Übung: Mitarbeiter aus brennendem Reifenlager gerettet

Mittwoch, den 16. Oktober 2013 um 22:37 Uhr Verfasst von  Sascha Pfannstiel
Diesen Artikel bewerten
(8 Stimmen)
Etwa 75 Feuerwehrleute waren am Mittwochabend an und in einem Reifenlager in Mengeringhausen im Einsatz. Etwa 75 Feuerwehrleute waren am Mittwochabend an und in einem Reifenlager in Mengeringhausen im Einsatz. Foto: pfa

MENGERINGHAUSEN. Rund 75 Feuerwehrleute aus Bad Arolsen und mehreren Stadtteilen haben am Mittwochabend den angenommenen Großbrand eines Reifenlagers an der Landstraße bekämpft. Unter Atemschutz retteten die Brandschützer zwei Mitarbeiter aus dem Komplex.

Zunächst war gegen 19.15 Uhr lediglich die Feuerwehr Mengeringhausen alarmiert worden - bei der Leitstelle war in dem Szenario die Brandmeldeanlage des Reifenlagers aufgelaufen. Die ersten eintreffenden Kräfte gaben die Rückmeldung, dass Lager und Bürotrakt in Vollbrand stehen würden. Daraufhin erfolgte die Nachalarmierung der Wehren aus Bad Arolsen, Helsen, Massenhausen und Schmillinghausen.

Schon nach wenigen Minuten waren insgesamt rund 75 Feuerwehrleute an der angenommenen Einsatzstelle. Unter Atemschutz gingen mehrere Trupps in das brennende Lager vor, um einen vermissten Mitarbeiter zu retten. Einen weiteren Mitarbeiter retteten die Feuerwehrleute aus dem Bürotrakt im ersten Stock - "die Kameraden haben nicht auf das Eintreffen der Drehleiter gewartet, sondern sind über die Steckleiter vorgegangen, um keine wertvolle Zeit zu verlieren", lobte am Abend der Arolser Stadtbrandinspektor Karl-Heinz Meyer.

In Windeseile bauten die übrigen Kameraden die Wasserversorgung von drei Überflur- und einem Unterflurhydranten auf. Über den Monitor eines Fahrzeugs, über die Drehleiter und über mehrere weitere Strahlrohre gaben die Feuerwehrleute schon nach wenigen Momenten mehr als 10.000 Liter Wasser pro Minute ab.

"Das Reifenlager trägt eine enorme Brandlast", verdeutlicht der stellvertretende Stadtbrandinspektor Sven Eichweber mit Blick auf rund 900 Tonnen eingelagerter Reifen. "Das ist nichts anderes als Erdöl in einer anderen Form". So müssten die Wehren im Ernstfall größere Mengen Schaummittel einsetzen, um ein solches Großfeuer in den Griff zu bekommen. Das könne Tage dauern.

Bei der Übung am Mittwochabend habe man gleichermaßen Organisation, Kommunikation und Zusammenarbeit geübt, erklärte Eichweber. Und nicht zuletzt sei es auch darum gegangen, dass der Stadtbrandinspektor und seine Stellvertreter ihr eigenes Handeln kritisch überprüften. "Es nützt nichts, wenn wir nur die Einsatzkräfte kritisieren, wir müssen auch unsere Art der Einsatzleitung immer wieder überprüfen".

Zuletzt geändert am Donnerstag, den 17. Oktober 2013 um 21:24 Uhr