Kohlenmonoxid: Besonnenes Vorgehen rettet Retter

Samstag, den 14. Juni 2014 um 10:36 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
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BRAUNSEN. Erneut hat ein Vorfall mit Kohlenmonoxid einen Einsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst ausgelöst. Die Feuerwehr musste unter Atemschutz in eine Wohnung vorgehen. Der Rettungsdienst war an der Einsatzstelle noch nicht mit den mittlerweile üblichen CO-Warnern ausgestattet.

Zunächst waren der Rettungsdienst Bad Arolsen mit RTW und Notarzteinsatzfahrzeug vor Ort, nachdem es einen Notruf über eine bewusstlose Person gegeben hatte. Weil die Situation an der Einsatzstelle auf eine erhöhte Kohlenmonoxidkonzentration schließen ließ, blieb der Rettungsdienst vor dem Haus stehen und verständigte über die Leitstelle die Feuerwehr.

Die Feuerwehren Braunsen und Bad Arolsen trafen kurz nach der Alarmierung an der Einsatzstelle in der Straße Am Mengeringhäuser Berge mit fünf Fahrzeugen und 25 Einsatzkräften ein. Ein Trupp drang sofort unter Atemschutz und mit einem speziellen CO-Messgerät in die Wohnung ein, brachte die bewusstlose Person ins Freie und übergab sie dem Rettungsdienst. Eine weitere Person musste mit dem Verdacht auf eine CO-Vergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Unter Leitung des stellvertretenden Stadtbrandinspektors Michael Seebold und des Arolser Wehrführers Gordon Kalhöfer belüfteten die Feuerwehren das Gebäude mit einem Hochleistungslüfter, der mit Wasser angetrieben wird, über einen längeren Zeitraum.  

Nach mehrmaligem Messen des Wohnhauses konnte die Feuerwehr kein Kohlenmonoxid mehr feststellen und übergab die Einsatzstelle der Polizei.

Zwar habe der Rettungsdienst vor Kurzem CO-Warnmelder für sämtliche Fahrzeuge angeschafft, doch seien diese in Bad Arolsen noch nicht verlastet worden, erklärte Seebold. Die am Freitag eingesetzten DRK-Kräfte hätten somit vor Ort noch nicht über die lebensrettenden Geräte verfügt. Es sei nur dem besonnenen Einsatz der Rettungsassistenten und des Notarztes zu verdanken, dass nicht auch noch die Rettungskräfte durch das Kohlenmonoxid gesundheitliche Schäden davon getragen haben. Eigentlich sind "die CO-Warner mittlerweile Standard auf allen Rettungsmitteln, um die Einsatzkräfte vor solchen Gefahren zu schützen", sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr.

Nach gut zwei Stunden war der Einsatz für die Feuerwehr beendet. Die Rückkehr zu den Unterkünften der Feuerwehr gestaltete sich aber schwierig. Während des Einsatzes wurden die Retter quasi eingeparkt. Anwohner hatten ihre Fahrzeuge in der engen Straße so abgestellt, dass die Feuerwehr nur mit Schwierigkeiten die Einsatzstelle verlassen konnte. In diesem Zusammenhang bittet die Feuerwehr darum, Fahrzeuge so abzustellen, dass keine Einsatzkräfte auf der An- und Abfahrt behindert werden. Es gehe mitunter wichtige Zeit verloren - Zeit, die im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden kann.


Einen ähnlichen Vorfall gab es kürzlich in Battenberg:
Grillabend nimmt beinahe tödliches Ende (30.05.2014)

Zuletzt geändert am Samstag, den 14. Juni 2014 um 10:44 Uhr