Feuerwehrmann Florian braucht dringend Hilfe

Mittwoch, den 22. Januar 2020 um 18:27 Uhr Verfasst von  Matthias Böhl
Nur ein Abstrich mit dem Wattestäbchen ist zur Typisierung nötig. Keine Blutabnahme mehr. Nur ein Abstrich mit dem Wattestäbchen ist zur Typisierung nötig. Keine Blutabnahme mehr. Fotos: DKMS, Privat, Feuerwehr Medebach

DEIFELD. Wenn es in Deifeld und Umgebung brannte, oder zu einem schweren Unfall kam, bei dem Menschen in höchster Gefahr schwebten, oder wenn irgendwo Tiere oder Umwelt in Not geraten waren, dann rückte auch der 36-jährige Florian Hellwig aus. Dann ließ der Ehemann, der Vater dreier Kinder, der Landwirt und Betriebsleiter alles stehen und liegen – um seine Hilfe dort zu geben, wo sie so dringend gebraucht würde. Ohne zu fragen, ohne Bezahlung, ohne Eigennutz und in der heutigen Zeit vielleicht auch manchmal ohne Anerkennung. Jetzt, liebe Leser, braucht Florian unsere und Eure Hilfe. Lest Euch durch, worum es geht, und wie vielfältig jeder von uns helfen kann:

„Ohne Papa geht’s nicht“ – allein der Name der Homepage zur Hilfe eines an Leukämie erkrankten Familienvaters und Feuerwehrmannes aus dem Medebacher Ortsteil Deifeld lässt einem eine Gänsehaut über den Körper gehen.

Man vermag es nicht auszudenken, was jene Familie des jungen Deifelders Florian Hellwig gerade erleben muss.

Schreckliche Diagnose kurz vor Weihnachten

Kurz vor Weihnachten war es, als der Feuerwehrmann zum Arzt ging und sich untersuchen ließ. Permanente Müdigkeit und Abgeschlagenheit haben ihn dazu veranlasst. Bis zu dieser Zeit war alles noch in Ordnung in der jungen Familie. Als die Blutergebnisse jedoch da waren, veränderte dies das Leben der Familie von einer Sekunde auf die andere. „Akute myeloische Leukämie“ lautet die niederschmetternde Diagnose. Blutkrebs. Eine lebensgefährliche Erkrankung. Für den 36-jährigen Florian gibt es nur noch eine Chance, weiter leben zu dürfen: Eine Stammzellenspende. Diese wird benötigt, um die bei Florian entarteten Stammzellen, die die gesunden Zellen seines Blutes zerstören und verdrängen komplett auszutauschen. Die Stammzellen, in diesem Falle zuständig für die Neubildung von Blut, werden praktisch ausgelöscht und neu implantiert.

Leider gleicht die Suche nach einem passenden Stammzellenspender einer Suche nach einer Stecknadel im Heuhaufen. In den derzeit bereits registrierten Spenderbeständen gibt es weltweit niemanden, der Florian bis jetzt helfen könnte.

Was in den vergangenen Wochen seit Weihnachten in dem kleinen Örtchen Deifeld und auch weit darüber hinaus in Gang geraten ist, ist eine beispiellose Welle der Hilfsbereitschaft und Anteilnahme, um das Leben von Florian zu retten und seine Familie mit den drei kleinen Kindern Julia (9), Jakob (6) und den kleinen zweijährigen Johann zu unterstützen.

Welle der Hilfsbereitschaft - Euer Part, liebe Leser

Als wichtigster Faktor, liebe Leser, steht dabei die von Freunden, Feuerwehrkameraden, Bekannten und vielen lieben Menschen mehr organisierte Typisierungsaktion für Stammzellenspender am kommenden Sonntag, den 26. Januar, von 13-17 Uhr an der Schützenhalle Medebach im Mittelpunkt.

Dabei geht es darum, im Idealfall einen Spender zu finden, der mit seinen genetischen Merkmalen eine Stammzellenspende für Florian durchführen und sein Leben damit vielleicht noch retten könnte. Hierbei ist es lange nicht mehr aktuell, dass die Spendermerkmale mittels Blutentnahme festgestellt werden müssen. Heute reicht ein einfaches Wattestäbchen, mit dem eine Speichelprobe entnommen wird. Aber nicht nur für Florian wird ein Spender gesucht: Denn wer sich am Sonntag registrieren lässt, der steht auch danach allen anderen Menschen zur Verfügung, die auf die Spende von Stammzellen angewiesen sind. Auch hierbei ist es nicht mehr üblich, dass ein Eingriff unter Narkose durchgeführt werden muss, bei dem Knochenmark aus dem Beckenkamm entnommen wird. Mittlerweile wird Blut abgenommen, dass durch eine Maschine geleitet wird – ähnlich einer Dialyse – und anschließend dem Spender wieder zugeführt.

Zusätzlich zur reinen Typisierung haben sich die Freunde und Bekannten von Florians Familie eine Menge einfallen lassen: Da sind die Vereine, sein Fußballverein, die Dorfbewohner – sie alle backen Kuchen, reichen Essen oder Getränke am Sonntag. Zur Typisierung können auch Menschen kommen, die nicht als Spender in Frage kommen, oder bereits registriert sind. Denn mit dem Kauf des Essens und der Getränke werden die Kosten der Speicheluntersuchung gezahlt. Es helfen hier also auch die, die „nur“ zur Stärkung kommen, oder vielleicht sogar eine Spende da lassen.

Dann sind da die Landwirte aus der Umgebung, die ihrem Kollegen und Freund Florian selbstverständlich zur Seite stehen werden: Denn jeder, der zur Typisierungsaktion seinen ausgedienten Weihnachtsbaum mitbringt, wird registriert und pro Weihnachtsbaum zahlen die Landwirte eine Spende von 10 Euro. Anschließend finden die Bäume für das diesjährige Osterfeuer Verwendung.

Und natürlich sind da seine Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, mit denen Florian zu Zeiten, als es ihm und seiner Familie noch besser ging, selbst zu oft lebensrettenden Einsätzen ausgerückt ist und alles andere hinten angestellt hat, um Menschen in Not zu helfen. Florians Kameraden der Medebacher Wehren haben beachtliches auf die Beine gestellt: Sie richten am Sonntag einen Shuttle-Service im Medebacher Stadtgebiet ein, der Spender, die nicht mit dem Auto fahren wollen oder können, abholt und auch wieder zurück fährt. Hierzu kann man sich kurzfristig unter 01 73 - 2 61 39 76 melden. Es wird darum gebeten, sich möglichst mit mehreren Leuten zusammen zu tun, um den Fahrdienst effektiv zu nutzen. Natürlich erfolgen aber bei Bedarf auch einzelne Abholungen.

Darüber hinaus wurde organisiert, dass Busse einen Hol- und Bringeservice aus der weiteren Umgebung durchführen:

Jeweils um 13.00 Uhr und um 15.00 Uhr fahren Busse von Winterberg Bahnhof über Elkeringhausen und Küstelberg zur Schützenhalle nach Medebach und ebenfalls um 13.00 Uhr und um 15.00 Uhr von Brilon Bahnhof über Willingen nach Medebach zur Schützenhalle, wo die Typisierungsaktion stattfindet. Die Rückfahrzeiten werden in den Bussen bekannt gegeben. Besondere Aktion hierbei: Pro Fahrgast spenden die Busunternehmen Rettler und Sälzer 5 Euro zusätzlich für die Typisierung. Der Hol- und Bringeservice ist für die Fahrgäste selbstverständlich kostenfrei. Für die Nutzung der Busse ist bis Freitag um 19.00 Uhr eine Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. erforderlich.

Liebe Leser, jeder von Euch, der zwischen 17 und 55 Jahren alt ist, kann sich am Sonntag von 13-17 Uhr typisieren lassen. Die Typisierung findet in dieser Zeit in der Schützenhalle Medebach (Navi: Schützenstraße 27, 59964 Medebach) statt.

Und die, die nicht für eine Typisierung in Frage kommen, oder bereits registriert sind, können wie bereits erwähnt durch den Kauf von Essen und Getränken, oder freiwillige Spenden die Aktion am Sonntag unterstützen.

Die Freiwilligen Feuerwehren aus Allendorf/Eder und Rengershausen um unseren Mitarbeiter Marvin Schreck gehen am Sonntag mit gutem Beispiel voran und unterstützen die Typisierung in Medebach.

Macht mit nach Euren Möglichkeiten, liebe Leser. Florian und seine Familie werden Euch das nie vergessen!

Und jetzt bitte teilen, weitersagen, verlinken, kopieren und was immer Ihr wollt und könnt.

 

www.deifeld.de

www.ohne-papa-gehts-nicht.de

 

Spendenkonto für die Aktion am Sonntag:

IBAN: DE70 7004 0060 8987 0001 86

Verwendungszweck: Florian

Zuletzt geändert am Mittwoch, den 22. Januar 2020 um 18:58 Uhr