufig entdeckte Hannover in diesem Jahr auch das Große Ochsenauge und den Braunen Waldvogel. Typische Waldbewohner sind die orangen Perlmutterfalter. Der Größte und Bekannteste ist der Kaisermantel. Er saugt seinen Nektar gern an Brombeerblüten, Flockenblumen und Distelblüten. Seine Eier legt er immer an Baumstämmen in der Nähe der Raupen-Futterpflanzen ab: Veilchen und Mädesüß.


Eher spärlich zeigen sich bisher die häufigen Garten-Schmetterlingsarten Admiral und Tagpfauenauge. Fachleute rechnen mit verstärktem Auftreten, wenn der Sommerflieder seine Blüten voll entfaltet hat. Besondere Beobachtungen in diesem Jahr waren Schillerfalter von Otto Schöneweis in Braunau und Uwe Liehr im Nationalpark


Eine Seltenheit stellt der prächtige Schwalbenschwanz dar. Der schwarz-gelbe Falter mit der blauen Binde und den roten Augenflecken erreichte Flügelspannweiten bis zu acht Zentimeter. Namensgeber sind die beiden schwarzen Zacken an den Hinterflügeln. Besonders prächtig sind auch die grünen Raupen mit ihren kontrastreichen schwarzen Streifen und orangen Punkten. Sie ernähren sich von Möhren, Dill und Fenchel.


Bernd und Ingrid Schock entdeckten ihn Ende Juni in Kleinern. Willi Depner beobachtete Schwalbenschwänze in Wollmar und Laisa. Herbert Niem war in Reinhardshausen erfolgreich. Ein weiterer Schwalbenschwanz legte an den Weißen Bergen bei Frankenberg seine Eier ab.
Der NABU ruft alle Naturbeobachter auf, ihre Schmetterlingsdaten über die Homepage www.nabu-waldeck-frankenberg.de unter der Rubrik Beobachtungen zu melden.
Die NABU-Gruppe und Naturschutzjugend Frankenberg lädt am Sonntag, 31. Juli zu einer Schmetterlingsexkursion mit dem NABU-Fachreferenten Bernd Hannover ein. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr der Parkplatz an der Ederberglandhalle. Ziele sind der Rodenbacher Steinbruch und der Wermesdorfer Grund. Alle Naturinteressierten sind willkommen.

Ein Wachteljahr in Waldeck-Frankenberg

Donnerstag, den 04. August 2011 um 14:18 Uhr

WALDECK-FRANKENBERG. So häufig wie noch nie zuvor hörten Vogelkundler in diesem Jahr den „Wachtelschlag“. Kreisweit wurden bisher 215 rufende Wachtelmännchen festgestellt. Der NABU ruft alle Naturbeobachter auf, beim abendlichen Spaziergang in der Feldflur auf das typische „Pick-per-wick“ zu hören.

Wachtel, Wachteln, Wachteln …  beim NABU gingen in den vergangenen Wochen viele Meldungen ein. Während der bisherige Rekord im Landkreis bei 110 Revierhinweisen im Jahr 2009 lag, wurde in der vergangenen Woche das 200. rufende  Männchen entdeckt. Die meisten Vögel meldete Erika Höhle aus Mehlen: 19 rufende Männchen in der Gemarkung Böhne, 18 bei Buhlen, 15 bei Geismar und 13 bei Hundsdorf. Aus allen Teilen des Kreisgebietes gingen schon Meldungen ein. Die meisten Wachteln hielten sich in Gersten- und Weizenfeldern auf. Auch Raps- und Haferflächen sowie Wiesen gehören zum Lebensraum. Maisäcker werden dagegen kaum besiedelt. 


Scheu, verborgen und zudem gut getarnt leben die kleinen Hühnervögel meist am Boden. Dort scharrt das Weibchen eine Erdmulde, polstert sie mit Gras oder Laub aus und lebt ab Mai bis zu einem Dutzend Eier. Schon bald nach dem Schlüpfen verlassen die Küken das Nest und sind mit den Eltern unterwegs. Sie ernähren sich von Gras- und Wildkräutersamen, aber auch von Insekten, Spinnen und grünen Pflanzenteilen.


In diesem Jahr finden sie vermutlich ideale Lebensbedingungen in der Landschaft. Begünstigt durch die Trockenheit im Frühjahr fanden die Zugvögel gut Brutbedingungen. Lichte Getreidebestände und der magere Aufwuchs auf Wiesen und Weiden kamen den Wachteln sicher zugute, vermuten die Ornithologen. Während die Ernte der Wintergerste vielerorts schon abgeschlossen ist, sind die Rufe jetzt in Roggen- oder Weizenfeldern zu hören. Bis Anfang August lohnt sich laut NABU also ein abendlicher Spaziergang durch die Feldgemarkung. „Ohren auf, wo erklingt das Pick-wer-wick ?“, ruft der NABU auf. Weitere Reviere können per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. gemeldet werden. Auch ein Eintrag in der Beobachtungsdatenbank auf der Homepage des NABU-Kreisverbandes www.nabu-waldeck-frankenberg.de ist möglich. Laut Wolfgang Lübcke vom NABU Edertal hängt die Rufaktivität von der Witterung ab. Sie häuft sich nach Regenfällen, auch bei niedrigen Temperaturen. Gewitterschwüle scheint die Aktivität noch anzuregen.


Im Rahmen einer landesweiten Kartierung für den Brutvogelatlas für Hessen wurde der Bestand auf 1000 bis 3000 Paare geschätzt. Starke Bestandsschwankungen sind schon aus der Vergangenheit bekannt. Hessen besitzt für die Verbreitung der Wachtel eine besondere Verantwortung. Sie ist von der Entwicklung der Agrarlandschaft abhängig. Der NABU befürchtet durch die Zunahme des Maisanbaus den Rückgang von Feldlerche, Rebhuhn oder Wachtel. Neben dem Lebensraumverlust im Brutgebiet gehört die Bejagung in den Winterquartieren Südeuropas und Nordafrikas zu den Hauptgefährdungsfaktoren. Die kleinen Hühnchen gehören dort zu den Delikatessen. In Deutschland werden sie häufig auch als Käfig- und Volierenvögel gehalten.

NABU-Familie wächst im Juli um 500 Mitglieder

Donnerstag, den 04. August 2011 um 13:54 Uhr

Waldeck-Frankenberg. Seit Anfang Juli findet in Waldeck-Frankenberg für rund 8
Wochen eine große Werbeaktion des NABU statt (wir berichteten), bei der Projekte des
Naturschutzbundes Deutschland vorgestellt und Mitglieder gewonnen werden sollen. Nach rund
vier Wochen Werbung wurde mit der Mengeringhäuser Familie Föll am 30. Juli das 500. NABUMitglied ausgezeichnet.


Der NABU Waldeck-Frankenberg setzt sich seit mehreren Jahrzehnten für Naturschätze wie Kellerwald, die Ederauen oder aber den Twisteseevorstau ein. Gewässerrenaturierung und Hochwasserschutz, Lebensräume für den Laubfrosch oder Umweltbildung und Naturerleben – die Projekte des NABU auf Kreisebene helfen Wertvolles zu bewahren und zeigen exemplarisch wie Konzepte in die Praxis umgesetzt werden können.


„Der NABU ist ein Mitgliederverband, der sich flächendeckend für die Belange des Naturschutzes einsetzt. Der NABU kann zugleich trotz guter und fachlich fundierter Argumente nur dann viele Ziele erreichen, wenn er z. B. gegenüber Politik und Naturschutzverwaltung mit möglichst großem Gewicht auftritt. Und das sei nur mit vielen Mitgliedern möglich“, erläutert Maik Sommerhage, der die NABU-Werbeaktion koordiniert, und fügt hinzu: „Wir freuen uns über jedes neue Mitglied in unserer Gemeinschaft, gerade wenn es sich um eine so sympathische Familie wie die Fölls handelt, und sind stolz darauf, dass mit den neu gewonnenen Mitgliedern aus dem Juli nun über 2.500 Menschen dem NABU im Landkreis angehören, sei es nun unterstützend oder gar aktiv.“


Familie Föll bedankt sich: „Über die Ehrung als 500. NABU-Mitglied freuen wir uns sehr, zumal wir in vielen gemeinsamen Spaziergängen die schöne Natur genießen und uns wünschen, dass unsere Heimat erhalten bleibt, auch im Hinblick auf unsere Kinder.“


„In den kommenden Wochen werden Studenten im Rahmen ihrer Semesterferien insbesondere im südlichen Kreisgebiet von Waldeck-Frankenberg um Unterstützer und Mitglieder werben. Die Werbeaktion wird nach dem Auftakt Anfang Juli im nördlichen Kreisgebiet bis Ende August fortgesetzt. Die Studenten besitzen einen NABU-Ausweis und sind anhand von NABU-T-Shirts zu erkennen. Die zuständigen Behörden im Kreisgebiet sind informiert und es werden keine Spenden angenommen oder Bargeldgeschäfte getätigt“, erläutert Heinz-Günther Schneider, Kreisvorsitzender des NABU Waldeck-Frankenberg.

Service: Für Fragen zur Werbeaktion steht Ihnen Maik Sommerhage aus Bad Arolsen unter Tel.
0171 - 1583425 bzw. per Email unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. zur Verfügung. Weitere
Informationen erhalten Sie zudem im Internet unter www.NABU-Waldeck-Frankenberg.de.

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