Eisglätte: Straßen spiegelglatt, mehrere Unfälle

Donnerstag, den 23. Dezember 2010 um 11:31 Uhr Verfasst von  Dennis Schmidt
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WALDECK-FRANKENBERG. Eisglätte hat die Straßen in gefährliche Rutschbahnen verwandelt. Es passierten zahlreiche Unfälle. Die Polizei appellierte an die Verkehrsteilnehmer, nur wirklich notwendige Fahrten anzutreten. Mehrere Straßen wurden gesperrt, unter anderem im Raum Volkmarsen, zwischen Elleringhausen und Volkhardinghausen sowie zwischen Landau und der Bundesstraße 251, am Abend wurden wegen Einsbruchgefahr auch die Strecken zwischen Netze und Naumburg sowie wegen Eisglätte die Landesstraße von Helsen nach Kohlgrund "dicht" gemacht - hier hing sogar ein Streifenwagen der Arolser Polizei fest.

In Waldeck-Frankenberg und im nordöstlichem Landkreis Kassel kam es laut Polizeisprecher Torsten Werner am Donnerstagnachmittag zu einer Vielzahl von Verkehrsunfällen auf spiegelglatten Straßen. Unfälle mit schweren Folgen blieben aber aus.

Zu mehreren Unfällen rückten nicht nur Notärzte und Rettungswagen-Besatzungen, sondern auch Feuerwehren aus. Auf der Landesstraße 3118 zwischen Nieder-Waroldern und Höringhausen war gegen 16 Uhr eine Autofahrerin mit ihrem VW Polo in den Graben und gegen einen Wasserdurchlass geschleudert. Die Frau galt zunächst als im Fahrzeug eingeklemmt. Feuerwehrleute aus Höringhausen und Sachsenhausen unterstützten die Rettungskräfte dabei, die verletzte Frau mit einem Spineboard aus dem im Graben liegenden Polo zu heben.

Wenig später krachte es zwischen Landau und Gasterfeld. Hier war ein VW Transporter von der eisglatten Bundesstraße 450 abgekommen und auf eine tiefer liegende Wiese gestürzt, wie sich das Fahrzeug überschlug (Foto). Brandschützer aus Bad Arolsen und Landau schnitten die Frontscheibe des Transporters heraus und befreiten den leicht verletzten Fahrer.

Die Wehren aus Usseln und Willingen rückten auf die Bundesstraße 251 in Richtung Neerdar aus. Im Bereich der Gaststätte Ohlenbeck war es ebenfalls durch Glätte zu einem Unfall gekommen, die Brandschützer brauchten nach Angaben von Gemeindebrandinspektor Jürgen Querl aber lediglich Betriebsstoffe aufzunehmen. Details zu dem Unfall waren zunächst nicht bekannt. Selbst die Polizei habe wegen der Vielzahl nicht zu allen Unfällen ausrücken können, sagte am Abend der Leiter der Korbacher Station, Reiner Sauerland.

Auf der Bundesstraße 251 zwischen Ippinghausen und Bründersen blockierte am späten Nachmittag ein umgestürzter Lastwagen einer Korbacher Firma die komplette Straße. Den drei Insassen gelang es, sich allein aus dem Führerhaus zu befreien. Die Feuerwehr streute unter anderem ausgelaufenen Dieselkraftstoff ab. Angaben über die Schadenshöhe lagen zunächst nicht vor.

Einsatzbereitschaft im Arolser Feuerwehrstützpunkt
Wie der stellvertretende Bad Arolser Stadtbrandinspektor Michael Seebold am Abend gegenüber 112-magazin.de erklärte, habe die Arolser Kernstadtwehr wegen der Glätte eine Einsatzbereitschaft im Stützpunkt eingerichtet. Im Ernstfall müssten die Freiwilligen so nicht erst von zu Hause zum Stützpunkt fahren, sondern könnten sofort ausrücken. Außerdem übernahm die Wehr die Bereitschaft, im Ernstfall weitere als die diensthabenden Notärzte im Raum Nordwaldeck von zu Hause abzuholen und als Zubringer an die Einsatzstellen zu transportieren. Diesen Dienst hätten Rettungsassistenten übernommen, die auch als Feuerwehrmänner aktiv seien, erklärte Seebold.

Eisregen am frühen Abend auch im Südkreis
Während am späten Nachmittag zunächst der Nordkreis vom Eisregen betroffen war, ging am frühen Abend auch im Bereich der Polizeistationen Bad Wildungen und Frankenberg Eisregen nieder. Die gesamte Nacht über ereigneten sich dort aber keine größeren Unfälle, wie die Polizeidienststellen in den beiden Städten am Freitagmorgen berichteten.