Kaminbrand: Feuer auf Dachboden gerade noch verhindert

Dienstag, den 21. Februar 2017 um 21:13 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Mit der Drehleiter transportierte die Feuerwehr den Schornsteinfeger aufs Dach zum Schornsteinkopf. Mit der Drehleiter transportierte die Feuerwehr den Schornsteinfeger aufs Dach zum Schornsteinkopf. Foto: pfa/Archiv

MÜNDEN. Kurz vor Ausbrechen eines offenen Feuers auf einem landwirtschaftlichen Anwesens im Lichtenfelser Stadtteil Münden hat die Feuerwehr einen Kaminbrand in den Griff bekommen. Dabei waren am späten Nachmittag so hohe Temperaturen in dem Schornstein entstanden, dass das Mauerwerk riss. Auch ein Schornsteinfeger und die Drehleiter aus dem benachbarten Medebach waren im Einsatz.

Nach Auskunft von Stadtbrandinspektor Klaus Debus war der Kaminbrand im Ortskern gegen 17 Uhr gemeldet worden. Zunächst rückten die Feuerwehren aus Sachsenberg und Münden zu dem Bauernhof aus. Beim Eintreffen der Brandschützer schlugen Funken und Flammen aus dem Schornstein des zweistöckigen Wohnhauses, an das direkt eine Scheune angrenzt. Laut Debus hatte sich in dem Kaminzug Glanzruß entzündet, der Kamin brannte im Innern auf gesamter Höhe. Das Zweifamilienhaus des Bauernhofes wird nach Angaben des Stadtbrandinspektors mit einer Holzheizung geheizt.

Revisionsklappe glühte bereits
Die Brandschützer bauten eine Löschwasserversorgung auf, überprüften sämtliche Räume, die an den Kamin angrenzen und gingen unter Atemschutz auf den Dachboden vor. Dort glühte eine Revisionsklappe des Schornsteins wegen der extrem hohen Temperaturen bereits, das Mauerwerk des Kamins war wegen der Hitze auch an einer Stelle schon gerissen. Weil Spanplatten auf dem ehemaligen Fruchtboden direkt bis an den Kamin verlegt waren, bestand die große Gefahr, dass es zu einem offenen Feuer auf dem Dachboden kommt - dieser Brand hätte sich laut Debus im schlimmsten Fall auf Scheune und Wohnhaus ausbreiten können.

Der Einsatzleiter ließ umgehend die Medebacher Kameraden nachalarmieren, die mit Wärmebildkamera und Drehleiter über die Landesgrenze nach Münden eilten. Außerdem kam auch ein angeforderter Schonrsteinfeger, der dann vom Korb der Drehleiter aus den Kaminzug komplett ausfegte. Das nach unten fallende, teils noch glühende Material holten wiederum die Feuerwehrleute aus dem Schornstein. Auf dem Dachboden hatten andere Kameraden inzwischen die Spanplatten am Kamin mit der Motorsäge entfernt. Insgesamt waren aus den drei Orten rund 20 Kameraden im Einsatz. Neben Debus war auch sein Stellvertreter Dirk Klein an der Einsatzstelle in Münden.

"Das war kurz vor knapp", sagte Debus am Abend im Gespräch mit 112-magazin.de. Glücklicherweise habe man einen Gebäudebrand verhindern können. Die örtliche Feuerwehr hielt noch bis etwa 21 Uhr Brandwache, danach sollte der Schornstein erneut mit der Wärmebildkamera überprüft werden. Die Heizung des Anwesens wurde abgeschaltet und gereinigt. Es sei vorgesehen, dass der zuständige Bezirksschornsteinfeger die Anlage am Mittwoch in Augenschein nehmen werde, erklärte Debus. (pfa)  


Zuletzt geändert am Dienstag, den 21. Februar 2017 um 22:26 Uhr