Korbacher THW: "Gepumpt wie die Weltmeister"

Mittwoch, den 12. Juni 2013 um 11:59 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
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KORBACH/SCHÖNEBECK. Während es bei den Feuerwehren in Sachsen offenbar Ärger hinter den Kulissen gab und die hessischen Hochwasserhelfer am Dienstag nach Hause abrückten, herrscht beim Korbacher THW große Zufriedenheit über die "wunderbare Zusammenarbeit" mit anderen THW-Einheiten, Feuerwehrleuten und hunderten Helfern aus der Bevölkerung.

Die zwölf Einsatzkräfte des Korbacher THW-Ortsverbandes waren in der vergangenen Woche an der Mulde in Sachsen eingesetzt, wo sie ein fünf Hektar großes und in einer Höhe von 1,30 Meter überflutetes Gebiet rund um einen Trinkwasser-Tiefenbrunnen freilegte. Zum Wochenende dann verlegten die Helfer in Blau nach Schönebeck südöstlich von Magdeburg an der Elbe in Sachsen-Anhalt. Dort waren sie bis Dienstagnachmittag damit beschäftigt, einen 600 Meter langen und 15 Meter breiten Deich zu verstärken und zu erhöhen. "Allein am Montag haben wir mit unserem kleinen Radlader 250.000 Sandsäcke transportiert", sagte der Korbacher THW-Ortsbeauftragte Hans-Joachim Kegel gegenüber 112-magazin.de.

Anwohnerin näht zerrissene Einsatzkleidung
Insgesamt 200 Helfer von THW und Feuerwehren seien über Tage in Schönebeck erfolgreich im Einsatz gewesen. Weitere rund 450 ehrenamtliche Helfer aus der Bevölkerung hätten die Hilfsorganisationen im Kampf gegen das Elbe-Hochwasser unterstützt - mit Erfolg: Das hinter dem vergrößerten Deich gelegene Überschwemmungsgebiet war bis Dienstagabend weitgehend vom Wasser befreit. "Wir haben gepumpt wie die Weltmeister", sagte Kegel, der die "wunderbare Zusammenarbeit" aller Helfer ausdrücklich lobte. Die Bevölkerung habe sich über die Mithilfe beim Deichbau hinaus sehr für die Helfer eingesetzt. "Als einem Helfer die Einsatzkleidung riss, hat sich sofort jemand gefunden, der sie wieder nähte", sagte Kegel. Aus der Küche eines örtlichen Kindergartens seien die Helfer zudem verpflegt worden.

Der Hochwassereinsatz hinterlässt bei den seit acht Tagen ununterbrochen eingesetzten Korbachern mittlerweile seine Spuren: "Die Füße sind müde, die Hüften tun weh und einige haben einen starken Sonnenbrand", berichtete Kegel weiter. Für Dienstagabend hätten sich die Einsatzkräfte daher eine Auszeit gegönnt - um am Mittwochmorgen an der nächsten Einsatzstelle die ehrenamtliche Arbeit aufzunehmen.

Zuletzt geändert am Mittwoch, den 12. Juni 2013 um 12:11 Uhr