Von Lkw gestürzt: Eisscholle durchschlägt Frontscheibe

Mittwoch, den 11. Januar 2017 um 18:00 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
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Die Eisscholle durchschlug die Frontscheibe des Wagens, mit dem die 29-Jährige hinter dem Lkw die A 49 befuhr. Die Eisscholle durchschlug die Frontscheibe des Wagens, mit dem die 29-Jährige hinter dem Lkw die A 49 befuhr. Fotos: Autobahnpolizei

KASSEL. Eine größere Eisscholle ist von einem Sattelzug herabgestürzt und hat die Frontscheibe eines nachfolgenden Autos durchschlagen. Die Fahrerin hatte großes Glück und kam mit leichten Verletzungen davon. Den Lkw-Fahrer aus Bulgarien, der das Dach seines Aufliegers vor Fahrtantritt von Eis hätte befreien müssen, erwartet nun ein Strafverfahren.

Die 29 Jahre alte Autofahrerin hatte "offenbar ihren sprichwörtlichen Schutzengel dabei", sagte am Mittwochnachmittag Polizeisprecher Torsten Werner in Kassel. Obwohl die Eisscholle die Windschutzscheibe ihres Audis durchschlagen und die Frau aus Gudensberg sich dabei eine Platzwunde am Kopf zugezogen hatte, kam es zu keinem schweren Unfall. Der Frau gelang es am Mittwochvormittag, die Spur zu halten. Anschließend steuerte sie mit ihrem Wagen das Tankstellengelände an der A 49 bei Edermünde an. Glücklicherweise hatte auch der Fahrer des Lastzuges den Unfall bemerkt und stoppte ebenfalls.

Mitarbeiter der Tankstelle verständigen die Polizei. Ein eingesetzter Rettungswagen brachte die Autofahrerin zur weiteren Untersuchung vorsorglich in ein Kasseler Krankenhaus. Die mit der Unfallaufnahme betrauten Beamten der Polizeiautobahnstation Baunatal nahmen auf Anordnung der Kasseler Staatsanwaltschaft vom 45 Jahre alten Lkw-Fahrer aus Bulgarien eine Sicherheitsleistung von 1000 Euro entgegen.

Lkw und Auto hintereinander auf der A 49 unterwegs
Der Unfall ereignete sich gegen 10.30 Uhr. Zu dieser Zeit befuhren Sattelzug und Auto die A 49 von Kassel in Richtung Süden. Zwischen den Anschlussstellen Baunatal-Süd und Edermünde rutschte die Eisscholle vom Dach des Sattelaufliegers und prallte genau auf den dahinter fahrenden Audi der 29-Jährigen. Die bis zu sechs Zentimeter dicken Eisbrocken lagen anschließend im gesamten Fahrzeuginnenraum.

Weil der Lkw-Fahrer, der für die Verkehrssicherheit seines Sattelzuges verantwortlich ist, aus dem Ausland stammt, ordnete die Staatsanwaltschaft zur Sicherung des Strafverfahrens eine sogenannte Sicherheitsleistung an. Nachdem der Bulgare diese bezahlt und sein Lkw-Dach vom Eis befreit hatte, durfte der 45-Jährige seine Fahrt fortsetzen. Er muss sich nun wegen des Unfalls in einem Strafverfahren verantworten. Angaben über die Schadenshöhe machte die Polizei in Kassel am Mittwoch nicht. (ots/pfa)  


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Zuletzt geändert am Mittwoch, den 11. Januar 2017 um 18:53 Uhr