Tödlicher Unfall: Ursache weiterhin unklar

Mittwoch, den 20. August 2008 um 17:23 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel

DIEMELSEE. Nach dem schweren Unfall auf der L 3076 mit zwei Toten ist die Ursache für den Zusammenstoß noch immer unklar. Bei der Kollision auf der Landesstraße 3076 zwischen Flechtdorf und Adorf waren am Dienstagabend eine 45 Jahre alte Frau aus Adorf und ihr 13 Jahre alter Sohn ums Leben gekommen.

Ein mit im Wagen der Getöteten sitzender weiterer 13-Jähriger schwebt nach Angaben der Korbacher Polizei nicht mehr in akuter Lebensgefahr. Der Teenager war in die Städtischen Kliniken nach Kassel geflogen worden, wo er den Angaben zufolge ins künstliche Koma gelegt wurde.

Verletzungen hatten bei dem Unfall außerdem ein 14-Jähriger im Wagen der 45-Jährigen sowie eine 62-Jährige und deren drei Jahre alte Enkeltochter, deren Renaul Scenic mit dem Ford Fiesta der mutmaßlichen Unfallverursacherin zusammengestoßen war. Eine ebenfalls 45-jährige Fahrerin eines dritten Wagens und deren vier jugendliche Mitfahrer erlitten einen Schock. Alle Beteiligten stammen aus Adorf.

Fragen lassen nach wie vor die Umstände des schweren Unfalls offen: Die 45-Jährige hatte am Dienstag in einer zwar langgezogenen, aber über hunderte Meter gut einsehbaren Linkskurve zum Überholen angesetzt - obwohl sich Gegenverkehr näherte. Ein von der Staatsanwaltschaft beauftragter Gutachter soll unter anderem herausfinden, ob eventuell eine technische Ursache zu der schweren Kollision geführt haben könnte.

Die Polizei lobte am Mittwoch ausdrücklich Notärzte, Rettungsassistenten und Feuerwehrleute. "Professioneller hätte es nicht laufen können", sagte einer der eingesetzten Polizisten gegenüber 112-magazin.de. Obwohl mehrere Brandschützer die Toten und Verletzten gut kannten oder gar mit ihnen verwandt waren, hätten alle Feuerwehrleute äußerst routiniert ihre Tätigkeiten versehen. Als gut und wichtig habe sich auch der Einsatz der drei Notfallseelsorger erwiesen, die rasch an der Unfallstelle waren und alle Beteiligten während des Einsatzes und auch in Nachgesprächen betreuten.

Das Unglück von Dienstag ruft bei vielen Erinnerungen an zwei schwere Unfälle bei Adorf in den Jahren 1994 und 2002 hervor. Damals starben vier beziehungsweise fünf zumeist junge Menschen.