Raser ohne Karte wirft Blitzer um: 30.000 Euro Schaden

Donnerstag, den 12. November 2015 um 11:58 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
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Ein verärgerter Raser hat in Bad Wildungen ein Tempomessgerät (Symbolbild) von einer Mauer geworfen. Ein verärgerter Raser hat in Bad Wildungen ein Tempomessgerät (Symbolbild) von einer Mauer geworfen. Foto: den/Archiv

BAD WILDUNGEN. Das wird teuer: Ein Raser ohne Führerschein ist in eine Radarfalle geraten und hat das Messgerät vor Wut vom Sockel gestoßen. Damit verursachte der 55-Jährige einen Schaden von 30.000 Euro und handelte sich eine Menge Ärger ein.

Das Ordnungsamt der Stadt Bad Wildungen führte am Mittwochmorgen in der Reitzenhagener Straße eine Geschwindigkeitsmessung durch. Dazu hatten die Mitarbeiter das etwa 100.000 Euro teure mobile Messgerät auf einem Mauersockel aufgestellt. Um 8.55 Uhr fuhr ein 55-jähriger Mann aus Amöneburg mit 80 statt der erlaubten 50 km/h durch die Messstelle. "Dies ärgerte den Mann wohl so sehr, dass er eine Vollbremsung durchführte und mit wiederum gemessenen 30 km/h rückwärts fuhr, ausstieg und das Messgerät vom Sockel stieß", sagte am Donnerstag Polizeisprecher Volker König. Durch den Sturz von der Mauer wurde das empfindliche Gerät beschädigt, das Ordnungsamt schätzte die Schadenshöhe auf etwa 30.000 Euro.

Der Fall kommt den Amöneburger nun teuer zu stehen. Wegen der Ordnungswidrigkeit wäre er mit einer Geldbuße von 80 Euro und einem Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei davongekommen, nun aber muss er sich auch noch wegen "Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel" verantworten. Das ist aber noch nicht alles. Die Polizei stellte bei der Personalienüberprüfung nämlich auch noch fest, dass der Mann gar keinen Führerschein besitzt. Dieser war ihm bei anderer Gelegenheit entzogen worden. Ein Strafverfahren wegens Fahrens ohne Fahrerlaubnis kommt hinzu, außerdem macht die Stadt Bad Wildungen die hohen zivilrechtlichen Forderungen für das beschädigte Messgerät geltend.

Martin Segeler, Ordnungsamtsleiter in der Badestadt, machte aber eines deutlich: "Der Schaden ist enorm hoch, wir sind aber weiterhin in der Lage, mit unseren Messgeräten Geschwindigkeitsmessungen durchzuführen".


In Marburg zerstörten Unbekannte kürzlich drei Radarmessgeräte:
Fest installierte Blitzer aus Verankerung gerissen (28.10.15)
Blitzer zerstört: Zeitraum eingekreist, aber keine heiße Spur (10.11.15)

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Zuletzt geändert am Donnerstag, den 12. November 2015 um 12:21 Uhr