Willingen: 49-Jähriger stirbt nach Tauchunfall in Grube

Samstag, den 19. März 2016 um 11:33 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Der Taucher wurde zwar erfolgreich reanimiert, starb dann aber in einem Krankenhaus. Der Taucher wurde zwar erfolgreich reanimiert, starb dann aber in einem Krankenhaus. Foto: pfa/Archiv

WILLINGEN. Ein 49 Jahre alter Taucher aus Duisburg ist nach einem Tauchunfall in der Schiefergrube Christine in einem Krankenhaus gestorben. Polizeisprecher Volker König bestätigte einen entsprechenden Bericht der Waldeckischen Landeszeitung.

Wie die Lokalzeitung am Samstag berichtet, passierte der Unfall bereits am Sonntag, 6. März. Polizeisprecher König erklärte auf Anfrage von 112-magazin.de, waren drei Männer aus dem Ruhrgebiet an diesem Tag gemeinsam zum Tauchen in der am Ortsrand von Willingen gelegenen Schiefergrube. Die Sportler seien sehr erfahren gewesen und hätten hochwertige Ausrüstung getragen. Wie bei Tauchgängen in Gruben oder Höhlen üblich, seien die Hobbytaucher mit doppelten Atemluftsystemen ausgestattet gewesen.

Beim Umschalten von einem auf das andere System sei es dann am frühen Nachmittag zu einem folgenschweren Zwischenfall gekommen. Die beiden anderen Taucher hätten dies sofort als Notfall erkannt und entsprechend reagiert, erklärte der Polizeisprecher. So habe der eine der beiden Männer den in Not geratenen Tauchpartner mit Atemluft aus seinem System versorgt und den 49-Jährigen aus der Grube gerettet, der dritte Mann verließ sofort das Gewässer und rief Hilfe.

Am Tag des Unglücks gestorben
Die Taucher selbst sowie der Korbacher Notarzt und die Besatzung eines Rettungswagens hätten den Mann zwar reanimiert und ins Krankenhaus nach Brilon eingeliefert, dort sei der Duisburger aber noch am selben Tag gestorben. Über die genaue Todesursache lagen König am Samstag keine Angaben vor. Der Verstorbene sei zwar obduziert worden, das Ergebnis sei ihm jedoch noch nicht bekannt.

Die Kriminalpolizei habe in der Folge die Ausrüstung des Mannes untersucht und dabei keinerlei Hinweise auf einen technischen Defekt oder gar Manipulation erlangt. Auch sogenanntes Fremdverschulden sei nach den Untersuchungen der Kripo auszuschließen. "Wir gehen von einem tragischen Unfall aus", sagte der Polizeisprecher. Die drei Männer aus Nordrhein-Westfalen seien am Vortag zum Tauchen in einer anderen Grube gewesen, dabei habe es keinerlei Zwischenfälle gegeben.

Vor drei Jahren Rettungshubschrauber im Einsatz
Das Besucherbergwerk Schiefergrube Christine in Willingen bietet geschulten Tauchern die Möglichkeit, die ehemaligen Bergmannsstollen, die inzwischen vollgelaufen beziehungsweise überflutet sind, per Tauchgang zu erkunden. Ende April 2013 war ein 35-Jähriger nach einem Tauchgang in der Grube mit Kreislaufproblemen kollabiert. Der Mann wurde damals mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen.

Zuletzt geändert am Samstag, den 19. März 2016 um 12:42 Uhr