Willinger Wehr beeindruckt mit Technik und Können

Sonntag, den 23. Oktober 2016 um 08:30 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
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Die Rettung eines Verletzten aus einem verunfallten Auto demonstrierten die Willinger Brandschützer am Samstag. Die Rettung eines Verletzten aus einem verunfallten Auto demonstrierten die Willinger Brandschützer am Samstag. Fotos: pfa

WILLINGEN. Die Ausstellung aktueller und historischer Einsatzfahrzeuge, die Vorführung einer Unfallrettung, Spiele, der Einsatz eines Defibrillators nach einem Notfall oder einfach nur das gemütliche Beisammensein in der Fahrzeughalle bei Kaffee, Kuchen und Waffeln haben beim Tag der offenen Tür der Willinger Feuerwehr die Brandschützer der Uplandgemeinde, ihre Angehörigen, Anwohner, Gäste und Vertreter der Politik zu einer großen Familie werden lassen.

Während die freiwilligen Einsatzkräfte in den vergangenen Jahren stets zum Fest im Kurpark eingeladen hatten, stand aktuell ein Tag der offenen Tür am Gerätehaus in der Schwalefelder Straße auf dem Programm. Dabei sahen die Besucher am Samstag letztmals bei einer solchen Veranstaltung das Domizil der Brandschützer in der jetzigen Form: Schon im kommenden Jahr nämlich beginnen voraussichtlich die Arbeiten zum Neubau des Feuerwehrhauses.

Opel Blitz aus dem Jahr 1958 bewundert
Auf dem Freigelände waren nicht nur die modernen Einsatzfahrzeuge, sondern auch ein besonderes "Schätzchen" zu sehen: So zog das fast 60 Jahre alte Willinger LF 8 vor allem die Blicke der älteren Besucher auf sich. Der liebevoll restaurierte und gepflegte Opel Blitz aus dem Jahr 1958 ist noch voll in Schuss. Obwohl der Oldtimer schon seit den 80er Jahren nicht mehr im Einsatz ist, hüten die Upländer Brandschützer das Fahrzeug wie ihren Augapfel. Die jüngeren Besucher waren weniger für altes Eisen, sondern die moderne Technik zu begeistern: Das lag wohl daran, dass Kindern mit den Feuerwehrleute im Staffellöschfahrzeug durch den Ort fahren durften.

Applaus für versierte Lebensretter
Welches Können und welche Geräte zum Einsatz kommen, wenn Personen aus einem verunfallten Auto gerettet werden müssen, demonstrierten die Freiwilligen am Nachmittag: Mit verschiedenen Geräten verschafften die Brandschützer dem Rettungsdienst zunächst einen Zugang zum Verletzten, bevor sie Türen und Dach des Wagens mit der Kraft der Hydraulik abtrennten und den Fahrer schließlich mit einem Spineboard aus dem Wagen hoben. Die Vorführung, die Gemeindebrandinspektor Jürgen Querl zum Verständnis der Zuschauer erläuterte, beeindruckte so manchen Besucher und wurde mit anerkennendem Applaus belohnt.

Herz-Lungen-Wiederbelebung: Man kann nichts falsch machen
Im Gerätehaus zeigte Feuerwehrmann, Leitstellendisponent und Lehrrettungsassistent Domenico Cullotta, wie man mit einem Defibrillator, vor allem aber mit Herzdruckmassage und Beatmung einen Patienten nach einem Herz-KreislaufStillstand wiederbeleben kann. "Das einzige, was man falsch machen kann, ist nichts zu tun", appellierte Cullotta an die Besucher, die sich über Risiken einer Reanimation informierten. Wenn man überhaupt nichts unternehme und nur auf den Rettungsdienst warte, seien die Überlebenschancen des Patienten gering. Der Fall, bei dem ein Junge Anfang September in Korbach seinen kleinen Bruder wiederbelebt habe, sei ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass auch Kinder zu einer Reanimation in der Lage seien, sagte der Retter. An speziellen Puppen versuchte sich am Samstag so mancher Besucher in der Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Für einen kräftigen Herzschlag sorgte beim Tag der offenen Tür auch etwas ganz anderes: Mit der Drehleiter durften die Besucher in Begleitung von Feuerwehrleuten in gut 20 Meter Höhe hinauffahren und sich das Geschehen am Gerätehaus von oben ansehen. Die Herzen der Kinder höher schlagen ließ die Hüpfburg, die in einer der geheizten Fahrzeuggaragen aufgebaut war und den ganzen Tag über einen regen Gebrauch erfuhr.

Ehrenamtliche Arbeit gewürdigt
Wehrführer Hendrik Bangert und seine Kameraden freuten sich über das große Interesse der Gäste an ihrer ehrenamtlichen Arbeit. Das uneigennützige Handeln und die Bereitschaft, das ganze Jahr über zu jeder Tages- und Nachtzeit für in Not geratene Mitmenschen da zu sein, würdigte unter anderem Detlef Ückert, der der Wehr als Mitglied des Gemeindevorstandes einen Besuch abstattete. Zu den Ehrengästen zählte auch Manfred Hankel, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes. (pfa)  


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Feuerwehr Willingen

Zuletzt geändert am Sonntag, den 23. Oktober 2016 um 09:46 Uhr