Per Haftbefehl gesuchter Schwarzfahrer "fährt ein"

Dienstag, den 12. Mai 2015 um 11:44 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Bundespolizisten nahmen den 27-Jährigen fest. Er konnte eine Geldstrafe von 1800 Euro nicht aufbringen. Bundespolizisten nahmen den 27-Jährigen fest. Er konnte eine Geldstrafe von 1800 Euro nicht aufbringen. Foto: Bundespolizei/Archiv

KASSEL. Das Opfer eines angeblichen Diebstahls ist in Kassel selbst in den Knast "eingefahren": Der 27-Jährige, der Anzeige bei der Bundespolizei erstattete, wurde nämlich wegen mehrfachen Schwarzfahrens per Haftbefehl gesucht.

Der 27-Jährige, der zurzeit in Zürich lebt, wollte nach eigenen Angaben am frühen Samstagmorgen gegen 4.30 Uhr mit dem Regionalexpress vom Hauptbahnhof Kassel nach Marburg fahren. Kurz nach dem Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe sei ihm die Reisetasche samt Fotoapparat und Handy gestohlen worden.

Obwohl das vermisste Gepäck auf der Rückfahrt auf dem Bahnsteig in Kirchhain aufgefunden wurde, ging der 27-Jährige nach der Ankunft in Kassel zur Bundespolizei, um Strafanzeige zu erstatten. Für ihn liefen die Dinge dort allerdings etwas anders als gedacht: Die Überprüfung seiner Identität brachte nämlich ans Tageslicht, dass der Mann von der Staatsanwaltschaft Osnabrück mit Haftbefehl gesucht wurde. Er war in der Vergangenheit mehrfach beim Schwarzfahren erwischt worden und war noch eine Geldstrafe von insgesamt 1800 Euro schuldig. Da er dieses Geld nicht aufzubringen imstande war, wurde der Haftbefehl vollstreckt: Die Polizisten brachten ihn in die JVA nach Kassel-Wehlheiden.

Nicht zuletzt leitete die Bundespolizei gegen den Mann ein neues Strafverfahren wegen Erschleichens von Leistungen ein. Laut Zugbegleiterin hatte der 27-Jährige nämlich für die vorerst letzte Bahnfahrt erneut kein Ticket.

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Zuletzt geändert am Dienstag, den 12. Mai 2015 um 11:54 Uhr