Richtige Einsatztaktik bei schweren Lasten erlernt

Montag, den 17. Oktober 2011 um 17:47 Uhr Verfasst von  Michael Ochs/Feuerwehr Sachsenhausen
Richtige Einsatztaktik bei schweren Lasten erlernt Fotos: Ulrich Wolf

SACHSENHAUSEN. Schwer gehoben... wurde im Lehrsaal des Sachsenhäuser Feuerwehrhauses zwar nicht, dafür haben die rund 40 Teilnehmer eines Vortrags viele Tipps und Tricks im Umgang mit schweren Lasten bekommen.

Die Kameraden der Sachsenhäuser Feuerwehr hatten zu einem Vortrag mit Irakli West von Heavy-Rescue-Germany zum Thema "Big Lift" eingeladen. In dem rund zweistündigen Vortrag gab Irakli West viele elementare Tipps und Tricks zum Umgang mit Schwerlast- und Unterfahr-Unfällen. Vor rund 40 interessierten Zuhörern referierte der Experte über die Häufigkeit und die Einsatztaktik, aber auch über Gefahren und den richtigen Geräteeinsatz.

Irakli West ist tätig für Paratech Europe, eine Firma für Rettungsausrüstung, sowie Gründer von Heavy Rescue Germany (www.heavy-rescue.de) und bietet verschiedene Ausbildungsveranstaltungen zum Thema an. Seine Qualifikation erwarb er bei zahlreichen internationalen Ausbildungen sowie Lehrgängen, zum Beispiel in den USA, Großbritannien und Skandinavien.

Anhand von vielen Einsatzbildern und Videos zeigte er am Mittwochabend häufige Fehler in der Einsatztaktik bei Schwerlastunfällen auf und erarbeitete Lösungsvorschläge. Wo liegt die Gefahr, wenn Lasten mit einem hydraulischen Spreizgerät angehoben werden? Was sind spezielle Charakteristika von Hochdruck- und Niederdruckhebekissen? Worauf muss man achten, wenn man einen Kran zur Einsatzstelle bestellt? Wie schätzt man Gewichte bei der Erkundung richtig ein? Wie verschiebt sich der Schwerpunkt einer Last? Wie müssen Lasten gesichert werden und wie müssen diese stabilisiert werden, um beim Heben nicht zu verrutschen und große Schäden anzurichten? Auf all diese Fragen gab Irakli West in Sachsenhausen Antworten, von den physikalischen Gesetzmäßigkeiten, wie sie bei Unfällen dieser Art vorgegeben sind, konnten sich die Teilnehmer zum Beispiel anhand von Lkw-Modellen überzeugen.

Eines wurde allen Teilnehmern klar: Ein Unfall mit solch schweren Gewichten kommt sehr selten im eigenen Bereich vor, kann jedoch immer passieren – und diese Wahrscheinlichkeit ist selbst ohne eine eigene Autobahnanbindung nicht gering. Dies war eine zentrale Aussage des Vortrages: Wenn es richtig kracht, muss man wissen, wie man damit umgeht - und das muss man lernen.

Ziel des Vortrages war es, den Teilnehmern einen Einstieg in das Thema "Big Lift" zu ermöglichen und Möglichkeiten aufzuzeigen solche Lagen auch nur mit einem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug im Erstangriff abzuarbeiten – denn eines steht fest: "Auf den Kran warten" ist die Option der schlechtesten Wahl, wenn es um Menschenleben geht. Darin waren sich neben den Gastgebern aus Sachsenhausen und dem Referenten auch die Gäste unter anderem aus den Feuerwehren Fritzlar, Rhoden, Korbach, Goldhausen, Waldeck, Edertal, Wolfhagen, Ippinghausen, Bad Hersfeld und Lotte-Wersen (Nordrhein-Westfalen) einig.


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