Gleitschirmflieger von Bergwacht und Feuerwehr gerettet

Montag, den 04. Juni 2018 um 16:49 Uhr Verfasst von  Matthias Böhl und Uli Wahle
Einsatz im Wald gestern Abend gegen 18.00 Uhr in der Nähe von Andreasberg. Einsatz im Wald gestern Abend gegen 18.00 Uhr in der Nähe von Andreasberg. Fotos: Matthias Böhl (112-Magazin) und Uli Wahle (112-Magazin)

WASSERFALL. Weil sein Rettungsschirm falsch auslöste, wurde ein 50-jähriger Gleitschirmflieger am Sonntagabend in der Nähe des Fluggeländes Andreasberg bei Bestwig in den Wipfel einer rund 15 Meter hohen Fichte getrieben. Der Schirm verfing sich im Baum und der Gleitschirmpilot war so völlig hilflos in der Höhe hängen geblieben.

Bereits nach kurzer Zeit wurde ein Notruf abgesetzt, woraufhin die Leitstelle des Hochsauerlandkreises Feuerwehr, Rettungsdienst und Notarzt und die Polizei zur Einsatzstelle im Wald beorderte.

Die Feuerwehrkameraden aus Andreasberg, Bestwig und Ramsbeck unter der Einsatzleitung von Uwe Mikita erkannten schnell, dass sie hier nicht alle zu Recht kommen würden. Sie bereiteten den Einsatz für die bereits alarmierte Bergwacht vor: Auf dem Weg zur Einsatzstelle, hoch über Andreasberg gelegen, stellten die Kameraden Streckenposten auf, die den nachrückenden Kräften den Weg zeigten. Außerdem stand ein Quadfahrer für Fahrten über die Schotterwege zur Verfügung. Die ebenfalls mit alarmierte Drehleiter aus Olsberg konnte ihren Einsatz abbrechen, da schnell klar war, dass sie den Gleitschirmflieger im Baumwipfel nicht erreichen kann, da die Absturzstelle sich mitten im Wald befand.

Parallel dazu waren andere Kameraden zusammen mit Rettungsdienst und Notarzt aus Olsberg direkt an der Absturzstelle im Wald vor Ort und sprachen mit dem – augenscheinlich unverletzten – Gleitschirmflieger. Außerdem brachten die Kameraden bereits eine mit Seilen und durch Feuerwehrleute gesicherte Leiter am Nachbarbaum an, um der anrückenden Bergwacht aus Winterberg später den Einsatz so leicht wie möglich zu machen und die geplante Rettung bereits optimal vorzubereiten.

Die wenige Minuten später eingetroffenen Bergretter des Deutschen Roten Kreuzes gingen routiniert vor. Während sich Marc Sartorius ausrüstete, um umgehend zum Gleitschirmflieger in die Höhe zu klettern, sicherte ein weiterer Kamerad am Boden ein Seil, an dem der Bergretter gesichert war. Der Dritte im Bunde, der Abschnittsleiter der Bergwacht, überwachte die Arbeiten und achtete dabei insbesondere auch auf die Sicherheit aller Beteiligten. Oben im Baum musste Marc Sartorius sich mittels Handsäge erst einmal einen Weg bahnen, um zum Gleitschirmflieger zu gelangen. Während der erfahrene Bergretter die störenden Äste absägte, sprach er die gesamte Zeit immer wieder mit dem Piloten, der wenige Meter weiter fest hing. Als Sartorius den Weg schließlich frei hatte, konnte er den Mann mit einem Seil bei sich selbst sichern, ihn aus dem Schirm schneiden und ihn dann unverletzt und gut gesichert zu Boden lassen. Nach einer kurzen Untersuchung durch den Rettungsdienst und den Notarzt war der Einsatz dann beendet.

Den ehrenamtlichen Kräften der Feuerwehren aus Andreasberg, Bestwig und Ramsbeck und der DRK Bergwacht aus Winterberg ist es zu verdanken, dass ein Gleitschirmunfall im Hochsauerland einmal mehr ein glückliches Ende genommen hat.