Bei frontalem Aufprall auf einen Baum getötet (aktualisiert, Fotostrecke)

Montag, den 22. Oktober 2018 um 22:18 Uhr Verfasst von  Matthias Böhl
Leider waren die Verletzungen des Mannes so schwer, dass er noch am Abend verstarb. Leider waren die Verletzungen des Mannes so schwer, dass er noch am Abend verstarb. Fotos: Matthias Böhl, 112-Magazin

BAD AROLSEN. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich heute Abend um kurz nach 19.00 Uhr auf der Strecke zwischen Bad Arolsen und Landau, im Bereich der Senke. Ein weißer Opel Meriva, der von Bad Arolsen in Richtung Landau unterwegs war, ist dort mit großer Wucht frontal gegen einen Baum geprallt. Zuvor war der Wagen nach links auf die Bankette geraten, hatte einen Baumstumpf überfahren und sich dabei das rechte Vorderrad abgerissen. Bei dem folgenden Aufprall auf den Baum ist ein 60-jähriger Mann aus dem Stadtgebiet Volkmarsen ums Leben gekommen.

Obwohl Rettungsdienst und Feuerwehr nur wenige Minuten nach dem Alarm vor Ort waren, waren die Verletzungen so schwer, dass der Verletzte trotz sofortiger Befreiung und notfallmedizinischer Maßnahmen noch am Abend verstarb.

Einsatzleiter Gordon Kalhöfer von der Feuerwehr Bad Arolsen erklärte vor Ort, dass der Notarzt eine sofortige Crashrettung angeordnet habe, um den Verletzten schnellstmöglich komplett versorgen zu können. Im Gegensatz zur Patienten orientierten Rettung, bei der das Feuerwehr- und Rettungspersonal ein großes Augenmerk auf die besonders schonende Vorgehensweise legt, um Folgeschäden zum Beispiel bei Verletzungen der Wirbelsäule zu vermeiden, ist bei der Crashrettung höchste Eile geboten, um überhaupt noch eine Chance zu haben, das Leben des Verletzten retten zu können. Potentiell „kritische“ Patienten müssen dann unter allen Umständen so schnell wie möglich aus dem Unfallwrack befreit werden, um eine schnellstmögliche Notfallversorgung beginnen zu können. Diese Patienten haben „keine Zeit mehr“, dass eine schonende, zeitaufwändigere Rettung mit einem Rettungskorsett oder einer Immobilisierung, das heisst Ruhigstellung, durchgeführt wird.

„Wir haben die Tür des Meriva geöffnet und den Patienten, der im Fußraum eingeklemmt war, sofort herausgezogen und dem Rettungsdienst übergeben“, erklärt der Bad Arolser Wehrführer. Er und seine rund 20 Kameraden, die mit fünf Einsatzfahrzeugen vor Ort waren, hatten gleich mehrere Aufgaben auf einmal zu erfüllen: Neben der Befreiung des Patienten mussten sie den Brandschutz an der Einsatzstelle sicherstellen, und einen Schnellangriff aufbauen. Andere Kameraden sicherten das Unfallauto, das beim frontalen Aufprall auf eine Buche derart beschädigt wurde, dass es mit dem Heck in der Luft stand, gegen ein Abstürzen an der steil abschüssigen Böschung. Weiterhin sorgten die Feuerwehrleute für eine ordentliche Ausleuchtung der Einsatzstelle, sie sperrten den Straßenabschnitt von der B 450 aus, und waren bei den Aufräum- und Bergungsarbeiten behilflich.

Da zunächst gemeldet worden war, dass sich zwei Menschen in dem Opel Meriva befinden, suchte die Feuerwehr mit einer Wärmebildkamera und mehreren Fußtrupps das nähere Umfeld der Unfallstelle ab, um auszuschließen, dass ein weiterer Verletzter aus dem Fahrzeug geschleudert wurde. Nach Auskunft der Polizei war die erste Vermutung eines zweiten Verletzten eine Fehlmeldung.

Die Straße zwischen Bad Arolsen und Landau war während der Rettungs- und Bergungsarbeiten komplett gesperrt. Die Polizeibeamten aus Bad Arolsen kümmerten sich neben der Unfallaufnahme um die Identitätsklärung des verunfallten Mannes und hatten die schwere Aufgabe, die Hinterbliebenen über den schrecklichen Unfall zu informieren.

Zuletzt geändert am Dienstag, den 23. Oktober 2018 um 17:03 Uhr