Hochwasser: Auch Korbacher THW im Einsatz

Dienstag, den 04. Juni 2013 um 21:18 Uhr Verfasst von  HNA

WALDECK-FRANKENBERG/DRESDEN/LEIPZIG. Auch das Technische Hilfswerk (THW) aus Korbach ist am Dienstagnachmittag vom Bund zum Hochwassereinsatz in Sachsen alarmiert worden. Noch am Abend machten sich zwölf Mitglieder des THW Korbach auf den Weg nach Leipzig, berichtete der Ortsbeauftragte Hans-Joachim Kegel.

Ziel der Korbacher THW-Pumpengruppe sei zunächst der Sammelpunkt Bad Hersfeld. Von dort gehe es weiter in Richtung Sachsen. Vermutlich werde man im Raum Leipzig eingesetzt, sagte Kegel gegenüber 112-magazin.de. Der Korbacher Ortsverband verfügt über Hochleistungspumpen, die zusammen eine Förderleistung von 27.000 Litern in der Minute haben. Mit anderen THW-Verbänden sei eine Gesamtpumpleistung von 150 Kubikmetern pro Minute zu erreichen, sagte Kegel.

Der Bad Arolser Stadtbrandinspektor Karl-Heinz Meyer, der den Verband der Waldeck-Frankenberger Feuerwehrleute führt, berichtet derweil vom Einsatzort Reick. Dort sind die etwa 100 Einsatzkräfte der heimischen Feuerwehren in einem Gymnasium untergebracht, mit 450 weiteren Einsatzkräften aus Hessen.

"Die Stimmung ist hervorragend unter der Truppe", sagte Meyer. Auf der Autobahn seien Lkw hupend und freundlich winkend an ihnen vorbeigezogen, das sei eine schöne Begrüßung und Motivation gewesen. Gerade sei eine Truppe mit Sandsäcken an ihnen vorbei gezogen, die Mannschaft aus dem Landkreis warte auf den Einsatz, erklärte Meyer am Dienstagnachmittag. "Wir sind die eiserne Reserve, wenn das Wasser nach Dresden kommt." Der Pegelstand steige weiter. Es habe zwar gerade mal aufgehört zu regnen, doch die dunklen Wolken bringen schon den nächsten Schub. Fünf Tage sollen die Helfer bei Dresden bleiben, eventuell auch länger.

Für Bad Arolsen wurde der Alarmplan geändert. Schließlich fehlen derzeit 20 Einsatzkräfte aus der Kernstadt sowie aus Mengeringhausen und Helsen. "Wir sind aber personell gut aufgestellt und haben gleichmäßig Einsatzkräfte abgezogen. Im Einsatzfall werden wir großzügig alarmieren", sagte Meyer.

Auch Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick erläuterte, dass man die Alarmierungspläne im Landkreis teilweise geändert habe. So werde beispielsweise bei einem Ernstfall im Bereich Bad Wildunge/Wega großzügiger alarmiert. Insgesamt könne man allerdings angesichts von rund 4800 Feuerwehrleuten in Waldeck-Frankenberg beruhigt sein, selbst wenn 100 Helfer nach Sachsen abgeordnet wurden.

Mit Blick auf die Einsatzdauer sagte der Kreisbrandinspektor, dass eine Verlängerung je nach Hochwasserlage vor Ort natürlich möglich sei. Dann sei allerdings in der Regel eine Ablösung für die Helfer aus Waldeck-Frankenberg vorgesehen. Ob diese nun wieder aus Einsatzkräften aus dem Landkreis bestehe, könne er noch nicht sagen. Dies werde vom Land geregelt, sagte Biederbick. Mit Blick auf die Größe des Landkreises und die Stärke der Feuerwehr dort sei es aber gut möglich, dass auch als eventuell benötigte Ablöse Helfer aus Waldeck-Frankenberg nach Sachsen geschickt würden.

Die Moral der Gruppe sei gut, erklärte auch Frank Volke, Wehrführer und Stellvertretender Stadtbrandinspektor von Bad Wildungen, als ihn die HNA am Dienstagnachmittag in Dresden auf dem Handy erreichte. Die Fahrt sei reibungslos verlaufen, auch wenn man in der Kolonne mit schweren Feuerwehrfahrzeugen generell nur mit Tempo 50 bis 70 vorankomme. Außerdem müsse man auch immer wieder Diesel für Fahrzeuge nachtanken. Am Dienstagmorgen, gegen 7.15 Uhr, sei die Gruppe in Dresden angekommen, wo es bis zum Nachmittag regnete, wie Volke weiter berichtete.

Zunächst bezogen die Feuerwehrleute aus Waldeck-Frankenberg mit anderen Einsatzkräften eine Sporthalle. Da alle von der langen Fahrt sehr müde waren, wurde der Massenschlafsaal in der Turnhalle aufgelöst, und die Feuerwehren erhielten in einer Schule Klassenzimmer als Schlafsäle. Das berichtete der Berndorfer Sebastian Wurst am Dienstag. "Die Schulleiterin staunte heute Morgen wohl nicht schlecht, als das Schulgelände mit Einsatzfahrzeugen zugeparkt war", schrieb er der HNA. "Wir warten noch auf unseren Einsatz", hieß es am Nachmittag. Quelle: HNA

Zuletzt geändert am Mittwoch, den 05. Juni 2013 um 05:51 Uhr