Mann bringt Mörsergranate zur Polizei - Zünder noch vorhanden

Mittwoch, den 06. Dezember 2017 um 09:06 Uhr Verfasst von  Christopher Rohde
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120 mm Granate 120 mm Granate Foto: Polizei

HOFGEISMAR. Eine Mörsergranate legte am Montagabend ein 58-Jähriger bei der Polizeistation Hofgeismar ab - dies sorgte zunächst für Unbehagen. Noch während eine Beamtin über die Gegensprechanlage Kontakt mit dem 58-Jährigen aufnahm und nach dem Grund seines Besuchs bei der Polizei fragte, sah sie im Hintergrund einen Mann stehen, der einen bombenähnlichen Gegenstand in seinen Armen hielt.

Am Montag erschien ein 58 Jahre alter Mann aus Espenau auf der Polizeistation in Hofgeismar und wollte einen bombenähnlichen Gegenstand abgeben, den er auf einem Dachboden gefunden hatte. Daraufhin folgten Absperrmaßnahmen und die Alarmierung eines Sprengstoffexperten der Kasseler Kripo. Erst nach eineinhalb Stunden konnte Entwarnung gegeben werden.

Die anwesenden Beamten forderten die Besucher unmittelbar auf, den vermeintlichen Sprengkörper in einiger Entfernung auf der Wiese vorder Polizeistation abzulegen. Im Anschluss daran sperrten die Ordnungshüter den Bereich um die Polizeistation für den Fahrzeug- und Fußgängerverkehr ab.

Der 58-Jährige hatte beim Entrümpeln eines leerstehenden Hauses in Immenhausen die "Bombe" auf dem Dachboden gefunden, sie in sein Auto geladen und ist dann in Begleitung seines 24-jährigen Sohnes zur Polizei gefahren. Die Beamten fotografierten den Gegenstand und übermittelten das Bild an einen Experten des Kampfmittelräumdienstes. Dieser erkannte darin eine neuzeitliche Munition mit noch erkennbarem Zünder.

Ein alarmierter Sprengstoffermittlungsbeamter der Kasseler Kripo identifizierte den Gegenstand nach seiner Untersuchung vor Ort als eine 60 cm lange 120 mm Mörsergranate, deren Zünder noch vorhanden aber bereits ausgelöst hatte. Nach dem Aufschrauben des Sprengmittels konnte er um kurz nach 20 Uhr Entwarnung geben. Die Granate war leer und ist nunmehr nur noch Metallschrott.

In diesem Zusammenhang warnt die Polizei eindringlich davor, unbekannte Gegenstände, bei denen es sich augenscheinlich um Munition oder ähnliches handeln könnte, anzufassen oder gar zu transportieren. In diesen Fällen sollte unverzüglich die Polizei über den Notruf 110 verständigt werden, die dann die erforderlichen Maßnahmen einleitet.

Im Juli dieses Jahres wurde eine Granate aus dem 2. Weltkrieg am Edersee gefunden und entsorgt.

Link: Granate am Edersee gefunden - Kampfmittelräumdienst aktiv  (23.07.2017)


Info: Die 120 mm Mörsergranate war bis in die 90er Jahre Bestandteil in Panzergrenadierbataillonen der Bundeswehr. So war zum Beispiel die 5. Kompanie des Pz.Gren.Btl 62 in Wolfhagen (Pommernkaserne) mit der Steilfeuerwaffe ausgerüstet worden. Souvenirs solcher Art sichtet man bei Entrümpelungsaktionen. In der Regel sind dies Erinnerungsstücke aus Bundeswehrzeiten.

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Zuletzt geändert am Mittwoch, den 06. Dezember 2017 um 10:10 Uhr