Warum die Feuerwehr in Allendorf 3000 rote Eimer verteilte

Montag, den 26. August 2019 um 10:50 Uhr Verfasst von  HNA
Ausgabe der roten Eimer: Lars Kühne und Mario Kulfanek beteiligten sich an der Feuerwehraktion in Allendorf. Ausgabe der roten Eimer: Lars Kühne und Mario Kulfanek beteiligten sich an der Feuerwehraktion in Allendorf. Foto: Willi Arnold / HNA

ALLENDORF/EDER. Mit einer ungewöhnlichen Aktion wollen die Freiwilligen Feuerwehren aus Allendorf (Eder) der Bevölkerung zeigen, wie wichtig ihre Arbeit im Notfall ist: Rund 50 Feuerwehrleute haben am Samstag 3000 Eimer an alle Haushalte in der Gemeinde verteilt. Die Botschaft hinter der Aktion mit den "Haushalts-Löschkübeln": Wer glaubt, es ginge ohne die Feuerwehr, kann ja bei einem Brand selbst mit einem Eimer Wasser löschen.

Die knallroten 10-Liter-Eimer mit einem Info-Zettel wurden ohne mündliche Informationen vor die Haustüren gestellt. Sicherlich hat der Text beim Lesen einige Verwunderung hervorgerufen.

"Brand melden – Rufen Sie die Feuerwehr an" klingt noch selbstverständlich. "Hoffen, dass die Feuerwehr kommt" soll die Bevölkerung stutzig machen, hoffen die aktiven Feuerwehrleute, die mit ihren "Verhaltensregeln im Brandfall" noch weitergehen: "Keine Feuerwehr vor Ort – Haushalts-Löschkübel mit Wasser befüllen" heißt es unter Punkt 3. Und schließlich als letztes: "Wenn Feuer zu groß, Nachbarn informieren und Kübelkette bilden."

"Mit dieser Aktion wollen wir die Bevölkerung informieren, Interesse und Begeisterung wecken und die Situation verdeutlichen", sagte Allendorfs erster Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr, Stephan Noll. "Denn viele denken, wir bekommen Geld für unsere Arbeit, und wenn es brennt; kommt doch sowieso die Berufsfeuerwehr."

Die Aktion mit den Haushalts-Löschkübeln war vor etwa sechs Jahren von der Freiwilligen Feuerwehr Vallstedt/Alvesse in Niedersachsen und der Werbeagentur typografix-design entwickelt und als Schutzmarke beim Patentamt eingetragen worden. Die Allendorfer Feuerwehr erhielt die Erlaubnis, die Aktion in der eigenen Gemeinde nachzumachen. "Es geht um die durch den demografischen Wandel zurückgehende Zahl von Einsatzkräften, um Nachwuchssorgen", sagte Stephan Noll am Samstagmorgen, als die roten Eimer verteilt wurden. Die Aktion soll den Bürgern klarmachen: Die Feuerwehren sind ehrenamtlich zum Schutz der Bevölkerung im Einsatz. Und sie sind dringend auf Nachwuchskräfte angewiesen.

Noll berichtete, dass die Aktion mit den Eimern und den Infozetteln fast 6000 Euro gekostet habe, die von der Sparkasse Battenberg übernommen worden seien. Sparkassen-Vorstand Harald Below sagte: "Wir sind gemeinnützig und hier fördern wir eine Aktion mit gemeinnützlichem Nutzen." Bürgermeister Claus Junghenn, dankte der Sparkasse für die Unterstützung, Stephan Noll für die Umsetzung der Idee und allen Feuerwehrleuten, die sich daran beteiligt haben.

Tag der Feuerwehr

Als Abschluss dieser Aktion findet am Samstag, 31. August, von 10 bis 16 Uhr in Allendorf und den Ortsteilen ein "Tag der Feuerwehr" als Informationsveranstaltung für die Bevölkerung statt: Allendorf am Brunnenplatz, Battenfeld am Heimatmuseum, Haine und Rennertehausen jeweils am örtlichen Feuerwehrgerätehaus.

Dort kann Technik besichtigt werden und Feuerwehrfrauen und -männer stehen für Fragen gerne zu Verfügung. Auch für Essen und Getränke wird gesorgt. (Quelle: HNA)

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Zuletzt geändert am Montag, den 26. August 2019 um 11:11 Uhr