Starkregen: Sturzbäche reißen Geröll und Schlamm mit sich

Samstag, den 12. Juli 2014 um 00:25 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
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Hand anlegen war in Ottlar angesagt - zum Beispiel um die verstopften Gullys wieder frei zu bekommen. Hand anlegen war in Ottlar angesagt - zum Beispiel um die verstopften Gullys wieder frei zu bekommen. Fotos: Feuerwehr Diemelsee (11), pfa

STORMBRUCH/OTTLAR/HERINGHAUSEN. Am zweiten Abend in Folge haben Regenfälle mit extremen Niederschlagsmengen für Feuerwehreinsätze gesorgt: Betroffen war vor allem die Großgemeinde Diemelsee, wo mehrere Straße unter Wasser standen, Keller vollgelaufen und Gullys durch Schlamm, Geröll und Treibgut verstopft waren.

Mit 45 Litern Wasser je Quadratmeter in nur zehn Minuten erreichten die Niederschläge sintflutartige Ausmaße. Auf Rekordniveau war auch die Zahl der Helfer, die sich innerhalb weniger Minuten in Stormbruch, Ottlar und Heringhausen mit Schaufeln und Besen bewaffneten: Annähernd 200 Feuerwehrleute und Bürger bekämpften die Auswirkungen der abendlichen Flut. Mehrere Landwirte stellten Schlepper zur Verfügung, um Geröll oder Treibgut abzufahren. "Viele Hände, schnelles Ende" - so brachte ein Feuerwehrmann das gemeinsame Schaffen in eine knappe Formel. "Die Bevölkerung ist wieder einmal zusammengerückt", sagte ein Bewohner Ottlars. Erst Ende Mai, als am Ortsrand ein Stall brannte, hätten die Bewohner bei der Hilfe für die betroffenen Landwirte gemeinsam Großes geleistet.

Großes leistete auch der Regen am Freitag: Nach starken Niederschlägen fassten die Gräben, Bäche und Wasserdurchlässe die fließenden Massen nicht, das Wasser floss daher über Straßen und Wege. Waren Wasser, Schlamm, Geröll und Holz erst einmal in den Orten angelangt, waren im Nu die Kanaleinläufe verstopft. Die Folge: Das Wasser stand auf den Straßen - in der Ottlarer Ortsmitte beispielsweise rund 30 Zentimeter hoch. Erst nachdem die Gullyeinläufe wieder frei waren, lief das Wasser ab. Zurück blieben eine matschige Schicht, Geröll.

Neben den Feuerwehren aus mehreren Diemelseer Ortsteilen unter der Leitung der stellvertretenden Gemeindebrandinspektoren Torsten Behle und Karl-Wilhelm Römer waren auch die Kameraden aus Bad Arolsen mit im Einsatz: Sie wurden mit ihrem neuen Gerätewagen Hochwasserschutz angefordert. Die Arolser Einsatzkräfte pumpten unter anderem einen vollgelaufenen Heizungskeller aus.

Gegen 22 Uhr, gut zwei Stunden nach der Alarmierung, rückten die Wehren wieder zu den Gerätehäusern ab. Erst am Vorabend hatten starke Regenfälle für mehrere Feuerwehreinsätze vor allem am Edersee gesorgt. Hier waren in erster Linie die Straßen von Herzhausen nach Vöhl und von Herzhausen nach Harbshausen betroffen: Mehrere Bäume waren auf die Fahrbahnen gekippt und mussten beseitigt werden. So wie am Donnerstag betraf der Starkregen auch am Freitag nur ein relativ kleines Gebiet: Die Niederschläge trafen vor allem Stormbruch, Ottlar und Heringhausen. Die übrigen Diemelseer Ortsteilen waren so gut wie überhaupt nicht betroffen. Die Ausläufer sorgten allerdings im benachbarten Upland ebenfalls für Feuerwehreinsätze: In Usseln fand sich Geröll auf der Hochsauerlandstraße in Höhe einer Tankstelle, in der Straße Auf dem Roth war ein Baum umgekippt.

Video folgt!

Zuletzt geändert am Samstag, den 12. Juli 2014 um 14:18 Uhr