Jagdwilderei - Rehe waidmännisch aufgebrochen

Dienstag, den 19. September 2017 um 08:06 Uhr Verfasst von  Christopher Rohde
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Erlegter Rehbock am Diemelsee Erlegter Rehbock am Diemelsee Symbolbild 112-magazin

MARSBERG. Hat die hiesige Jägerschaft einen Hallodri in ihren eigenen Reihen sitzen? Am Freitagmorgen fand ein Jagdpächter in seinem Marsberger Revier zwei tote Rehe vor. Das Wild wurde erschossen und waidmännisch aufgebrochen. Der Ablageort der beiden Kadaver befindet sich oberhalb des Krankenhauses an der Marienstraße, unmittelbar am dortigen Wasserbehälter.

Vermutlich wurden die Rehe zwischen Mittwoch und Freitagmorgen (13 bis 15. September) mit einer großkalibrigen Waffe erschossen. Anschließend brach der Täter die Tiere fachmännisch auf und entnahm die edelsten Fleischstücke. Den toten Rehen wurden durch den Täter zudem Tannenzweige in den Äser gesteckt. Hierbei handelte es sich um einen waidmännischen Brauch und lässt auf einen Fachmann schließen. Ob es sich dabei um einen Jäger aus den eigenen Reihen handelt, der mangels Jagdmöglichkeit tätig wurde oder ob Wilderer eine falsche Fährte legen wollten, darüber kann nur spekuliert werden.

Vor einigen Wochen wurden auch am Diemelsee in stockdunkler Nacht Schüsse abgegeben. Auch hier fand der Hund eines Jagdpächters ein junges Reh, das Wilderern zum Opfer gefallen war. Im Juli dieses Jahres wurden drei Rehe im Edertal gewildert. Die Bevölkerung wird gebeten Augen und Ohren offen zu halten und verdächtige Personen den Polizeistationen zu melden. 

Hinweise zu diesem Fall nimmt die Polizei in Marsberg unter der Rufnummer 02992/90 200 3711 entgegen.

Link: Wilderer am Werk - Drei Rehe erschossen, eins mitgenommen (26. Juli 2017)

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Zuletzt geändert am Dienstag, den 19. September 2017 um 08:36 Uhr