Explosion in Spanplattenwerk: Drei Tote

Freitag, den 05. Februar 2010 um 17:59 Uhr Verfasst von  Carina Zahradnik
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Nach der Explosion war unter anderem der Kasseler Rettungshubschrauber Christoph 7 im Einsatz. Nach der Explosion war unter anderem der Kasseler Rettungshubschrauber Christoph 7 im Einsatz. Foto: pfa/Archiv

BRILON. Bei einer Explosion in einer Spanplattenfirma sind am frühen Freitagnachmittag drei Arbeiter ums Leben gekommen. Die Kollegen der Opfer erlitten einen Schock.

Um 14.12 Uhr ging die Meldung bei der Feuerwehr und Polizei in Brilon ein: In einem Thermo-Ölkessel auf dem Gelände der Fabrik hatte sich eine Explosion ereignet, dicke schwarze Rauchwolken stiegen auf, berichtet der WDR auf seiner Internetseite. Um 15.26 Uhr hatte die Feuerwehr nach eigenen Angaben den Brand unter Kontrolle, um 15.47 Uhr sei er gelöscht gewesen.

Drei Mitarbeiter im Alter von 21, 59 und 62 Jahren starben. Die beiden Elektriker und ein Schlosser stammen aus Brilon, teilte die Polizei am Freitag mit. "Zwei bis vier Mitarbeiter" haben nach Polizeiangaben einen Schock erlitten, weitere Verletzte gab es nicht. Von einer Gefahr für die Bevölkerung durch austretende Gase gehen Polizei und Feuerwehr nicht aus. 120 Feuerwehrleute aus dem gesamten Hochsauerlandkreis waren an der weiträumig abgesperrten Unglücksstelle im Einsatz. Die Polizei war mit 18 Streifenwagen im Einsatz, außerdem wurde neben mehreren Rettungswagen und Notärzten der Kasseler Rettungshubschrauber Christoph 7 angefordert. Auch der Hubschrauber "Hummel 7" der nordrhein-westfälischen Polizei kreiste über der Unglücksstelle.

Weiterarbeit freigestellt
Die Angehörigen der Toten werden ebenso seelsorgerisch betreut wie die 35 Kollegen, die mit ihnen in einer Schicht zusammenarbeiteten. "Trotz unserer Unternehmensgröße kennt hier jeder jeden", sagte Mattias Keuthen, Sprecher des Familienbetriebs mit rund 1.000 Mitarbeitern. Man habe es der Belegschaft frei gestellt, ob sie weiterarbeiten wollen. "Wir werden in vielen Bereichen heute nicht weiterproduzieren." Das Unternehmen Egger gehört zu den größten europäischen Spanplattenherstellern.

Kessel war frisch gewartet worden
Der Geschäftsführer der Produktion, Rüdiger Börnke, erklärte dem WDR, dass der Thermo-Ölkessel erst am Donnerstag gewartet und von einer amtlichen Stelle geprüft und abgenommen worden sei. Als man ihn am Freitag testweise wieder anfahren wollte, sei er explodiert. Normalerweise liefere eine Biomassekraftanlage mit zwei großen Kesseln die Energie für die Spannplattenproduktion. Sei einer dieser beiden abgeschaltet, werde zur Unterstützung der Thermo-Ölkessel hinzugeschaltet. Mit einer Länge von fünf Metern und einem Durchmesser von zwei Metern sei dieser Kessel vergleichsweise klein. Er stehe in einem rund zwölf Meter langen Raum. Zwei der Toten wurden nach Polizeiangaben vor diesem Raum gefunden, der Dritte war zum Zeitpunkt der Explosion im Raum. Die Usache der Explosion ist unklar, die Staatsanwaltschaft Arnsberg hat Ermittlungen aufgenommen. Der Sachschaden liegt laut Polizei bei einer halben Million Euro.

Zuletzt geändert am Mittwoch, den 07. Dezember 2011 um 19:42 Uhr