Angst um Führerschein: Nach Unfallflucht im Wald versteckt

Mittwoch, den 09. August 2017 um 07:05 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
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Eine Unfallflucht mit einem Gesamtschaden in fünfstelliger Höhe hat die Frankenberger Polizei geklärt. Eine Unfallflucht mit einem Gesamtschaden in fünfstelliger Höhe hat die Frankenberger Polizei geklärt. Foto: pfa/Archiv

SOMPLAR/FRANKENBERG/GEMÜNDEN. Ein aufmerksamer Revierförster hat mit dazu beigetragen, dass die Frankenberger Polizei eine Unfallflucht mit hohem Schaden klären konnte. Der flüchtige Unfallverursacher hatte seinen beschädigten Wagen unweit der Unfallstelle im Wald abgestellt, der Mann selbst hielt sich tagelang im Wald bei Gemünden versteckt.

Zu dem Verkehrsunfall mit einem Gesamtschaden von mehr als 10.000 Euro war es am Mittwoch vergangener Woche auf der Landesstraße 3073 zwischen Bromskirchen-Somplar und Frankenberg unweit der Meiserburg gekommen. Der Unfallverursacher stieß mit seinem Audi A4 seitlich mit dem Audi A3 einer 44-Jährigen aus Hallenberg zusammen. Beide Fahrerseiten streiften sich auf ganzer Länge, die linken Außenspiegel der Autos rissen ab und wurden gegen den nachfolgenden Wagen eines 33-Jährigen geschleudert. Der Unfallverursacher setzte seine Fahrt in Richtung Somplar unbeirrt fort (zur gesamten Meldung hier klicken).

Nach der Unfallflucht veröffentlichte die Polizei einen Zeugenaufruf. Durch Zeugenangaben und Recherchen der Ermittler war bekannt, dass es sich bei dem flüchtigen Audi um einen älteren kupferroten A4 der Baujahre 1994 bis 2000 handelt. Auch die Buchstabenkombination des Kennzeichens hatten die Geschädigten abgelesen.

Förster fotografiert beschädigtes Auto
Nach der Veröffentlichung des Falls meldete sich ein aufmerksamer Revierförster bei der Polizei. Er hatte einen so beschriebenen Wagen am Abend nach dem Unfall im Wald abgestellt gesehen. Der Förster hatte auch ein Foto des Wagens gemacht und so nicht nur das Nummernschild festgehalten, sondern auch den Schaden dokumentiert - eine gute Idee, wie sich später herausstellen sollte. Die Polizei, die über die Kennzeichenkombination und die seltene Farbe des flüchtigen Wagens inzwischen bereits ebenfalls einen 34 Jahre alten Mann aus Gemünden als Fahrzeughalter ermittelt hatte, fuhr mehrfach in die Wohrastadt - vom Halter oder dem Fahrer fehlte jede Spur.

In dieser Woche dann machten sich die beharrlichen Ermittler erneut auf den Weg nach Gemünden - an der Anschrift des Fahrzeughalters stand ein älterer Audi A4. Der Wagen, dessen seltene Farbe der Hersteller als isisrot bezeichnet, war jedoch nicht (mehr) beschädigt. Der 34-Jährige räumte auf Vorhalt die Unfallflucht ein und gab an, den Wagen mit in Marburg erworbenen Ersatzteilen repariert zu haben. Ein Leugnen wäre ohnehin zwecklos gewesen, schließlich lagen die von dem Revierförster gemachten Bilder als Beweis vor.

Er sei nach der Kollision weitergefahren, weil er um seinen Führerschein fürchtete. Er sei vermutlich zu schnell unterwegs gewesen, gab der Mann der Polizei gegenüber an. Alkohol sei dabei aber nicht im Spiel gewesen. Er selbst will sich zwei Tage lang im Wald bei Gemünden versteckt haben - ebenfalls aus Angst vor Führerscheinverlust. Der steht angesichts des hohen Schadens jetzt ohnehin im Raum. Die Beamten leiteten ein Strafverfahren ein. Zudem ist mit der Aufklärung des Falls dafür gesorgt, dass die beiden geschädigten Audifahrer nicht auf ihrem Schaden sitzen bleiben. (pfa) 


Inzwischen leider regelmäßig machen sich verantwortungslose Unfallverursacher aus dem Staub:
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Zuletzt geändert am Mittwoch, den 09. August 2017 um 09:36 Uhr