Kurzschluss, Kellerbrand: Vermisste gefunden und gerettet

Donnerstag, den 01. Dezember 2016 um 00:01 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Einsatzkräfte "retten" einen "Verletzten" und bringen ihn ins Freie. Einsatzkräfte "retten" einen "Verletzten" und bringen ihn ins Freie. Fotos: pfa

MENGERINGHAUSEN. Ein durch einen Kurzschluss ausgelöster Kellerbrand, ein völlig verrauchtes Gebäude der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge sowie drei verletzte und vermisste Arbeiter - das war das Szenario einer Übung, zu der am Dienstagabend die Feuerwehren aus Mengeringhausen, Bad Arolsen und Helsen ausrückten.

Mit dem Hinweis auf eine ausgelöste Brandmeldeanlage alarmierte die Leitstelle gegen 18.15 Uhr zunächst die Feuerwehr aus Mengeringhausen. Als die Kameraden unter der Leitung von Wehrführer Jörg Jakobschak wenig später auf dem umzäunten Gelände an der Hagenstraße eintrafen, drang Rauch aus dem ehemaligen Georg-Friedrich-Kasino. Drei Menschen galten zu diesem Zeitpunkt als vermisst.

Sofort gaben die Mengeringhäuser Kameraden die Rückmeldung über den angenommenen Brand mit Vermissten an die Leitstelle, die daraufhin die Wehren aus der Kernstadt und aus Helsen nachalarmierte. Wenig später waren etwa 50 Feuerwehrleute vor Ort, 14 von ihnen unter Atemschutz. Sie gingen in den verwinkelten Keller vor und suchten nach den Vermissten - in diesem Fall Puppen. Während der Personensuche durch die Atemschutztrupps überwachten Kameraden außerhalb des Gebäudes, wie lange welche Brandschützer bereits im Einsatz sind und wie lange etwa ihnen die Atemluft noch reicht. Im Ernstfall ist diese sogenannte Atemschutzüberwachung lebenswichtig. Alles habe reibungslos geklappt, lobte Stadtbrandinspektor Karl-Heinz Meyer.

Während sich die Suchtrupps bei äußerst geringen Sichtweiten durch die Rauchentwicklung ihren Weg bahnten, bauten andere Kameraden draußen bereits eine umfassende Wasserversorgung auf und bereiteten den Innengriff mit C-Rohren vor. Andere Freiwillige kümmerten sich darum, dass die Einsatzstelle ausreichend ausgeleuchtet wird, wieder andere standen bereit, um die geretteten Vermissten auf Tragen zu betten und in Sicherheit zu bringen. Nicht zuletzt sorgten weitere Feuerwehrleute dafür, die Standrohre der Hydranten oder verlegte Schlauchleitungen mit Warnlampen abzusichern. Vorsicht war darüber hinaus geboten, weil sich Löschwasser bei eisigen Temperaturen in rutschige Eisflächen verwandelte.

Bei der sich direkt anschließenden Nachbesprechung lobten Stadtbrandinspektor Meyer und sein Stellvertreter Sven Eichweber die Leistungen der Einsatzkräfte. Weil die Erstaufnahmeeinrichtung dem Land gehört, beobachteten auch Vertreter des Regierungspräsidiums die Übung. Der Beauftragte der RP, Wolfgang Finis, wertete den Verlauf des Einsatzes und insbesondere der Menschenrettung als besonders gut. Finis muss es wissen: Er war bis zum vergangenen Jahr an der Landesfeuerwehrschule als Ausbilder und zuletzt auch als kommisarischer Leiter der Schule tätig. Die Wehren hätten einen guten Ausbildungsstand. Als sehr positiv wertete Finis, dass innerhalb kürzester Zeit eine ausreichende Anzahl an Atemschutzgeräteträgern einsatzbereit waren.

Platz für bis zu 700 Menschen
Die Außenstelle Mengeringhausen der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge wurde für mehrere Millionen Euro eingerichtet und ist für rund 500 bis 700 Menschen ausgelegt. Bislang wohnte dort aber kein einziger Flüchtling. Um unter anderem Vandalismus von außen zu verhindern, wird der Gebäudekomplex rund um die Uhr bewacht. (pfa) 


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Feuerwehr Bad Arolsen
Feuerwehr Mengeringhausen

Zuletzt geändert am Donnerstag, den 01. Dezember 2016 um 01:01 Uhr