Zwei Angler eingebrochen - einer tot

Donnerstag, den 25. Februar 2010 um 20:17 Uhr Verfasst von  Carina Zahradnik
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ASEL-SÜD. Eine 36-Jährige hat unter Einsatz ihres Lebens einen eingebrochenen Eis-Angler gerettet. Der zweite wird vermisst. Der Mann, dessen Identität am Abend zunächst noch nicht feststand, ist vermutlich im eiskalten Edersee ertrunken. Der andere Angler und seine Retterin kamen ins Krankenhaus.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei hatten die beiden Männer bereits den gesamten Nachmittag auf dem dünnen Eis des Sees bei Asel-Süd gesessen und geangelt - an verschiedenen Stellen, etwa 100 bis 150 Meter voneinander entfernt. Gegen 17 Uhr brach einer der Männer im Eis ein und landete im etwa zwei Grad kalten Wasser des Stausees. Der zweite Eisangler wollte, so die Vermutung der Polizei, dem anderen zu Hilfe kommen. Dabei brach der 58-Jährige aus Warburg selbst ein.

Retterin bricht selbst ins Eis ein
Dies beobachtete die 36-Jährige, die in Asel-Süd wohnt, und eilte mit einer Stange zum See. Mit der Stange ging auch sie aufs Eis, brach aber ebenfalls ein. Sie rettete sich ans Ufer, wo ein weiterer Zeuge bereits mit einer Leiter kam. Obwohl zwei Männer am Ufer die Frau von weiteren Rettungsversuchen abhalten wollten, kehrte die bereits durchnässte Frau mit der Leiter aufs Eis zurück - und rettete schließlich unter ständigem Einsatz ihres eigenen Lebens das des eingebrochenen Anglers. Beiden gelang es, ans Seeufer zu robben, wo sich erste eintreffende Rettungskräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst um die beiden kümmerten.

Für den zweiten Angler konnten die Ersthelfer und die etwa 50 Einsatzkräfte allerdings nichts mehr tun. Der Mann wurde von der Strömung mitgerissen und tauchte bis zum Abend nicht wieder auf. Aller Wahrscheinlichkeit hat der Mann seinen Leichtsinn mit dem Leben bezahlt - und das anderer Menschen aufs Spiel gesetzt.

Die Einsatzkräfte am See forderten die Hilfer der Berufsfeuerwehr Kassel an, die über eine Tauchergruppe verfügt. Sechs Berufsfeuerwehrmänner unter Leitung von Peter Nörthemann ließen sich von einem Helikopter der Bundespolizei an den Edersee fliegen. Der Pilot landete die Maschine vom Typ Super-Puma in der Dämmerung am Ufer.

Die Kasseler Kameraden gingen aber nicht ins Wasser. Sie bargen die Ausrüstung der beiden Angler vom Eis und flogen später nach Kassel zurück. "Wir mussten alles versuchen", sagte Gemeindebrandinspektor Berthold Schreiber gegenüber 112-magazin.de.

Schreiber zeigte sich ebenso wie alle Feuerwehrkameraden, die Kräfte des Rettungsdienstes, die beiden eingesetzten Notärzte sowie Polizeibeamten hoch beeindruckt vom Einsatz der mutigen 36-Jährigen. Auch Augenzeuge Horst Streibhardt, der den Notruf abgesetzt hatte, sowie Bürgermeister Harald Plünnecke waren voll des Lobes und der Anerkennung. Die Frau habe ständig ihr eigenes Leben riskiert, um einen Mann in Not zu retten.

Die zehnjährige Tochter der mutigen Retterin beobachtete das Geschehen - und bangte um ihre Mutter. Die Feuerwehr ließ über die Leitstelle den Vöhler Pfarrer Jan Friedrich Eisenberg als Notfallseelsorger anfordern. Der Geistliche nahm sich des Kindes an, bis weitere Angehörige sich kümmern konnten.

Zuletzt geändert am Donnerstag, den 20. Oktober 2011 um 10:35 Uhr