Lkw-Kontrollen: Wieder "Langholzer" mit Überladung

Donnerstag, den 11. Mai 2017 um 16:51 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
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Der Fahrer dieses Langholzlasters musste erst einige Stämme abladen, bevor er die Fahrt fortsetzen durfte. Außerdem ist wegen Überladung und Überlänge ein hohes Bußgeld fällig. Der Fahrer dieses Langholzlasters musste erst einige Stämme abladen, bevor er die Fahrt fortsetzen durfte. Außerdem ist wegen Überladung und Überlänge ein hohes Bußgeld fällig. Fotos: pfa

KORBACH. 27 Lastwagen hat die Polizei am Donnerstag bei Kontrollen im Großraum Korbach unter die Lupe genommen. Die Zahl der Verstöße war zwar überschaubar, drei Langholzfahrer hatten aber so viel "Übergewicht", dass sie vor der Weiterfahrt erst einige Baumstämme abladen mussten.

Die "Langholzer" geraten immer wieder ins Visier der Polizei, weil sie mit teils kräftigen Überladungen unterwegs sind. Im vergangenen Jahr stoppte der Regionale Verkehrsdienst (RVD) in Herzhausen beispielsweise einen Langholzlaster, der um mehr als 20 Tonnen überladen war. Während Fuhrunternehmer und Fahrer immer wieder verständnislos abwinken und versichern, die Gespanne seien für derartige Beladungen ausgelegt, sehen die RVD-Experten der Polizei das anders: Das generelle Fahrverhalten und insbesondere die Bremswege würden sich zum Nachteil verändern, verdeutlicht der kommissarische Verkehrsdienst-Leiter Uwe Tenbusch. Dies stelle erhebliche Gefahren für die Verkehrssicherheit dar. Zudem würden Straßen und damit die öffentlichen Kassen stärker beansprucht. Nicht zuletzt sei es ein unlauterer Wettbewerb - wer gegen die Regeln verstoße und mehr Gewicht transportiere als erlaubt, der verschaffe sich einem regeltreuen Konkurrenten gegenüber einen unfairen Vorteil.

Diesem Umstand trägt das Gesetz aber Rechnung - vorausgesetzt, ein überladener Lkw wird von der Polizei gestoppt. Ab einem gewissen Maß an Überladung leiten die Ordnungshüter ein sogenanntes Gewinnabschöpfungsverfahren ein. Dabei sind hohe Bußgelder fällig, außerdem müssen die Fahrer einen Teil der Ladung von Bord nehmen und zur späteren Abholung die erneute Anfahrt in Kauf nehmen. Dreimal war am Donnerstag ein solches Verfahren die Folge der Kontrollen. Einer der Langholzlaster, der aus dem Kreis Kassel kommend in Richtung Hochsauerlandkreis unterwegs war und in Korbach gestoppt wurde, hatte nach Abzug der Toleranz beispielsweise ein Übergewicht von 4,6 Tonnen - was etwa vier Kleinwagen entspricht. Außerdem war die zulässige Gesamtlänge überschritten.

Denselben Fahrer 2016 mit 20 Tonnen Überladung erwischt
Für den Fahrer, der zugleich der Chef des Fuhrunternehmens war, sind nun 480 Euro Bußgeld fällig. Der Mann reagierte verärgert auf die Kontrolle - vielleicht auch, weil er erst im vergangenen Jahr bei Bömighausen mit 20 Tonnen Überladung erwischt worden war. "Er müsste es eigentlich inzwischen besser wissen", sagte einer der eingesetzten Polizeibeamten.

Um das Gesamtgewicht der angehaltenen Gespanne zu ermitteln, müssen die Lastwagen auf Waagen wie bei der Lelbacher Biogasanlage fahren. Sind diese nicht in der Nähe oder nicht geeignet, so steht dem Verkehrsdienst eine mobile Waage zur Verfügung. Zwei weiteren am Donnerstag zur Kontrolle gestoppten "Langholzern" war auf diese Weise eine leichte Überladung nachgewiesen worden. Diese beiden Verstöße wertet das Gesetz lediglich als Ordnungswidrigkeit.

Bei den um 5 Uhr begonnenen Kontrollen, an der auch eine Streife der Korbacher Polizeistation beteiligt war, hatten die Beamten aber nicht nur Holz-Lkw im Blick. Auch geschlossene Lastwagen, die zum Beispiel durch ihr Fahrverhalten oder technische Mängel aufgefallen waren, wurden gestoppt. Hier blieb es laut Tenbusch aber in allen Fällen bei mündlichen Verwarnungen und der Aufforderung, die Mängel zu beseitigen. (pfa) 


Zuletzt geändert am Donnerstag, den 11. Mai 2017 um 17:08 Uhr