Stall und Traktor vollständig vernichtet, Wohnhaus gerettet / VIDEO

Donnerstag, den 22. Mai 2014 um 14:21 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel

OTTLAR. Ein Stall eines Milchviehbetriebes am Ortsrand von Ottlar ist am Donnerstagmittag nahezu vollständig abgebrannt. Menschen und Tiere kamen nicht zu Schaden. Der mit einem Großaufgebot angerückten Feuerwehr gelang es, das Wohnhaus und einen weiteren angrenzenden Stall zu retten.

Die örtliche Wehr und die Kameraden der umliegenden Ortschaften wurden zunächst gegen 11.50 Uhr alarmiert, nachdem der Leitstelle ein brennender Schlepper und ein in Flammen stehender Düngersilo auf einem Bauernhof in der Straße Kircheuber gemeldet worden waren. Als die ersten Einsatzkräfte wenig später eintrafen, brannte der mitten auf dem Hof stehende Traktor lichterloh, und auch der Stall mit dem Düngersilo am Gebäuderand stand bereits in Flammen. Nach Auskunft von Torsten Behle, der den Einsatz als stellvertretender Gemeindebrandinspektor leitete, forderten die Kameraden sofort über die Leitstelle weitere Wehren mit wasserführenden Fahrzeugen an - so rückten zusätzlich zu den Diemelseer Kräften auch Willingen und Rattlar unter anderem mit zwei Tanklöschfahrzeugen und Drehleiter mit insgesamt 26 Kameraden sowie die Korbacher Stützpunktwehr mit Großtanklöschfahrzeug und weiterem Tanklöschfahrzeug mit drei Mann nach Ottlar aus.

Als über die Tanklöschfahrzeuge einerseits und über eine Wasserversorgung vom Feuerlöschteich andererseits genügend Löschwasser an der Brandstelle vorhanden war, rückten die Feuerwehrleute dem Brand von mehreren Seite und auch aus der Luft vom Korb der Willinger Drehleiter zu Leibe. Den Einsatzkräften gelang es durch großen Personaleinsatz - insgesamt waren 95 Feuerwehrleute vor Ort -, das Wohnhaus der Milchviehhalter vor einem Übergreifen des Feuers zu bewahren. Dabei kam den Betroffenen auch eine Brandwand mit geschlossenen Feuerschutztüren zugute, die vom Boden bis unters Dach die Stallungen vom Wohnhaus abtrennt. Feuerwehrsprecher Günter Radtke bezeichnete die Bauweise als optimal.

Anwohner und Feuerwehrleute retten mehrere Kälber
Anwohner und Feuerwehrleute trieben mehrere Kälber auf eine angrenzende Wiese, so dass keines der Tiere zu Schaden kam. Auch ein neuer, im rechten Winkel zum brennenden Stall stehender weiterer Stall wurde gehalten. Rettungskräfte und Notärztin untersuchten vor Ort die älteren Familienmitglieder, von denen eine Person einen leichten Schock erlitten hatte. Ins Krankenhaus musste niemand eingeliefert werden. Radtke lobte die Nachbarn, die die Einsatzkräfte mit Essen und kalten Getränken versorgten.

Auch Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick verschaffte sich einen Eindruck von der Situation auf dem Hof. Ein Mitarbeiter der Unteren Wasserschutzbehörde des Landkreises und des Wasserversorgers waren ebenfalls an der Einsatzstelle. Für die Umwelt bestand zu keiner eine Gefährdung. In dem ganz in der Nähe verlaufenden Holzbach wurden keinerlei Rückstände von Öl oder anderen wassergefährdenden Stoffen gefunden.

"Kleine Wehren unverzichtbar"
Nach Ende des Löscheinsatzes blieben die Feuerwehren aus Ottlar und Giebringhausen als Brandwache an der Einsatzstelle. Feuerwehrsprecher Radtke unterstrich öffentlich die Notwendigkeit der kleinen Ortsteilwehren. Der Brand in Ottlar habe gezeigt, dass die Ortsteilwehren wegen der mitunter langen Anfahrtswege der größeren Wehren von großer Bedeutung seien. "Die kleinen sind unverzichtbar", sagte der Sprecher.

Die Kripo übernahm die Ermittlungen. Angaben über die Brandursache machte die Polizei an der Brandstelle nicht. Der Schaden dürfte in sechsstelliger Höhe liegen.

Zuletzt geändert am Donnerstag, den 22. Mai 2014 um 19:20 Uhr

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