Besondere Zeiten - Besondere Lösungen: Alarmübungen unter erschwerten Bedingungen

Mittwoch, den 14. Oktober 2020 um 09:30 Uhr Verfasst von  Christopher Rohde
Die Stadtbrandinspektoren Carsten Vahland, Sascha Franken und Arno Zenke lobten das Engagement der eingesetzten Kräfte Die Stadtbrandinspektoren Carsten Vahland, Sascha Franken und Arno Zenke lobten das Engagement der eingesetzten Kräfte Foto: Freiwillige Feuerwehr Korbach

KORBACH. In diesen Herbsttagen finden üblicherweise Alarmübungen der Freiwilligen Feuerwehren statt, um den Ausbildungsstand vor den Wintermonaten nochmals zu definieren. Wie macht man dies, wenn der Ausbildungsbetrieb mit Blick auf die Systemrelevanz noch immer coronabedingt eingeschränkt ist und eine einheitsübergreifende Ausbildung vermieden werden muss?

Die Verantwortlichen der Feuerwehren der Großgemeinde Korbach haben dazu eine Lösung erarbeitet und erfolgreich in die Tat umgesetzt. "Begreifen wir die Krise einfach als Chance und nutzen unsere Möglichkeiten", das war die Devise der Korbacher Stadtbrandinspektoren. Erst kürzlich wurde eine neue Führungskomponente, die sog. Örtliche Technische Einsatzleitung (ÖTEL), einsatzbereit gemeldet. Diese Einheit sollte in das Übungsgeschehen ebenfalls integriert werden.

Schnell war der Gedanke gefasst: die Simulation einer größeren Schadenslage, die zum einen von der ÖTEL zentral geführt werden kann, zum anderen aber auch zulässt, dass jede Wehr autark nur in ihrem Ortsteil arbeiten kann. Die Führungskräfte der Wehren wurden in die Planung mit einbezogen, sodass auch die örtlichen Voraussetzungen und Besonderheiten berücksichtigt werden konnten. Schlussendlich ergaben sich zwei Übungseinheiten mit jeweils sieben beteiligten Ortsteilswehren, die am Montag- und Dienstagabend in Form von Alarmübungen zur Durchführung gelangten. An beiden Abenden waren jeweils 14 verschiedene Einsatzszenarien abzuarbeiten. Den Auftakt machte jeweils die Alarmierung der ÖTEL, die in Korbach ebenfalls auf zwei Gruppen aufgeteilt ist. Das komplette digitale Lagezentrum im Stützpunkt konnte in weniger als 15 Minuten aufgebaut und einsatzbereit gemeldet werden.

Im zweiten Schritt wurden die jeweils beteiligten sieben Ortsteilswehren alarmiert und in Bereitschaft versetzt. Nach Eingang der simulierten Notrufe koordinierte die ÖTEL die Arbeit aller sieben Wehren zeitgleich. Dies war eine besondere Herausforderung und erforderte  bei der Kommunikation im Funkverkehr ein großes Maß an Disziplin und Können. Besonderes Fachwissen war auch bei den Wehren vor Ort gefragt. Die insgesamt 28 Einsatzszenarien waren sehr breit gestreut: umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller und brennende Immobilien mit eingeschlossenen Personen waren ebenso dabei wie technische Hilfe bei Verkehrsunfällen, bei Arbeitsunfällen oder auch die Vermisstensuche in Waldgebieten.

Insbesondere bei den Brandszenarien kamen auch zahlreiche Atemschutzgeräteträger zum Einsatz. Nach Abschluss der Übungen konnte ein überaus positives Fazit gezogen werden. Die Stadtbrandinspektoren Carsten Vahland, Sascha Franken und Arno Zenke lobten das Engagement der eingesetzten Kräfte. "Unter den besonderen Bedingungen der Pandemie haben wir gemeinsam einen Weg gefunden, die Ausbildung weiter voranzutreiben. Das neue Übungskonzept ist zwar aus der Krise geboren, wird aber unsere künftige Arbeit sicher weiter begleiten".

Neben den Ausbildungseinheiten für die 14 Ortsteilswehren arbeitet auch die Kernstadtwehr seit vielen Wochen auf der Grundlage eines speziell ausgearbeiteten Ausbildungskonzeptes. Die Größe der Wehr macht eine Ausbildung in Kleingruppen erforderlich, um die notwendigen Nahkontakte auf ein Mindestmaß zu reduzieren. "Wir zollen dem Führungs- und Ausbildungsteam der Kernstadtwehr ganz großen Respekt. Durch die Ausbildung in Kleingruppen hat sich der zeitliche Aufwand vervierfacht. Eine herausragende Leistung, die das besondere Engagement deutlich macht", loben die Stadtbrandinspektoren.

Besondere Alarmübungen sind aufgrund der höheren Einsatzzahlen in der Kernstadt nicht zwingend notwendig. Im laufenden Jahr stehen schon über 150 Einsätze in der Statistik der gesamten Großgemeinde. "In diesem besonderen Zeiten leisten die Feuerwehren tatsächlich etwas Besonderes" macht Stadtbrandinspektor Carsten Vahland deutlich. "Für mich ist immer ganz besonders wichtig, darauf hinzuweisen, dass diese Arbeit in unserer Region komplett ehrenamtlich abgeleistet wird". Am Feuerwehrdienst Interessierte sind jederzeit herzlich willkommen. 

Link: Freiwillige Feuerwehr Korbach

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Zuletzt geändert am Mittwoch, den 14. Oktober 2020 um 09:54 Uhr