Einbruch in ehemaligen Munitionsbunker sorgt für Brand von Pyrotechnik

Dienstag, den 27. November 2018 um 13:37 Uhr Verfasst von  Aneudis Taveras
Die Beamten fanden verbotene Waffen und weiteres Diebesgut aus anderen Fällen, als sie die Täter durchsuchten. Die Beamten fanden verbotene Waffen und weiteres Diebesgut aus anderen Fällen, als sie die Täter durchsuchten. Foto: Polizei/ots/Archiv

FRITZLAR. Am Dienstag, den 20. November kam es zu einem versuchten Einbruch in fünf ehemalige Munitionsbunker der Bundeswehr.

Der Vorfall trug sich im Bereich der Feldgemarkung zwischen der Landesstraße 3250 und dem Ortsteil Fritzlar-Rothhelmshausen, bei dem die in einem Bunker gelagerte Pyrotechnik entzündet wurde. Die sofort eingeleiteten umfangreichen Ermittlungen der Kriminalpolizei Homberg führten noch am Mittwoch zur Festnahme eines Täters und zur Sicherstellung von Beweismaterial. Auf Grund eines umfassenden Geständnisses des festgenommenen 25-jährigen Täters konnten die weiteren Mittäter, zwei Männer und drei Frauen im Alter von 25 bis 26 Jahren aus Nord- und Osthessen ermittelt werden. Da keine Haftgründe bestanden, wurden alle sechs Täter bzw. Täterinnen nach der Vernehmung, Durchsuchungen und erkennungsdienstlichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt.  

Die insgesamt aus sechs Personen bestehende arbeitsteilig vorgehende deutsche Tätergruppe hatte am 20. November gegen 21.40 Uhr versucht, sich unter Verwendung von schwerem Gerät Zutritt zu den Bunkern zu verschaffen, um die dort gelagerte Pyrotechnik, die Feuerwerkskörper auf Schwarzpulverbasis umfasst, im Wert von mehreren 1.000 Euro zu entwenden und um anschließend das erbeutete Schwarzpulver gewinnbringend zu veräußern.

Bei dem Versuch, ein doppelwandiges Stahltor des letzten Aufbewahrungsbunkers mittels eines benzinbetriebenen Trennschleifers aufzuflexen, entzündeten sich dort vermutlich durch Funkenflug im Torbereich aufgestapelte Feuerwerkskörper und es kam zu einer explosionsartigen Umsetzung der Pyrotechnik. Infolge der enormen Explosion wurde das massive Stahltor herausgesprengt. Bei dem in ca. 10 Meter Entfernung bereitgestellten Fluchtfahrzeug wurde durch die Druckwelle die komplette Heckscheibe in den Innenraum katapultiert. Durch glückliche Umstände wurden die sich in unmittelbarer Nähe zum Explosionsort aufhaltenden Täter nicht verletzt.

Im Inneren des Bunkers entwickelte sich in der Folge ein Vollbrand des Inventars. Fortwährende chemische Reaktionen erschwerten der eingesetzten Feuerwehr die Löschung des Brandes. Der Gesamtsachschaden wird von der Polizei nach bisherigen Erkenntnissen auf ca. 80.000 Euro geschätzt.

Bei den weiteren durchgeführten Festnahme- und Durchsuchungsmaßnahmen konnte bei mehreren Tatbeteiligten umfangreiches Beweismaterial, Diebesgut, unter anderem Abschussrohre, Zündsteuerungen, Schwarzpulver, etc. und das von einem Zeugen tatzeitnah beobachtete Fluchtfahrzeug - ein VW Golf - aufgefunden werden. Das Beweismaterial und das Fluchtfahrzeug wurden sichergestellt und kriminaltechnisch untersucht.

Bei einem Mittäter wurden mehrere strafrechtlich relevante Zufallsfunde, wie neue Mobiltelefone, verschiedene verbotene Waffen, Schreckschusspistolen und ca. 70 kg "Polenböller" entdeckt und sichergestellt. Die Ermittlungen insbesondere zu den fabrikneuen Mobiltelefonen, den Polenböllern, sowie zu den aufgefundenen Waffen dauern noch an.  

Die Tätergruppe erwartet nun Strafverfahren wegen Einbruchdiebstahls, fahrlässiger Brandstiftung und Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion. (ots/r)

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Zuletzt geändert am Dienstag, den 27. November 2018 um 14:15 Uhr