Flugzeug stürzt in Korbach ab: Zwei Tote / VIDEO

Samstag, den 22. Oktober 2011 um 16:49 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Für die Insassen dieses Flugzeugs kam jede Hilfe zu spät. Für die Insassen dieses Flugzeugs kam jede Hilfe zu spät. Foto: pfa

KORBACH. Zwei Insassen eines Kleinflugzeugs sind beim Absturz ihrer Maschine am späten Samstagnachmittag ums Leben gekommen. Das Ultraleichtflugzeug war ersten Informationen zufolge in Waldeck gestartet und nach einer Zwischenlandung in Korbach auf einen Acker am Rande des Flugplatzgeländes gestürzt. Für die beiden Insassen - ein 53-Jähriger aus Fuldatal und ein 63-Jähriger aus Bad Wildungen - kam jede Hilfe zu spät.

Zu dem folgenschweren Absturz aus noch ungeklärter Ursache war es gegen 17 Uhr gekommen. Ein Großaufgebot an Rettungskräften war nach dem Absturz im Einsatz - Notarzt, zwei Rettungswagenbesatzungen sowie die Korbacher Feuerwehr mit mehr als 20 Freiwilligen eilten zur Absturzstelle. Feuerwehrleute stellten teils unter Atemschutz den Brandschutz sicher, außerdem gingen die Einsatzkräfte den Rettungsassistenten und dem Notarzt hilfreich zur Hand. Für die Insassen kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Zwei Streifenwagen der Korbacher Polizei waren ebenfalls am Unglücksort, die Beamten stellten die völlig zerstörte Maschine sicher. Zunächst hatte es geheißen, bei dem Flugzeug handele es sich um eine Cessna. Sachverständige des Bundesamtes für Flugunfalluntersuchung sowie ein Experte des Regierungspräsidiums kamen am Abend ebenso wie Ermittler der Korbacher Kripo zur Absturzstelle. Um die Untersuchungen bei eintretender Dunkelheit zu ermöglichen, alarmierte die Leitstelle auch das THW.

Polizei: Erfahrene Piloten
Bei den Opfern des Unglücks handelt es sich nach Auskunft von Polizeisprecher Dirk Virnich um einen 53 Jahre alten Mann aus Fuldatal und um einen 63-Jährigen aus Bad Wildungen. Wer von den beiden die Maschine gesteuert hatte und wem das Flugzeug gehört, wusste Virnich am Abend noch nicht. Der Sprecher bestätigte, dass das Flugzeug in Waldeck gestartet und zu einem Aufenthalt in Korbach gelandet war. Gegen 17 Uhr wollten die beiden späten Opfer zusammen mit Bekannten und einer zweiten Maschine zurück nach Waldeck fliegen. Wie ein Zeuge berichtete, befand sich der Ultraleichtflieger schon einige Minuten in der Luft, die Männer warteten aber noch auf die zweite Maschine aus Korbach. Plötzlich sei jedoch der Ultraleichtflieger aus bisher nicht geklärter Ursache beim Abdrehen steil nach unten abgestürzt und neben dem Flugfeld frontal in einem Getreidefeld aufgeschlagen. An dem Ultraleichtflieger entstand Totalschaden von rund 20.000 Euro. Beide Männer an Bord galten laut Polizei als erfahrene Piloten.

Ein Augenzeuge des Absturzes berichtete völlig geschockt gegenüber 112-magazin.de: "Wir waren am Flugplatz spazieren. Ich habe die Maschine in geringer Höhe kreisen sehen. Dann fiel sie wie ein Sack Mehl zu Boden und schlug in den Acker ein. Schrecklich!" Der Spaziergänger informierte umgehend per Handy die Leitstelle und rannte zu dem zerstörten Ultraleichtflieger. Mitarbeiter des Flugplatzes seien bereits an der Maschine gewesen und hätten ihn zurückgehalten. "Das ist einfach furchtbar", sagte der Korbacher.

2005 überschlug sich Cessna in Korbach beim Start  
Im Sommer 2005 war es auf dem Korbacher Flugplatz zu einem Unfall mit einer Cessna 172 gekommen: Damals wurde die mit vier Personen besetzte Maschine beim Start von einer Windböe erfasst und wieder zu Boden gedrückt. Dort verfing sich das Fahrwerk in der Begrenzung des Flugplatzgeländes, die Maschine geriet in ein Kornfeld und überschlug sich. Ein 70-Jähriger, der den vorgesehenen Rundflug zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte, und seine 43-jährige Tochter erlitten leichte Verletzungen. Der 52-jährige Pilot und der 20 Jahre alte Enkel des Rentners waren damals unverletzt geblieben.


Zuletzt geändert am Mittwoch, den 30. Januar 2013 um 15:16 Uhr

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